Neues System für Blaulichtorganisationen ab 2018

Eine einzige Notrufnummer für alle Notrufe, so lautet die Vision des Innenministeriums. Seit drei Jahren wird zusammen mit Niederösterreich an einer Umsetzung gearbeitet. Das neue System soll jetzt in Betrieb genommen werden.

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) hat große Pläne für das Einsatzleit- und Kommunikationssystem (ELKOS), das am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert wurde. Nicht nur, dass die Helfer bei Anrufen schneller am Ort des Geschehens sein sollen, will man alle Blaulichtorganisationen einbinden und letztlich über eine einzige Telefonnummer erreichbar machen.

Nach einer Ausschreibung hat die Bietergemeinschaft Frequentis-Hexagon-Intergraph den Zuschlag für das 13 Millionen Euro teure Leitsystem erhalten. Dieses wird nun Schritt für Schritt implementiert und im September 2018 in den Echtbetrieb gehen, sagte Sobotka.

Die Vorteile sollen bei den Menschen in Not ankommen, betonte Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) am Montag. „Mit diesem System schaffen wir die raschere Alarmierung der Einsatzkräfte, eine noch bessere Abstimmung und vor allem eine noch bessere und noch schnellere Hilfe für die Menschen“, sagte Pernkopf.

Verstärkung soll rascher organisiert werden

Neben dem technischen Fortschritt hat man sich auch eine organisatorische Umstrukturierung vorgenommen: Statt den bisher neun Landesleitzentralen sowie 90 Bezirks- und Stadtleitstellen wird es danach nur mehr eine pro Bundesland geben. Die dadurch frei werdenden Mitarbeiter werden teilweise dort Dienst machen bzw. für andere Aufgaben frei.

Wie Michaela Kardeis, Generaldirektorin für die öffentliche Sicherheit, an einem Beispiel klar machte, will man durch diese Umstellung die Einsatzkräfte auch über die bisherigen „Grenzen“ der Leitzentralen anfordern und so jene Funkstreifen einsetzen, die am nächsten am Geschehen sind. Durch ELKOS sollen auf den Karten alle Kräfte angezeigt werden sowie die Informationen zum Notfall abrufbar sein.

Durch einen einzigen Knopfdruck kann dann die Polizei auch Rettung oder Feuerwehr anfordern, ohne dass weitere Anrufe notwendig sind. „Hier geht es um Sekunden“, sagte Kardeis. Verstärkungen könnten ebenfalls rascher organisiert sowie Informationen wie Gebäude- oder Einsatzpläne direkt an die Helfer übermittelt werden.

Eine Nummer für alle Blaulichtorganisationen

Wie Norbert Haslacher von Frequentis ausführte, kann ELKOS bei Bedarf um weitere Module ausgebaut werden, was ganz den Intentionen des Innenministeriums entspricht. In einem ersten Schritt werden nämlich die Niederösterreichischen Feuerwehren eingebunden. „Das ist der Kern für den Anfang, bei dem wir alles testen werden“, meinte Sobotka.

„Ende der Fahnenstange ist das Ziel, es für die Bevölkerung einfacher und sicherer zu machen“, so der Innenminister. Die bisherigen Notrufnummern 122, 133, 144 sowie das europäische 112, das vor allem von ausländischen Gästen verwendet wird, seien gut eingeführt. Durch technische Maßnahmen ließe sich einfach umsetzen, dass alle Anrufer direkt bei ELKOS landen. Und für zukünftige Generationen könne es dann auch eine einzige Notrufnummer für alle Blaulichtorganisationen geben.

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