Kulturhauptstadt: St. Pölten präsentiert Fahrplan

Seit September ist es fix: St. Pölten bewirbt sich zur Europäischen Kulturhauptstadt 2024. In der Bühne im Hof in St. Pölten fand dazu am Dienstagabend der Auftakt statt. Dabei wurde der Fahrplan für die Bewerbung präsentiert.

In einem ersten Schritt soll eine Analyse der „Ist-Situation“ von St. Pölten gemacht werden, sagten die Projektverantwortlichen Michael Duscher und Jakob Redl Dienstagabend auf der Bühne. Dabei sollen alle Bereiche, von der Wirtschaft bis zur Kultur, durchleuchtet werden. „Die Integration aller Bevölkerungsgruppen und die Nachhaltigkeit der entwickelten Strategien sind zentral für die Analyse- und Planungsarbeit“, sagte Duscher als operativer Geschäftsführer.

Auf der Analyse aufbauend soll eine Kulturstrategie für St. Pölten entwickelt werden. Auch die umliegenden Regionen sollen eingebunden werden - mehr dazu in St. Pölten: Kulturhauptstadt 2024 mit Umland (noe.ORF.at; 25.7.2017). „Das ist wirklich eine historische Chance. Vor neun Jahren bzw. vor 14 Jahren waren wir noch nicht so weit, da waren wir in einem Entwicklungsprozess. Jetzt sind wir so weit, und bei so einer Bewerbung geht es auch um den richtigen Zeitpunkt“, so Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ).

St. Pölten Bewerbung Kulturhauptstadt
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Stadler und Mikl-Leitner beim Auftakt in der Bühne im Hof

Mikl-Leitner: „Werden Titel nach St. Pölten holen“

Der Fahrplan für die kommenden Jahre ist fix vorgegeben: Bis Ende 2018 müssen die jeweiligen Bewerbungskonzepte vorliegen. Im Februar 2019 wird schließlich die Shortlist der EU-Jury präsentiert. Die in die engere Auswahl gekommenen Städte müssen dann ihre Vorhaben konkretisieren, bevor die Jury im Dezember 2019 ihre Entscheidung fällt. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zeigte sich optimistisch: „Wenn man diese Begeisterung hier erlebt, von den Geschäftsführern und von den Bürgerinnen und Bürgern, dann war dies die richtige Entscheidung. Wenn wir uns alle voll und ganz einbringen, dann werden wir diesen Titel auch nach St. Pölten holen“, so die Landeshauptfrau Dienstagabend.

Neben St. Pölten stellten die Region Rheintal (mit Dornbirn, Feldkirch und Hohenems), Bad Ischl mit der Region Salzkammergut sowie die Region Obersteiermark West (mit Judenburg und Murau) Projekte vor. Die Entscheidung St. Pöltens zur Bewerbung verkündeten Mitte September gemeinsam Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister Matthias Stadler - mehr dazu in St. Pölten bewirbt sich als Kulturhauptstadt 2024 (noe.ORF.at; 15.9.2017).

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Graz und Linz bisher österreichische Vertreter

Die Europäische Union verleiht den Titel Kulturhauptstadt seit 1985. Ziel der Initiative ist es laut EU-Kommission unter anderem, den „Reichtum und die Vielfalt der Kulturen Europas hervorzuheben“, den Tourismus zu fördern und das Image der Städte international, aber auch bei den Bewohnern selbst zu verbessern. Außerdem soll das Gefühl der Europäer gestärkt werden, einem gemeinsamen Kulturkreis anzugehören.

Für jede Kulturhauptstadt sind 1,5 Millionen Euro vorgesehen, die im Rahmen des „Melina Mercouri Preises“ an die ausgewählten Städte vergeben werden können. Erste Kulturhauptstadt war Athen. 2003 war Graz Kulturhauptstadt, 2009 folgte als nächste österreichische Stadt Linz. Das nächste Mal ist Österreich dann wieder 2024 an der Reihe.

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