Revolutionäres Schauspiel im Landestheater

Am Freitag startete das Landestheater Niederösterreich in die neue Spielsaison. In ihrer zweiten Ausgabe setzt Intendantin Marie Rötzer auf die „großen Dramatiker“. Eröffnet wird mit Büchners Revolutionsdrama „Dantons Tod“.

„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ - die großen Worte der Französischen Revolution läuten heuer die neue Spielzeit ein. Jene drei revolutionären Schlagworte waren Ende des 18. Jahrhunderts ausschlaggebend für das historische Ereignis. „Die Herrschenden sollen dem Volk dienen, nicht nur einer elitären Minderheit. Doch der Kampf für eine gerechtere Welt wird zu einem blutigen Bürgerkrieg“. So lautet die Ausgangssituation auf der Bühne.

In Georg Büchners Revolutionsdrama fordert der einstige Volksheld Georges Danton das Ende der Revolution. In den letzten Jahren ist er zu Wohlstand gekommen und genießt einen ausschweifenden Lebensstil. Obwohl das Volk noch immer hungert, will er der Revolution ein Ende setzen. Robespierre und seine radikalen Anhänger dagegen wollen die Terrorherrschaft aufrechterhalten.

Politische Ideale von Schauspielern verkörpert

Das Drama wird von der spanischen Regisseurin Alia Luque, die zuletzt mit Grillparzers „Das goldene Vlies“ viele Kritiker am Landetheater überzeugte, inszeniert - mehr dazu in Moderner Grillparzer im Landestheater (noe.ORF.at; 29.8.2016). Sie untersucht „Dantons Tod“ als Wendezeitdrama und stellt die Frage: „Müssen das alte Machtsystem und seine Vertreter vernichtet werden, ehe eine neue Gesellschaft errichtet werden kann?“.

Luque setzt dabei auf viele historische Fakten und philosophische Gedanken. Die politischen Anschauungen stehen auf der Bühne im Vordergrund. „Wir haben uns dazu entschieden nicht die einzelnen Charaktere zu verfolgen, sondern die politischen Positionen. Die Schauspieler übernehmen die politischen Positionen und laden das Publikum ein, mitzudenken“, sagte Dramaturgin Julia Engelmayer gegenüber noe.ORF.at.

Eröffnung Saison 17/18 Dantons Tod
Alexi Pelekanos

Theaterfassung enthält Originalreden

Der deutsche Schriftsteller Büchner wollte mit seinem Werk damals die Missstände aufzeigen. Er schrieb „Dantons Tod“ in einer Zeit, die noch unter dem direkten Einfluss und in genauer Kenntnis der Revolutionsjahre stand. In nur wenigen Wochen und auf Basis von historischen Quellen fertigte er schließlich das Drama an. Er selbst war im Kampf gegen die Unterdrückung der hessischen Landbevölkerung aktiv.

Auch in der Theaterfassung wurde auf jene Originalreden zurückgegriffen. „Auch basiert es auf der Philosophie aus der französischen Revolutionszeit. Tatsächlich ist das Stück also eher komplex“, so Engelmayer.

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