NÖ-Derby: Lederer will „alte Liebe“ besiegen

Auf SKN-St.Pölten-Trainer Oliver Lederer wartet am Samstag in der Fußball-Bundesliga ein Wiedersehen mit seinem Ex-Klub Admira. Freundschaften werden beiseitegelegt, St. Pölten kämpft um den ersten Saisonsieg.

Vergangenen Sonntag versuchte Oliver Lederer zum ersten Mal seit seiner Amtsübernahme dem Tabellenletzten wieder Leben einzuhauchen. Trotz einer deutlichen 1:5-Abfuhr bei der Austria wollte der 39-Jährige viel Positives bei seiner Premiere gesehen haben. Die Zuversicht ist nicht kleiner geworden, im Gegenteil.

„Bis zum ersten Ausschluss haben wir gut gespielt“, analysierte Lederer. Tatsache war, dass der Tabellenletzte beim Stand von 1:1 durchaus mit den Wienern mithalten konnte. Darauf soll im Heimspiel gegen die Admira aufgebaut werden. „Wir wollen unbedingt den ersten Dreier einfahren, ich bin davon überzeugt.“

Ambichl
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Michael Ambichl (r.) wird im Niederösterreich-Derby gesperrt fehlen

Erschwert wird das Vorhaben durch die angespannte Personalsituation. Ambichl und Huber sind nach ihren Platzverweisen gesperrt. Dazu fehlen die Verletzten Ingolitsch, Parker, Schütz, Luxbacher und Hofbauer. Der SKN reagierte auf die Ausfälle am Freitag und gab die Verpflichtung von Ex-Admiraner Eldis Bajrami bekannt, der zuletzt vereinslos war und im Mittelfeld die Lücken des Kaders schließen soll. „Es hilft alles nichts, wir müssen trotzdem schauen, dass wir Ideen entwickeln, die zur Situation passen“, so Lederer. „Wir haben trotzdem gute Chancen, gegen die Admira in die Erfolgsspur zurückzukehren.“

Admira-Vergangenheit zählt nicht

Lederer verlässt sich dabei auch auf sein Wissen um die Stärken des Gegners. Der ehemalige Admira-Coach ist mit vielen Spielern der Südstädter noch freundschaftlich verbunden. „Für Samstag wird das kurz beiseitegelegt, aber es sind Beziehungen entstanden, die etwas Besonderes sind“, meinte der Coach. Die Erinnerungen an seine Phase bei der Admira seien „wunderschön. Doch Erinnerungen dürfen nie größer sein als die Träume, die man für die Zukunft hat.“

Lederer und Baumeister
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Zu Admira-Zeiten noch ein Gespann, stehen sich Oliver Lederer (l.) und Ernst Baumeister (r.) im Niederösterreich-Derby erstmals als Cheftrainer gegenüber

Weniger schön sind die Erinnerungen wohl an Ernst Baumeister, der sich als Admira-Sportdirektor im vergangenen Jänner zumindest nicht gegen die durch die neuen Eigentümer der Südstädter betriebene Trennung von Lederer wehrte. „Wir haben ein neutrales Verhältnis, nicht mehr und nicht weniger“, sagte Lederer und ergänzte, es werde „natürlich“ den obligatorischen Handschlag mit dem wieder auf die Admira-Trainerbank zurückgekehrten Baumeister geben.

Auch der Ex-Internationale wird seinem ehemaligen Südstädter Trainer-Kollegen die Hand reichen. „Dem steht nichts im Wege, wir sind zwei erwachsene Menschen.“ Ansonsten wollte Baumeister nicht allzu viele Worte über Lederer verlieren. „In unserer Branche ist es eben so, dass Trainer kommen und gehen. Für mich ist das ein Match wie jedes andere, wir spielen gegen St. Pölten und nicht gegen Lederer.“

Sportlich hält Baumeister vor dem Derby alle Trümpfe in der Hand. Die Admira kommt mit zwei Siegen in Folge in die NV Arena in die Landeshauptstadt und feierte bei seiner Rückkehr auf die Trainerbank in der Vorwoche einen 2:1-Heimsieg über Tabellenführer Sturm Graz. „Ich hoffe, dass es so weitergeht, aber Geheimrezept habe ich keines. Ich habe von Damir Buric eine intakte Mannschaft übernommen“, sagte der Wiener.

Christoph Gregorites, noe.ORF.at

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