Martinigänse: Kampf gegen Billigimporte

80 Prozent der Gänse, die als Martini- oder Weihnachtsgans auf dem Teller landen, stammen laut Landwirtschaftskammer aus dem Ausland. Die niederösterreichischen Züchter sagen den Billigimporten nun den Kampf an.

In 50 Betrieben in Niederösterreich leben rund 25.000 Weidegänse, die als Martini- oder als Weihnachtsgänse verkauft werden. Für die Haltung gelten strenge Richtlinien: Die Tiere müssen hochwertiges Futter erhalten und genügend Auslauf bekommen. Viele importierte Gänse aus dem Ausland - etwa aus Ungarn oder Polen - würden diese Richtlinien jedoch nicht erfüllen, kritisieren die heimischen Gänsezüchter. Vielmehr würden diese Tiere meist in Käfigen gehalten.

Dennoch zieht der Konsument die billige Importware vor, sagt Daniel Heindl, Bio-Gänsezüchter aus St. Aegyd am Neuwalde (Bezirk Lilienfeld). „Es ist sicher ein gewaltiger Preisunterschied etwa zwischen den ungarischen und den österreichischen Gänsen. Man muss aber die unterschiedlichen Produktionsbedingungen anschauen: Ungarische Schnellmastgänse sind zwölf Wochen alt, sehr jung vom Fleisch her, während die österreichische Weidegans hauptsächlich von der Weide lebt.“

Heimische Tiere an Weidegans-Logo erkennbar

In Niederösterreich gibt es seit zwölf Jahren das Projekt Weidegans, das zum Ziel hat, Regionalität und heimische Produktion zu fördern. Dabei wird auf genaue Qualitätskontrolle geachtet, sagt Doris Gschladt, Obfrau des Projekts Weidegans im Weinviertel. „Das Projekt zeichnet sich durch bestimmte Richtlinien aus, die die Haltung betreffen. Jedes Tier hat um die 100 Quadratmeter Platz, um das ganze Jahr über zu wachsen und zu gedeihen.“ Neben dem Weinviertel gibt es das Projekt auch im Mostviertel.

Als Konsument erkennt man die echte österreichische Weidegans an dem Weidegans-Logo, das von der Gemeinschaft Österreichischer Weidegans kreiert wurde. Jedes Jahr essen die Österreicher 600.000 Gänse. Die Zahl der Gänse, die in Österreich gehalten werden, hat sich seit den 90er-Jahren verdoppelt.

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