Marchfeldschlösser widmen sich dem Essen

Schloss Hof und Schloss Niederweiden in Niederösterreich widmen sich von 2018 bis 2020 in einer interaktiven Ausstellung der Frage: „Warum isst die Welt, wie sie isst?“ Besucher können in die komplexe Welt des Essens eintauchen.

Der Bogen spannt sich von Tischmanieren bis hin zu Auswirkungen auf den Einzelnen, Gesellschaft und Umwelt, hieß es bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien. Derzeit stehen die Marchfeldschlösser noch ganz im Zeichen des 300. Geburtstages von Regentin Maria Theresia, ab März kommenden Jahres wird das komplexe Thema Gaumenfreuden von den malerischen ehemaligen Adelsresidenzen Schloss Hof und Niederweiden übernommen.

Drei aufeinanderfolgende Ausstellungen gehen zwischen 2018 und 2020 der Frage „Warum isst die Welt, wie sie isst?“ nach. „Essen betrifft uns alle“, erklärte Kurator Alexander Szadeczky. Die interaktive Sonderschau, die für alle Altersklassen geeignet ist und nicht zuletzt auf haptisch-sinnliche Vermittlung setzt, will Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Nahrungsaufnahme beleuchten und dabei auch ungewöhnliche Ansätze vermitteln.

Spielerisch in Sinnesfreuden eintauchen

Zwei der sechs Marchfelderschlösser dienen als adäquater Rahmen, rein historisch soll die Betrachtung aber auf keinen Fall erfolgen. Der Blick nach vorne sei ein wesentlicher Bestandteil. „Schloss Hof war immer schon progressiv“ zeigte sich Birgit Lindner, Leiterin des Gästeservices, überzeugt. Im barocken Niederweiden stand die Jagd lange im Fokus, nächstes Jahr wird die Palette wieder ein Stück erweitert. „Wir konsumieren Werte, Traditionen und Identitäten mit unserem Essen“ erläuterte die Ernährungswissenschaftlerin und Soziologin Walpurga Weiß.

Schloss Hof
Hertha Hurnaus
Schloss Hof

Besucher jeden Alters sollen spielerisch eintauchen in die komplexe Thematik lukullischer Sinnenfreuden. Aber auch berechtigte Skepsis wird beleuchtet: So spart man etwa strenge Tischmanieren, religiös-kulturelle Vorgaben oder negative Auswirkungen diverser Praktiken auf Flora, Fauna und Menschheit nicht aus. Die imperialen Rahmenbedingungen wie Schaubeete und Gutshof runden das Angebot im Dreiländereck ab.

Den Anfang macht im kommenden Jahr der erste Teil unter dem Titel „Aus der Erde auf den Teller“, der auf Produktion, Distribution und Konsumation fokussiert. 2019 folgt „Vom Produzenten zum Konsumenten“, und den Abschluss bildet „Was vom Essen übrig bleibt“.

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