St. Pölten: Kulturhauptstadt 2024 mit Umland

Rund um die mögliche Bewerbung St. Pöltens zur Ernennung als europäische Kulturhauptstadt 2024, gibt es nun den Vorschlag der Plattform „KulturhauptSTART“, die Region im Radius von 24 Kilometern mit einzubeziehen.

Laut Statut kann sich nur eine Stadt für die Ernennung zur europäischen Kulturhauptstadt bewerben, sie kann aber eine Region mitnehmen. Das gab es in der Vergangenheit zum Beispiel in Marseille in Frankreich. Dort wurde die Region Provence mit ins Boot geholt, erläutert Jakob Redl von der St. Pöltener Plattform „KulturhauptSTART“ den Hintergrund zur Idee der Erweiterung.

Er nimmt in Anlehnung an das Jahr 2024 einen 24 Kilometer langen Radius rund um die Landeshauptstadt als Grenze: „Da wären genau die Städte Krems, Melk, Neulengbach oder Lilienfeld dabei. Dieses Gebiet könnte die Kernregion für das Kulturhauptstadtjahr bilden.“

Vielfältiges kulturelles Angebot nutzen

In Neulengbach könnte man das Schloss als Veranstaltungsort spannender Kunst nutzen, in Lilienfeld gebe es das Stift und mit der Eisenstraße eine beachtliche Industriegeschichte, so Redl. Auch Melk wäre in dem Kreis enthalten. Bei der Kulturinitiative „Wachau.Kultur.Melk“, die schon bisher mit „Wachau in Echtzeit“, der Kulturwerkstadt Tischlerei und dem innovativen Sommertheater, neue Formen der Kunst auslotet, zeigt man sich interessiert.

„Ich finde die Idee spannend. Ich sehe das durchaus positiv und reizvoll für Melk, eine Vernetzung oder eine Zusammenarbeit in der Region, die es prinzipiell bereits gibt, noch zu intensivieren und auszubauen“, sagt Elisabeth Weigand, Geschäftsführerin der „Wachau.Kultur.Melk“. Und Pater Martin Rotheneder vom Benediktinerstift Melk ergänzt: „Ja, die Idee gefällt mir, wobei natürlich ein großes Fragezeichen gleich zu setzen ist, weil man noch nicht genau weiß, was da überhaupt gefordert ist. Erst wenn die Bedingungen wirklich ausgearbeitet sind, kann man weitere Überlegungen anstellen. Grundsätzlich finde ich die Sache spannend.“

Raum Melk hätte viel Potenzial

Das Stift könnte kulturelles Know-How und ein attraktives Ambiente einbringen, erläutert Pater Martin: "Wir hatten vor kurzem das europäische Brassfestival hier, bis vor kurzem die niederösterreichische Vokalakademie, die eine Woche lang Haydns „Schöpfung" einstudiert und in der Stiftkirche aufgeführt hat. Diese schönen Momente teilen wir jetzt schon mit vielen Veranstaltern und Gästen. Ich sehe darin wirklich eine Form des Teilens.“

„Es gibt sehr viele freiwillige Helfer in Region Melk, die uns bereits unterstützen. Das wird, ohne jetzt bereits mit den Menschen gesprochen zu haben, von Vorteil sein für ein solches Großprojekt“, ergänzt Weigand. Die Herausforderung bestünde darin, wie man das Engagement professionalisiert.

Bewerbung sollte bald erfolgen

Die Plattform „KultuhauptSTART“ rät der Stadt St. Pölten, sich bald zu bewerben. Ein profundes und qualitätsvolles Konzept auf die Beine zu stellen, benötige gute Vorbereitung, so Redl: „Diese Bewerbung, die man Ende des Jahres 2018 abgeben soll, ist sehr umfangreich. Man muss ein Budget vorlegen und beispielweise einen Infrastrukturplan, Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit und einen Plan, wie man die Touristen unterbringen kann, also ein Hotelkonzept.“

Gerade im Bereich der Hotellerie gebe es noch viel zu tun, sind sich „Wachau.Kultur.Melk“ und das Stift einig. Die Bewerbung mit der Region böte eine große Chance zur Verbesserung, ist Pater Martin überzeugt. Seitens der Stadt St. Pölten heißt es, Gespräche zur Bewerbung werden geführt. Entschieden ist noch nichts.

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