MedAustron: Mehr Behandlungen ab Sommer

Im Krebstherapiezentrum MedAustron in Wiener Neustadt werden derzeit sechs bis sieben Patienten pro Tag behandelt. Ab Sommer sollen die Behandlungskapazitäten weiter ausgebaut werden, hieß es bei einem Festakt am Mittwoch.

Von vier Behandlungsräumen ist derzeit einer für Patienten und einer für Forschungszwecke im Betrieb. Ab Sommer soll ein weiterer Behandlungsraum für Patienten zur Verfügung stehen, sagte MedAustron-Geschäftsführer Alfred Zens bei einem Festakt am Mittwoch in Wiener Neustadt. Nachdem im Dezember mit dem Patientenbetrieb begonnen wurde, gehe es nun darum, die Patientenkapazität zu erweitern. Im Vollbetrieb werde man 1.000 Patienten pro Jahr behandeln können, führt Zens weiter aus.

Anlass für den Festakt war das zehnjährige Jubiläum der „EBG MedAustron“. Mit der Gründung dieser und dem Abschluss eines Kooperationsvertrages mit der Schweizer Forschungseinrichtung CERN wurde im Jahr 2007 die Basis für das heutige Krebsbehandlungszentrum in Wiener Neustadt geschaffen.

Erste Behandlungen erfolgreich abgeschlossen

Derzeit tobt zwar noch ein Streit zwischen MedAustron und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger über die Kostenübernahme, die ersten Behandlungen seien aber erfolgreich verlaufen, wurde am Mittwoch betont. Man habe durchwegs positive Erfahrungen gemacht, seit dem Start des Patientenbetriebs habe es keine gröberen Unterbrechungen gegeben, berichtete Eugen B. Hug, der Medizinische Leiter von MedAustron: „Jetzt geht es darum, Schritt für Schritt die nächsten Stufen zu meistern“

MedAustron in Wiener Neustadt
MedAustron
Behandlung eines Patienten

Bezugnehmend auf den Tarifstreit betonte der Aufsichtsratsvorsitzende von MedAustron, Klaus Schneeberger, dass man derzeit noch in Verhandlungen aber „guter Dinge“ sei: „Wir erwarten relativ schnell eine positive Entscheidung, weil wir diesen Zwist um Geld nicht auf dem Rücken der Patienten austragen können.“ Bei dem Streit zwischen dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger und MedAustron geht es darum, wer für die Kosten der teuren Behandlung aufkommt - mehr dazu in MedAustron: Tarifstreit geht weiter (noe.ORF.at; 8.3.2017).

Hoffnungsprojekt MedAustron

Die Faszination von MedAustron bestehe zum einen darin, dass hier Hoffnung im Kampf gegen den Krebs ermöglicht werde, und zum anderen darin, dass man damit auch in der Forschung international aufzeigen könne, sagte Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) bei der Festveranstaltung. MedAustron sei „ein Zukunftsprojekt und ein Hoffnungsprojekt“, betonte er. „Wenn wir in diesem Land etwas voran bringen wollen, dann tun wir gut daran, auf Wissenschaft und Forschung zu setzen, denn jemand, der das tut und daraus Ergebnisse erwarten kann, der kann mit Sicherheit auch im internationalen Gefüge mitspielen.“ „Das Budget von 200 Millionen Euro wurde nicht nur eingehalten, sondern konnte sogar leicht unterschritten werden“, berichtete Alfred Zens über die Umsetzung des Projektes.

MedAustron in Wiener Neustadt
MedAustron
Teilchenbeschleuniger im MedAustron

MedAustron: ein internationales Vorzeigeprojekt

„MedAustron ist für uns ein Vorzeigeprojekt, wir sind sehr stolz auf dieses gemeinsame Projekt“, meinte Manfred Krammer, Leiter des Department für experimentelle Physik am Schweizer Forschungszentrum CERN. MedAustron habe auch international Beachtung gefunden: „Es gibt weltweit nicht sehr viele derartige Einrichtungen.“

Als ein herausragendes „Beispiel für die Zusammenarbeit mit CERN und die Einbindung in die scientific community“ bezeichnete Peter Skalicky, der ehemalige Rektor der TU Wien, MedAustron, das ein „toller Erfolg“ geworden sei.

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