„Final Countdown“ im Essl Museum

Das Essl Museum in Klosterneuburg hat am Donnerstag zum letzten Mal geöffnet - ehe der Ausstellungsbetrieb am 1. Juli endgültig eingestellt wird. Mit „The Final Countdown“ lädt das Museum noch einmal zu einer Abschlussperformance.

Knapp 17 Jahre lang waren im Essl Museum Ausstellungen zu sehen, ab Freitag wird das Museum dann nur noch als Depot der Sammlung Essl geführt. Am letzten Tag des Ausstellungsbetriebes lädt man zu einem „Final Countdown“, einer Abschlussperformance der Kunstvermittler und Mitarbeiter des Museums. Auch im Bildband „17 Jahre Essl Museum“ wird noch einmal auf die Geschichte des Museums zurückgeblickt.

Essl Museum Klosterneuburg
Stefan Oláh
17 Jahre lang waren im Essl Museum Ausstellungen zu sehen

Die Sammlung Essl umfasst annähernd 7.000 Werke und zählt zu den größten und bedeutendsten privaten Sammlungen für zeitgenössische Kunst in Europa. Das 1999 eröffnete Privatmuseum war aufgrund der finanziellen Probleme der im Vorjahr zerschlagenen bauMax-Kette von Museumsgründer Karlheinz Essl in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Am 5. April gab dieser bekannt, dass das Museum seinen Betrieb einstellen werde - mehr dazu in Essl Museum stellt Betrieb ein (noe.ORF.at; 5.4.2016).

„Blicken mit Dankbarkeit zurück“

„Das ist eine Periode, auf die wir doch mit sehr viel Dankbarkeit zurückblicken können. Wir haben sehr aufregende Ausstellungen gemacht, auch bahnbrechende Ausstellungen für die Gegenwartskunst, die auch in die Annalen der österreichischen Kulturgeschichte eingehen werden“, so der Museumsgründer wenige Tage vor der Schließung gegenüber noe.ORF.at.

Agnes und Karlheinz Essl hatten bereits in den 1970er Jahren begonnen, zeitgenössische Kunst zu sammeln - etwa von Friedensreich Hundertwasser und Kurt Moldovan. In den 1980er Jahren wuchs die Privatsammlung zur maßgeblichsten Sammlung österreichischer Nachkriegskunst - mit Werken unter anderen von Maria Lassnig, Arnulf Rainer, Max Weiler, Hermann Nitsch und Günter Brus. Das vom österreichischen Architekten Heinz Tesar geplante Museum mit 3.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche wurde im November 1999 als eines der ersten Privatmuseen im deutschsprachigen Raum eröffnet.

Weiterführung als Depot der Sammlung Essl

Für die Kulturlandschaft sei die Museumsschließung eine „schmerzhafte Zäsur“, so Essl, „das Haus wird jetzt in erster Linie die Sammlung beinhalten - sozusagen ein sicherer Hafen für unsere umfangreiche Kunstsammlung, die ja zusammenbleibt. Wie sich der Ausstellungsbereich weiterentwickeln wird, das lässt sich derzeit nicht absehen.“

Essl Museum
Stefan Oláh
Wie die 3.200 Quadratmeter Ausstellungsfläche künftig genutzt werden, ist noch unklar

Auch Karlheinz und Agnes Essl selbst wollen der Kulturszene erhalten bleiben: „Ein Sammler und ein Künstler gehen nie in Pension. Wir haben so viele Kontakte, die wir auch weiterhin pflegen werden. Und wir werden sicher auch in der Kunstszene unseres Landes und darüber hinaus aktiv sein“, sagte Karlheinz Essl.

Links:

Werbung X