Bezirk Scheibbs ist Spitzenreiter bei Alkounfällen

Zwischen Anfang 2013 und Mitte 2017 ist es in Niederösterreich zu mehr als 2.140 Autounfällen unter Alkoholeinfluss gekommen. Nicht nur in Niederösterreich, sondern sogar österreichweit, ist der Bezirk Scheibbs trauriger Spitzenreiter.

Bei der Häufigkeit der Unfälle durch Alkohol gibt es in den niederösterreichischen Gemeinden große Unterschiede. Das zeigt die aktuelle Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Statistik Austria. In Wiener Neustadt und im Bezirk Mödling war der Anteil der Alkounfälle, im Zeitraum 2013 bis inklusive erstes Halbjahr 2017, beispielsweise am niedrigsten - mit 4,1 Prozent.

Im Bezirk Scheibbs hingegen lag der Anteil bei 11,4 Prozent. Das ist nicht nur in Niederösterreich, sondern auch österreichweit der höchste Anteil von Alkounfällen. Am zweithöchsten ist der Anteil in Niederösterreich im Bezirk Tulln mit 8,9 Prozent.

Insgesamt wurden in Niederösterreich im Untersuchungszeitraum bei 2.140 Alkounfällen 2.693 Personen verletzt, 23 Menschen kamen ums Leben. Die meisten Todesopfer durch Alkounfälle waren im Bezirk Mistelbach mit vier zu beklagen, im Bezirk Bruck an der Leitha starben wegen Alkohol am Steuer drei Menschen.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Österreichweit weisen Städte den niedrigsten Anteil an Alkounfällen auf. Das öffentliche Verkehrsangebot in den Städten sowie die Möglichkeit mit dem Taxi oder zu Fuß nach Hause zu kommen, seien die Hauptgründe für den niedrigeren Anteil von Alkounfällen in den Städten, heißt es von Seiten des VCÖ.

„In dünner besiedelten Regionen kann mit Nacht- und Discobussen sowie Anrufsammeltaxis die Zahl der Alko-Unfälle verringert werden“, so VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Häufig würden diese für die Verkehrssicherheit wichtigen Angebote an der Finanzierung scheitern, sagt Gratzer. Deshalb schlägt der VCÖ vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für die Einführung von Anrufsammeltaxis, Nachtbussen und Gemeindebussen zweckgewidmet wird. Zudem fordert der VCÖ die Errichtung sicherer Gehwege zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ortsgebiet. Denn immer wieder komme es zu schweren Unfällen, wenn Personen in der Nacht entlang einer Freilandstraße nach Hause gehen, so der VCÖ.

VCÖ warnt vor Gefahr in Adventzeit

Vor allem in der Adventzeit rät der VCÖ zur Vorsicht, denn „Adventzeit ist auch Punschzeit“. Aufgrund der Süße werde die Wirkung von Punsch oft unterschätzt, heißt es. Zudem könne der Alkoholgehalt je Punsch und Punschstand stark variieren. Laut VCÖ kann bei 0,5 Promille das Unfallrisiko auf das Doppelte steigen, bei 1,0 Promille auf das 7-Fache und bei zwei Promille auf das 35-Fache. Der VCÖ empfiehlt daher, bei einem Besuch auf dem Adventmarkt das Auto zu Hause zu lassen und auf Mitfahrgelegenheiten umzusteigen. Im vergangenen Dezember wurden in Niederösterreich bei 35 Alko-Unfällen 42 Personen verletzt.

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