Raimund-Ring an Michael Schottenberg verliehen

Der Raimund-Ring wird an außergewöhnliche Personen des Theaters vergeben. Heuer wurde die Auszeichnung in Pottenstein (Bezirk Baden) an Michael Schottenberg verliehen. Er geht heute aber andere Wege, abseits des Theaters.

Michael Schottenberg war Schauspieler, Regisseur und Theaterintendant. Zehn Jahre war er der Direktor des Wiener Volkstheaters. Mit der Auszeichnung der Raimundgesellschaft reiht er sich in eine Liste prominenter Personen ein. Ulli Fessl, Christian Futterknecht, André Heller sowie Christiane Hörbiger zählen zu den Trägern des Raimund-Rings. Zuletzt wurde er im Jahr 2015 an Cornelius Obonya verliehen.

Raimund-Ring „macht mich sehr stolz“

„Mir bedeutet das sehr, sehr viel, dass mir dieser Ring verliehen wurde“, sagte Schottenberg bei der Verleihung, „man muss sich nur anschauen, wer den schon alles bekommen hat. Was sind das für Lichtgestalten des Theaters in Österreich und da dabei sein zu dürfen macht mich sehr stolz.“

Raimund-Ring Michael Schottenberg Pottenstein
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Pottensteins Bürgermeisterin Eva Baja-Wendl übergab den Raimund-Ring an Michael Schottenberg

Erni Mangold hielt Laudatio für „Schotti“

Schauspielerin Erni Mangold, eine langjährige Wegbegleiterin Schottenbergs, hielt bei der Verleihung die Laudatio für „Schotti“. Dabei erzählte sie von der ersten Begegnung mit dem jungen Schottenberg: „Als ich 72 am Mozarteum Salzburg ein Block-Seminar abhielt, befand sich unter den Studenten auch ein dünner und sehr langer Bursche mit einer merkwürdigen, großen Nase. Und ich sagte zu dir: ,Mein Gott, haben Sie eine große Nase.’ Das war die Begrüßung.“

Raimund-Ring Michael Schottenberg Pottenstein
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Schottenberg zeigte sich gerührt von Erni Mangolds Laudatio

Mangold ließ das vielfältige Leben Schottenbergs - als Schauspieler, Regisseur und Theatermacher - in ihrer Laudatio Revue passieren. Und kam schließlich zu seiner letzten Inszenierung am Volkstheater, Shakesspeares „Sommernachtstraum“. Mangold spielte damals Puck. „Dass ich in deiner letzten Produktion am Volkstheater dabei war, hat mich sehr glücklich gemacht. Das Theater war gerammelt voll und wir hätten das Stück ruhig noch ein halbes Jahr weiter spielen können. Aber wie heißt es: Wenn es am Schönsten ist, hört man auf“, so Mangold.

Schottenberg auf neuen Wegen

Und das tat Schottenberg auch. Heute hat er dem Theater und dem Film den Rücken zugekehrt. Er ist nun Weltenbummler und schreibt Bücher über seine Reisen. Sein erstes Buch „Von der Bühne in die Welt - Unterwegs in Vietnam“ ist vor Kurzem erschienen. Zwei weitere Bücher sind schon geschrieben, wie er verrät. Eines handelt von einer drei-wöchigen Reise als Crew-Mitglied auf einem Frachtschiff und eines von seiner Reise nach Burma.

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Theatermacher und Weltenbummler - für Schottenberg gibt es Ähnlichkeiten. „Im Grunde genommen war mein ganzes Leben eine Reise - auch die Theaterinszenierungen und die Filme. All das, was ich gemacht habe, waren kleine Reisen. Man weiß nie, wie man ankommt. Wann man ankommt, ahnt man, nämlich bei der Premiere, aber was unterdessen passiert, weiß man natürlich nie“, so Schottenberg.

„Herzklopfen, wie ich es lange nicht mehr hatte“

„Ich bin schon immer zwischen meinen Arbeiten in der Welt herum gereist, speziell im südost-asiatischen Raum“, erzählt Schottenberg, „als ich den Job im Volkstheater zurückgelegt habe, bin ich zwei Monate später zu dieser Reise aufgebrochen.“

Bei seiner Ansprache las er aus seinem Buch und machte klar, dass er es durch die Vietnam-Reise geschafft hat, wieder zu sich selbst zu finden: „Jetzt, am Beginn eines neuen Weges, bin ich aufgeregt und ich habe Herzklopfen, wie ich es lange nicht mehr hatte - und das ist es, was ich auf dieser Reise wieder gefunden habe: Mich selbst.“

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