Schlüsselübergabe vor Landesausstellung

42 Tage vor der Eröffnung der Landesausstellung ist es am Freitag im Schloss Pöggstall zur Schlüsselübergabe von der Gemeinde an die Kulturabteilung des Landes gekommen. Damit fiel der offizielle Startschuss für die Aufbauarbeiten.

Schloss Pöggstall im südlichen Waldviertel ist heuer Schauplatz der niederösterreichischen Landesausstellung. Unter dem Titel „Alles was Recht ist“ wird vom 1. April bis 12. November die Geschichte der Rechtsprechung beleuchtet - vom Wandel des Umgangs mit Straftätern bis zur heutigen Rechtslage.

Schlüsselübergabe Landesausstellung Pöggstall
ORF
Am Freitag erfolgte die symbolische Schlüsselübergabe vor dem Start der Landesausstellung: Sissi Pröll, LH Erwin Pröll, Bürgermeisterin Margit Straßhofer, Landesausstellungs-Geschäftsführer Guido Wirth (v.l.)

Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) als Kulturreferent bezifferte die Gesamtkosten bei einem Rundgang durch die Räume mit 23 Millionen Euro. Neun Millionen Euro davon flossen in die Generalsanierung des Schlosses, bei der die gesamte Baugeschichte neu entdeckt wurde und nun in einer Sonderschau im Rondell präsentiert wird. Vier Millionen Euro wurden in die umgebende Infrastruktur investiert, eine Million Euro in regionale Projekte und neun Millionen Euro in die Ertüchtigung der Straßen in der Region.

Ziel: Touristische Impulse in der Region

Hinter den im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Landesausstellungen steckt, wie Pröll erinnerte, auch die Intention, nachhaltige touristische Impulse in der jeweiligen Region auszulösen. Er freue sich, die Schau in Pöggstall noch eröffnen zu dürfen, erklärte der aus dem Amt scheidende Landeshauptmann, dem die Ehrenbürgerschaft von Pöggstall verliehen wurde.

Ursprünglich als Wasserburg errichtet, stammt der Kern des Schlosses - Bürgermeisterin Margit Straßhofer (ÖVP) sprach von einem „Kulturjuwel“ - aus dem 13. Jahrhundert. Ein Ausbau erfolgte unter der Herrschaft von Kaspar von Roggendorf Ende des 15. Jahrhunderts. Internationale Künstler waren in Pöggstall tätig. Albrecht Dürer schuf für die Brüder Wilhelm und Wolfgang von Roggendorf während eines Abendessens in Antwerpen das Wappen der Familie als Holzschnitt.

Schloss Pöggstall außen
Katrin Froschauer
Das Schloss Pöggstall ist Mittelpunkt der diesjährigen Landesausstellung

Von 1795 bis 1919 gehörte das Schloss im Bezirk Melk mit seinem Innenhof und den Arkaden mit Renaissance-Elementen den Habsburgern, bis 1986 der Republik Österreich und seitdem der Gemeinde. Seit 1988 beherbergt es ein Museum für Rechtsgeschichte - mit einer original erhaltenen Folterkammer aus dem Jahr 1593 - sowie die Sammlung für Rechtsgeschichte des Landes Niederösterreich. In Vorbereitung der Landesausstellung wurde u.a. der Hauptplatz der Marktgemeinde gestaltet, um das prachtvolle Gebäude noch stärker in den Ortskern einzubeziehen.

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