Schloss Pöggstall erwacht aus Dornröschenschlaf

Das Schloss Pöggstall (Bezirk Melk) wird im Rahmen der Landesausstellung 2017 im Mittelpunkt stehen. Die Generalsanierung vorab brachte neue historische Erkenntnisse über das Schloss zutage.

Die Geschichte der Anlage des ehemaligen Wasserschlosses geht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Während der Renovierungsarbeiten stellten die Historiker fest, dass noch sehr viel aus dieser Zeit erhalten ist. Es konnten alle Bauphasen herausgearbeitet, dargestellt und den jeweiligen Eigentümern zugeordnet werden.

Historische Bedeutung des Schlosses

Die neuen historischen Erkenntnisse erhöhen die Wertigkeit des Schlosses und seine kulturelle Bedeutung, heißt es. „Bei anderen Schlössern tut man sich oft schwer zu unterscheiden. Bei den Rogendorfern kann man differenzieren: Was hat der Kasper gemacht, was hat der Christoph gemacht. Wir können die Abrechnungen, die Rechnungen des Baumeisters, den Künstlern zuordnen. Wir können also genau bestimmen, wer was wann und wo gemacht hat. Und das ist natürlich hochspannend“, betont der Bauhistoriker Peter Aichinger-Rosenberger.

Schloss Pöggstall Restaurierungsarbeiten
Katrin Froschauer
Restaurierungsarbeiten im Schloss Pöggstall

Das Rondell mit seinen italienischen Einflüssen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde möglicherweise von Albrecht Dürer beeinflusst. Denn aus einem Briefwechsel geht hervor, dass die damaligen Besitzer, die Rogendorfer, persönlichen Kontakt zu Dürer hatten.

Kaiserliche Schlosskapelle neben dem Schloss

Kasper von Rogendorf begann schließlich den großen Umbau der mittelalterlichen Burg Pöggstall zum Schloss. Dazu gehörte beispielsweise die Schlosskapelle, die heutige Pfarrkirche von Pöggstall, die frei neben dem Schloss steht und eine ungewöhnliche Bauform besitzt.

Diesen Bautyp einer zweischiffigen Hallenkirche mit geradem Ostabschluss findet man bei der Georgskapelle Friedrichs des III. in Wiener Neustadt und ebenso als Grundriss in der Zisterzienser-Stiftskirche von Neuberg an der Mürz. Kasper von Rogendorf baute sich somit eine kaiserliche Schlosskapelle neben seinem Schloss.

Schloss Pöggstall außen mit Drohne
Hubert Neufeld
Jährlich besuchen etwa 12.000 Menschen das Schloss Pöggstall

Außerdem sind eine hölzerne Stube, eine Kammer und ein Saal aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Diese ermöglichen Einblicke in das historische Burgleben von damals. Zu dieser Zeit gehörte das Schloss Pöggstall einem Wiener Bürgergeschlecht, der Familie Hölzler.

Mittelpunkt der Landesausstellung 2017

Von 1. April bis 12. November 2017 ist das Schloss Pöggstall im südlichen Waldviertel Mittelpunkt der Niederösterreichischen Landesausstellung. Unter dem Titel „Alles was Recht ist“ wird dann ein Blick auf die Geschichte der Rechtsprechung geworfen. Bis zur Eröffnung der Landesausstellung werden neben der Fassade auch die Türen, die Fenster und das Dach restauriert sein. Außerdem werden dann je ein Lift im Rondell und im Hauptschloss die Barrierefreiheit sichern.

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