„Aktion 20.000“ in Region Baden gut angelaufen

Die „Aktion 20.000“, eine Initiative für Langzeitarbeitslose über 50, ist in der niederösterreichischen Modellregion Baden zur Zufriedenheit des AMS angelaufen. Seit Anfang Juli wurden in 22 Gemeinden insgesamt 47 neue Jobs geschaffen.

Weitere 75 offene Stellen sind dem AMS Baden gemeldet, hieß es bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. In der Pilotphase sollen 100 Vorgemerkte Arbeit finden und in der Folge ab 2018, wenn die Aktion auf ganz Österreich ausgerollt wird, 4.000 im Bundesland, sagte AMS-Landesgeschäftsführer Karl Fakler. Er bezeichnete die Initiative als „menschlich wertvoll"und auch wirtschaftlich: Erfahrungsgemäß würden Menschen nach dem Auslaufen einer Förderung innerhalb von drei Monaten einen anderen Job finden. Zudem würden die Gemeinden Wege überlegen, die derart Angestellten in der Folge weiter zu beschäftigen.

Derzeit 9.000 Beschäftigte mehr als im Vorjahr

618.000 sei die derzeitige Beschäftigtenzahl in Niederösterreich, um 9.000 mehr als im Vorjahr, sprach Landesrat Karl Wilfing (ÖVP) von einem Rekord. "Aktuell verzeichnen wir einen Rückgang der Arbeitslosenquote um 3,4 Prozent und wir haben insgesamt 9.638 offene Stellen gemeldet. Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Juli um 15,6 Prozent gesunken“, führte er weiter aus. Dennoch erfordere die Situation bei der Altersgruppe 50+ weitere Maßnahmen. Laut Fakler stieg zwar der Beschäftigtenstand in dieser Gruppe im Juni um 5,3 Prozent auf 170.493 Beschäftigte, aber auch die Arbeitslosigkeit, und zwar um 6,1 Prozent - bedingt u.a. durch ein höheres Pensionsantrittsalter.

Ebreichsdorfs Bürgermeister Wolfgang Kocevar (SPÖ) bestätigte, dass die neu Beschäftigten top motiviert seien, und unterstrich den sozialen Aspekt. „Lange Arbeitslosigkeit führt dazu, dass Selbstvertrauen und Motivation schwinden“, meinte Badens Bürgermeister Stefan Szirucsek (ÖVP). Er sei „sehr froh über diese neue Chance“, sagte ein 57-jähriger ehemaliger Chauffeur, der seit 2014 arbeitslos war und nun kommunale Grünanlagen pflegt. Ein gleichaltriger Nachrichtentechniker, der zwei Jahre lang auf Jobsuche war, wird ab September bei der Volkshilfe Baden die Notruftelefone betreuen.

Zwei Fördermodelle

Weitere Gemeinden seien eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen, meinte Fakler. Es gebe zwei Fördermodelle: die direkte Anstellung bei Gemeinden oder gemeinnützigen Trägern und sozialen Unternehmen sowie über eine gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung via den Verein „Jugend und Arbeit“ des Landes Niederösterreich.

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