In 24 Minuten durch ganz Niederösterreich

In der Modellbahnwelt Schiltern (Bezirk Krems) kann man Niederösterreichs schönste Plätze im Maßstab 1:87 bestaunen. Vor kurzem wurde der zweite Raum eröffnet - mit dem Alpenvorland und der Burgruine Dürnstein.

Alle Einsteigen, der Zug fährt ab! Los geht es bei der Burgruine Dürnstein. Danach geht es über das „Kalte Rinne“-Viadukt den Semmering hinauf. Zuvor wird aber noch der Kleine Krausel-Tunnel passiert, der zu Österreichs kürzesten Tunnel zählt. In Wirklichkeit ist er 13,8 Meter lang, in der Modellbahnwelt Schiltern kommt er gerade mal auf knappe acht Zentimeter. Vorbei an dem Ghega Museum und dem Südbahnhotel geht es dann über die Angertalbrücke auf den vier Meter hohen Schneeberg.

Halt gemacht wird bei der Station Baumgartner, wo es ja die berühmten Schneebergbuchteln gibt. Auch Niederösterreichs höchste Schutzhütte, die Fischerhütte, darf nicht fehlen: Normalerweise liegt diese auf 2.050 Meter Seehöhe, hier jedoch nur auf 3,8 Metern. Abschließend geht es an einer Schrebergartensiedlung vorbei ins Weinviertel, wo man an einer für diese Gegend typischen Kellergasse vorbeikommt.

Mini-Niederösterreich aus Karton und Gips

Auf insgesamt 240 Quadratmetern kann man in der Modellbahnwelt im Schloss Schiltern einmal quer durch ganz Niederösterreich spazieren. Im November 2016 wurde die Modellbahnwelt eröffnet, im April 2017 wurde der erste Abschnitt, der unter anderem originalgetreu den Sankt Pöltner Bahnhof, das Regierungsviertel und die Kaserne Mautern darstellt, eröffnet. „Im Mai haben wir mit dem Bau des zweiten Abschnitts begonnen und haben insgesamt 17.000 Arbeitsstunden investiert. Wir haben 2,5 Kilometer zusätzliche Schienen verbaut“, erklärt Christian Marangoni, der Projektleiter der Modellbahnwelt Schiltern. Insgesamt umfasst die Anlage derzeit 4,5 Kilometer Schienenmaterial, knapp 450 Weichen und 125 Kilometer Kabeln.

Die schönsten Plätze Niederösterreichs

Mit viel Liebe zum Detail werden in der Modellbahnwelt im Schloss Schiltern Niederösterreichs schönste Plätze nachgestellt.

Mehr als 40.000 Bäume, 70.000 Büsche und 7.500 handbemalte Figuren findet man in der Landschaft. Mit nur wenigen Ausnahmen stellt Christian Marangoni die Gebäude selbst her. In einem 2D-Verfahren werden die Vorlagen mit einem Lasercutter aus Karton ausgeschnitten und dann in 3D aufgebaut. Auch die Landschaft wird aus Gips handgefertigt.

Fertig ist die Modellbahnwelt noch lange nicht

Anfang Jänner soll der Baubeginn im dritten Raum starten. Der Tiergarten Schönbrunn steht bereits. „Wir wollen dort weitere Teile der Wiener Innenstadt hineinbauen, beispielsweise den Stephansdom, die Oper, Teile des Naschmarktes, den Wiener Prater und den Meidlinger Bahnhof“, freut sich Marangoni.

Eine Stunde dauert in Mini-Niederösterreich übrigens nur eine Minute. Durch eine Tag-und-Nacht-Licht-Schaltung kann man so etwa den Sonnenaufgang über dem Semmering oder ein mitternächtliches Gewitter über der Burgruine Dürnstein erleben. So geht sich ein ganzer Tag in Niederösterreich in nur 24 Minuten aus.

Caroline Ferstl, noe.ORF.at

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