Säuglingstod: Vater schüttelte Kind

Nach dem Tod eines drei Monate alten Mädchens aus dem Bezirk Mistelbach ist die Obduktion nun abgeschlossen. Der verdächtige Vater gab zu, das Baby geschüttelt zu haben. Das Kind erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach dem Tod eines drei Monate alten Mädchens aus dem Weinviertel. Das Baby wurde mit Kopfverletzungen im Spital aufgenommen, wo es zwei Tage später starb. Der Vater wurde festgenommen - mehr dazu in Festnahme nach Tod eines Säuglings (noe.ORF.at; 29.7.2017).

Der 29-Jährige, der sich zunächst nicht geständig gezeigt hatte, hat nun eine Aussage gemacht: Der in U-Haft befindliche Mann habe vor dem Haftrichter zugegeben, dass er das drei Monate alte Mädchen geschüttelt habe, sagte Friedrich Köhl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg, am Montag.

Obduktionsergebnis: Schädel-Hirn-Trauma

Bereits seit Samstag konzentrierten sich die Ermittlungen auf den Vater des Mädchens. Er befindet sich in Korneuburg in Untersuchungshaft. Polizeisprecher Heinz Holub bestätigte aber gegenüber noe.ORF.at, dass der Mann bereits wegen eines ähnlichen Delikts in Haft war. „Es hat bereits eine gerichtliche Verurteilung gegeben. Der Mann ist einschlägig vorbestraft“, so Holub.

Die Obduktion des drei Monate alten Mädchens wurde abgeschlossen, so Köhl. Es wurde ein Schädel-Hirn-Trauma festgestellt. Die Mutter des Säuglings befindet sich auf freiem Fuß, die Ermittlungen gegen sie wurden eingestellt.

Allerdings sollen laut Medienberichten die drei weiteren Kinder der Familie von der Jugendwohlfahrt übernommen worden sein. Eine Bestätigung von der Bezirkshauptmannschaft Mistelbach steht noch aus. Ebenso, ob die Familie von den Jugendbehörden unter Beobachtung stand.

Drei weitere Kinder auf Betreuungsplätze aufgeteilt

Von der Bezirkshauptmannschaft Mistelbach hieß es am Montag auf Anfrage, dass die Familie seit dem Zuzug im Herbst 2016 in den Bezirk Mistelbach durch die Kinder- und Jugendhilfe begleitet wurde und die Vorgeschichte des Mannes bekannt war. Die Unterstützung der alleinerziehenden Mutter stand im Vordergrund. „Diese Unterstützung erfolgte im Sinne einer Erziehungsberatung und Nachmittagsbetreuung“, erklärte Bezirkshauptmann Verena Sonnleitner.

Seitens der Kinder- und Jugendhilfe hätten regelmäßig Hausbesuche stattgefunden. Mittlerweile wurden alle Kinder auf verschiedene Betreuungsplätze aufgeteilt und dort untergebracht, heißt es bei der Bezirkshauptmannschaft.

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