Cyberattacke auf Flughafen geklärt

Im Vorjahr hat es auf die Server des Flughafens Schwechat massive Computerattacken gegeben. Wie die Tageszeitung „Kurier“ berichtet, kamen die Ermittler dem Täter nun offenbar auf die Spur, er lebt in den USA.

Die Hackerangriffe gegen den Flughafen Schwechat begannen vergangenen September. Vorerst unbekannte Täter versuchten damals, den Server des Flughafens lahmzulegen - mehr dazu in Hackerangriff auf Flughafen Schwechat (noe.ORF.at;5.9.2016). Zunächst wurden zahlreiche Computer mit Schadprogrammen infiziert, welche in der Folge den Flughafen mit einer massiven Anzahl an Anfragen konfrontierten. Die Sicherheitssysteme des Flughafens Schwechat wehrten den Angriff ab.

Türkischer Aktivist in Amerika enttarnt

Nun soll geklärt sein, wer hinter den Attacken stand. Als mutmaßlichen Haupttäter habe das Heeresnachrichtenamt, der Auslandsnachrichtendienst der Republik, einen im US-Staat Kentucky lebenden Türken enttarnen können, meldete die Zeitung. Arslan A. alias Osman T. alias General Osman habe einen militärischen Hintergrund in der Türkei. Er habe Fotos gepostet, die ihn in der Uniform eines türkischen Fallschirmjägers mit Sturmgewehr auf einem türkischen Truppenübungsplatz zeigten. Beruflich gebe er sich als Cyber-Sicherheitsfachmann aus.

Angegriffen worden seien Länder und Einrichtungen, denen von ihm und seinen Sympathisanten „Türkei-Feindlichkeit“ nachgesagt werde - mehr dazu in Türkische Hacker bekannten sich zu Cyberangriff (noe.ORF.at;6.9.2016). Die Kritik der Angreifer im Fall des Flughafens richtete sich gegen eine außerplanmäßige Zwischenlandung eines türkischen Flugzeugs. 49 türkischen Staatsbürgern wurde damals kein Notvisum ausgestellt, sodass sie in der Transitzone übernachten mussten, so der „Kurier“.

Verdächtiger stand unter Beobachtung

Karl-Heinz Grundböck, der Sprecher des Innenministeriums, bestätigte gegenüber dem ORF-Radio, dass ein Mann unter Beobachtung stand: „Es gibt seit Längerem Ermittlungen des Verfassungsschutzes. Den Zeitpunkt einer Veröffentlichung in diesen laufenden Ermittlungen hätte der Verfassungsschutz noch nicht gesehen.“ Mit der Veröffentlichung hätte man lieber abgewartet, bis eine Tat eindeutig nachgewiesen werden kann, erklärte Grundböck.

Der Verfassungsschutz ermittle gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft. Nicht nur der Flughafen Wien war seit vergangenem Jahr von Hackerattacken betroffen, Angriffe gab es laut „Kurier“ auch gegen das Parlament, die Nationalbank sowie das Verteidigungs- und das Außenministerium. Zudem wurden weitere Anschläge angekündigt.

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