Reisner will Ärztemangel bekämpfen

Der Präsident der NÖ Ärztekammer, Christoph Reisner, will in seiner dritten Amtszeit den Ärztemangel bekämpfen. Dieser sei längst Realität und werde sich in Zukunft verschärfen. Reisner war am Mittwoch als Präsident bestätigt worden.

„Ich kenne unsere Ärztezahlen und weiß, wie viele Ärztinnen und Ärzte mit Kassenvertrag in den nächsten zehn Jahren in Pension gehen werden. Wir werden auf eine Situation zusteuern, in der immer mehr Kassenstellen nicht besetzbar sind“, sagt Reisner. Schon jetzt gebe es immer wieder Probleme, etwa in den Bereichen Kinderheilkunde, Psychiatrie und Allgemeinmedizin.

„Momentan spüren die Patienten den Mangel noch nicht. Wenn man aber die Zahlen sachlich analysiert, sieht man, dass die Zahl der Bewerber für die einzelnen Kassenstellen immer weniger werden.“ Als Gegenmaßnahme fordert Reisner etwa eine bessere Vereinbarkeit der Arbeit als Kassenarzt mit dem Privat- und Familienleben.

Reisner will bei Jungarztausbildung nachbessern

Nachbesserungsbedarf sieht er auch in der Anwendung der sogenannten Primärversorgungszentren in Niederösterreich und bei der Ausbildung von Jungärzten: „Mit der Ausbildungsordnung von 2015 ist es verpflichtend, für Ärzte für Allgemeinmedizin einen Teil der Ausbildung in einer Lehrpraxis zu absolvieren. Diese Finanzierung ist nicht gesichert.“ Hier will Reisner mit den Sozialversicherungen, dem Hauptverband und dem Land weitere Gespräche führen, um eine gemeinsame Lösung zu finden.

Die konstituierende Vollversammlung der niederösterreichischen Ärztekammer und die Kurienversammlungen haben am Mittwoch die bisherige Koalition bestätigt. Reisner bleibt somit Präsident der Ärztekammer, obwohl er bei der Wahl am 1. April mit seiner Fraktion nur Zweiter geworden war. Als stimmen- und mandatsstärkste Fraktion war der „Ärzteverband Niederösterreich - Team Dr. Andreas Stippler“ hervorgegangen, die Liste erreichte 19 von 53 Sitzen - mehr dazu in Reisner bleibt Ärztekammer-Präsident (noe.ORF.at, 26.4.2017).

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