Karl Korab: Unermüdlich im Schaffen

Zum 80. Geburtstag des Malers Karl Korab ist ein Buch über das Lebenswerk des Künstlers mit Wohnsitz im Waldviertel erschienen. Es wurde gemeinsam mit den neuen Gemälden Korabs im ORF Niederösterreich präsentiert.

Fragt man Karl Korab, ob man Talent zum Malen habe, so antwortet er: „Wenn Sie es nicht selbst wissen, gehen Sie nach Hause.“ Der Maler mit Wohnsitz in Sonndorf (Bezirk Horn) ist einer der bekanntesten bildenden Künstler Österreichs. Er besitzt zwar keine genauen Aufzeichnungen, schätzt aber die Zahl seiner Werk auf über 5.000, die bei Sammlern und Privatpersonen sehr begehrt sind.

Am glücklichsten macht ihn, wenn die Menschen sich von seinen Werken berühren lassen, sagt Korab. Ein halbes Jahr nach seinem 80. Geburtstag kam ein Buch über sein malerisches Oeuvre heraus. Die Monographie ist nach Schaffensperioden gegliedert und zeigt mehr als 300 Werke, wobei nur Ölgemälde und Collagen berücksichtigt wurden.

Korab: „Malen ist mein Lebenselixier“

Vor mehr als 60 Jahren begann Karl Korab, beeinflusst von den Werken Oskar Kokoschkas, zunächst als expressionistischer Maler. An der Wiener Akademie, wo er bei Sergius Pauser studierte, kam er sehr bald mit der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, vertreten durch Ernst Fuchs und Rudolf Hausner, in Berührung, und schloss sich diesem Malstil an.

Karl Korab Ausstellung und Buchpräsentation
ORF
Karl Korab: „Ich male jeden Tag. Das ist mein Lebenselixier. Ich wüsste nicht, was ich sonst machen könnte“

Schon bald entwickelte Karl Korab seinen eigenen Malstil, den er bis heute verfeinert und weiterentwickelt. Er war der Erste, der ein Buch über Waldviertler Dörfer herausgab, und so dieser Region durch seine Collagen und Zeichnungen zu einer visuellen Identität verhalf. In den Bildern findet man keine getreuen Abbildungen der Wirklichkeit, es geht Karl Korab um Formen und um künstlerische Kompositionen.

Carl Aigner vom Museum Niederösterreich arbeitet mit Karl Korab und ist auch seit langem mit ihm befreundet. Er sagt zur Landschaftsmalerei des Künstlers: „Korab blieb nicht an der Oberfläche der Landschaft. Er hat nicht die ökologische Kritik in den Vordergrund gestellt, wie das die Vertreter der Land Art der 1960er und 1970er Jahre taten. Er war behutsamer. Bei Korab steckt auch drinnen: Woher kommen wir, wo stehen wir? Das Zivilisatorische arbeitet er in Relikten´ein, die er in der Natur gefunden hat, das sind Bausteine seiner Bilder. Am Ende des Tages steht aber die Komposition und nicht die Realität.“

Karl Korab Ausstellung und Buchpräsentation
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Im Foyer des ORF Landesstudios Niederösterreich in St. Pölten werden die neuesten Werke Korabs gezeigt

Weltweit mit seinen Ausstellungen erfolgreich

Karl Korab meint dazu: „Ich male meine eigene Landschaft, die ich erlebe, und forme sie um zu einer neuen Realität.“ Menschen malt Korab heute nur noch selten, dafür ging es in seinen früheren Jahren oft um Menschen und Masken. Heute malt der 80-Jährige nicht das Menschenbild, er malt die Spuren, die der Mensch hinterlassen hat. Korabs Werke verkaufen sich in alle Welt, seine Ausstellungen in Japan und in den USA waren immer ausverkauft, kein einziges Bild kehrte nach Hause zurück.

Anlässlich der Buchpräsentation und einer kleinen Werkschau der neuesten Gemälde im Foyer des Landesstudios Niederösterreich in St. Pölten sagte der Hausherr, Landesdirektor Norbert Gollinger: „Kultur spielt im ORF Niederösterreich eine große Rolle, nicht nur weil es ein Teil des Programmauftrages ist, sondern auch von unserem Selbstverständnis her. Es ist uns auch wichtig, unser kleines Studio zu öffnen, um Begegnungen zwischen Künstlern und Menschen zu ermöglichen.“

Karl Korab, der keine Schüler mehr annimmt, um möglichst viel Zeit mit dem Malen zu verbringen, arbeitet zehn bis zwölf Stunden an sechs Tagen in der Woche und denkt nicht an Pension. „Das Malen ist mein Leben. Ich male, bis mir der Pinsel aus der Hand fällt.“

Karina Fibich, noe.ORF.at

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