Mobilität: Die Positionen der Parteien

Niederösterreich ist ein Flächenbundesland, viele Menschen bewegt das Thema Mobilität. noe.ORF.at hat die wichtigsten Positionen und Ziele der landesweit kandidierenden Parteien zum Thema Mobilität recherchiert.

Niederösterreich ist ein Land der Pendlerinnen und Pendler. 600.000 Fahrgäste zählen täglich die öffentlichen Verkehrsmittel in Niederösterreich. Die Tendenz ist steigend, denn die Nutzung des öffentlichen Verkehrs wächst hierzulande im Jahr um etwa acht Prozent.

Verkehr in Deutsch Wagram
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Bei den Pkw-Besitzern liegt Niederösterreich im Bundesländervergleich auf Platz zwei, sechs von zehn Menschen in Niederösterreich besitzen ein Auto. Die Menschen werden also immer mobiler und viele beschäftigt etwa die Frage, wie komme ich in die Arbeit. noe.ORF.at hat die Antworten der Politik.

ÖVP setzt auf 3,3 Milliarden Euro Mobilitätspakt

Für die Landeshauptfrau und ÖVP-Spitzenkandidatin Johanna Mikl-Leitner stellt die Mobilität eine große Herausforderung dar, wie sie im Interview sagt. Ein Mobilitätspakt soll in den nächsten fünf Jahren laut Mikl-Leitner zahlreiche Projekte in dem Bereich ermöglichen. „In einem Flächenbundesland wie Niederösterreich sind große Distanzen Normalität und da ist es unsere Aufgabe von Seiten der Politik die Verkehrslage schneller zu machen und die Distanzen kürzer zu machen, für unsere niederösterreichischen Landsleute“, so Mikl-Leitner.

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„Aus dieser Grundlage haben wir auch einen Mobilitätspakt abgeschlossen, zwischen dem Bundesland Niederösterreich und dem Bund. 3,3 Milliarden Euro werden in den nächsten Jahren investiert, um eben den Individualverkehr besser mit dem öffentlichen Verkehr verbinden zu können und den städtischen Bereich mit dem ländlichen Bereich besser anbinden zu können.“

SPÖ setzt auf U-Bahn-Ausbau rund um Wien

Landesrat und SPÖ-Spitzenkandidat Franz Schnabl rückt den U-Bahnausbau in den Mittelpunkt. Die Sozialdemokraten hätten Schwerpunkte im Bereich Ausbau des öffentlichen Verkehrs und auch im Ausbau des übergeordneten Straßennetzes. „Der öffentliche Verkehr hat ganz konkret mit den Projekten Verlängerung der U-Bahn in die Ballungsräume rund um Wien zu tun, von der U3 nach Schwechat bis zur U4 nach Klosterneuburg und Purkersdorf“, sagt Schnabl.

Zudem soll die Taktung der Schnellbahn ausgebaut werden. Im Straßenbereich betont Schnabl die Wichtigkeit des Baus der Waldviertelautobahn. „Die Waldviertelautobahn und natürlich auch die Stärkung des übergeordneten Verkehrsnetzes hat ganz besondere Bedeutung für die Wirtschaft in Niederösterreich.“

NEOS für Ausbau der S-Bahn- und Bus-Verbindungen

Für NEOS sei Mobilität mehr als nur eine Frage der Verkehrspolitik, es gehe auch um einen lebendigen ländlichen Raum. In diesem Zusammenhang führt Spitzenkandidatin Indra Collini auch die Notwendigkeit von ausreichenden Kinderbetreuungsplätzen und den Breitbandausbau an. „Der Speckgürtel hingegen hat andere Herausforderungen: Hier brauchen wir eine schnelle, pragmatische und effiziente Lösung. Für NEOS ist deswegen der Ausbau der U-Bahn, der schon seit Jahren diskutiert wird, nicht der beste Weg. Wir denken, dass die bestehenden S-Bahn und Bus-Verbindungen massiv ausgebaut und verstärkt gehören“, sagt Collini.

FPÖ fordert Bau der Waldviertelautobahn

Für den Landtagsabgeordneten und Spitzenkandidaten der FPÖ, Udo Landbauer, ist die Mobilität zu einem Problem geworden, wie er gegenüber noe.ORF.at sagt. „Wir sehen, dass landesweit 170.000 Pendler auspendeln. Die Hälfte aller Beschäftigten in Niederösterreich pendelt in einen anderen Bezirk, da haben wir es mit ganz großen Problemen zu tun.“

Auch Landbauer sieht die Waldviertelautobahn im Fokus. „Da haben wir in Zusammenhang mit dem ländlichen Raum die Thematik von Regionen, die mit der Straße nicht so gut erschlossen sind, da gehört das Waldviertel dazu. Deswegen bekräftigen wir erneut unsere Forderung nach einem flotten und zügigen Bau der Waldviertelautobahn“, so Landbauer.

Grüne wollen 365-Euro-Jahresticket

Für Helga Krismer, die Klubobfrau und Spitzenkandidatin der Grünen, ist das 365-Euro-Jahresticket für öffentliche Verkehrsmittel der zentrale Punkt, denn die Grünen würden in Niederösterreich laut Krismer für öffentlichen Verkehr stehen.

Sendungshinweis:

„NÖ heute“, 11.12.2017

Das 365-Euro-Ticket sei das zentrale Element, so die Spitzenkandidatin: „Weil es damit günstig ist, für die, die in Niederösterreich mobil sein wollen. Es ist so, dass dann mehr Menschen in Niederösterreich dieses Ticket wollen und wenn es mehr wollen, dann wird die Politik gezwungen sein, die Strecken auszubauen und wieder Schienen zu legen. Das 365-Euro-Ticket, da fährt die Eisenbahn drüber, das brauchen wir“, sagt Krismer.

Benedikt Fuchs und Claudia Schubert, noe.ORF.at

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