Gemeinsame Strategie für Skigebiete

Neun Skigebiete in Niederösterreich versuchen seit 2013 gemeinsame Probleme auch gemeinsam zu lösen - mit Erfolg wie eine neue Studie zeigt. Das Programm „Bergerlebnis in Niederösterreich“ des Landes wird daher verlängert.

In Niederösterreichs größeren Skigebieten ist man mit der Schnee- und Buchungslage in der Wintersaison bisher weitgehend zufrieden. Doch Erfahrungen und Prognosen zeigen, dass die Schneesicherheit nicht in jedem Winter gleich gut ist. Um das volle wirtschaftliche Potential auszuschöpfen, müssen die Touristen das ganze Jahr über gelockt werden. In Gegenden, die häufig von Abwanderung und Überalterung bedroht sind, hängen davon in der Regel zahlreiche Arbeitsplätze und regionale Lebensqualität ab.

Möglichst einheitliche Strategie

Mit dem Programm „Bergerlebnis in Niederösterreich“, das das Land 2013 für vorläufig fünf Jahre über seine Wirtschaftsagentur ecoplus startete, sollte erstmals eine möglichst einheitliche Strategie für heimische Zentren des Alpintourismus geschaffen werden. Neun Orte beteiligten sich an der Aktion: im Mostviertel Göstling an der Ybbs, Lackenhof am Ötscher (beide Bezirk Scheibbs), Mitterbach am Erlaufsee und Annaberg (beide Bezirk Lilienfeld), in den Wiener Alpen der Semmering, St. Corona am Wechsel, Puchberg am Schneeberg, Reichenau an der Rax und Mönichkirchen (alle Bezirk Neunkirchen).

Wintersport Urlaub Skifahren Kinder
Niederösterreich-Werbung/Michael Liebert

Zum Teil werden die Liftanlagen in diesen Orten vom Land, genauer gesagt von der ecoplus-Tochter NÖ Bergbahnen Beteiligungsgesellschaft, betrieben, etwa am Hochkar und in St. Corona. Andere, darunter das jüngst in die Schlagzeilen geratene Skigebiet am Semmering, befinden sich nach wie vor in privater Hand. Im Rahmen des „Bergerlebnis“-Programms wurden in den vergangenen fünf Jahren hunderte kleinere und größere Projekte in der Planung unterstützt und durch Gelder aus verschiedenen öffentlichen Töpfen gefördert. Darunter fielen Sanierungen von Liftanlagen und Erweiterungen von Hotels genauso wie Spezialisierungen, wie etwa die „Familienarena“ in St. Corona.

Konkurrenz mit Westen nicht möglich

Es sei jedenfalls nicht das große Ziel gewesen, nur mit den großen Skigebieten in den westlichen Bundesländern zu konkurrieren - denn das sei schlicht nicht möglich, konstatierte Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav (ÖVP) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz: „Unsere Berge haben ganz andere Zielgruppen und eine ganz andere Performance. Wir wollen die Hausberge sein für die Wienerinnen und Wiener, für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher und vor allem für die osteuropäischen Nachbarländer.“

Bergerlebnisse NÖ
ORF

Da die ursprüngliche fünfjährige Laufzeit des Programms mit April 2018 ausläuft, stellte sich nun die Frage nach einer möglichen Verlängerung. Dazu gab das Land bei einem externen Institut eine qualitative und quantitative Studie in Auftrag. Laut Bohuslav gebe es hier durchwegs positive Ergebnisse: „Das Programm hat ganz neue Netzwerke etabliert. Es ist zu destinationsübergreifendem Austausch und gemeinsamem Lernen gekommen.“ Man wolle diesen Weg nun weitergehen. Hieß das alte Programm BIN („Bergerlebnis in Niederösterreich “) 2018, so wird das neue BIN 2023 genannt.

Dabei will Bohuslav stärker als bisher auf einzelne Schlüsselprojekte setzen. Geplant ist ein „destinationsübergreifender Marketingverbund zum Thema ‚Bergerlebnis‘“, aber auch ein stärkerer Fokus auf Sommersportarten wie Mountainbiken und Wandern.

Gesprächsbereitschaft beim Thema Semmering

Ob für Bohuslav eine Betriebsübernahme des Landes am Semmering, wie sie die Panhans-Gruppe vor wenigen Wochen ausgeschlagen hatte, endgültig vom Tisch sei? Für die laufende Saison sei der Betrieb gesichert und für die Zukunft zeigte sich die Tourismuslandesrätin weiterhin gesprächsbereit: „Wir wissen um die Wichtigkeit des Semmerings und er liegt uns sehr am Herzen. Wir werden immer gesprächsbereit sein, egal, welche Probleme es gibt.“ Die Entscheidung, betonte Bohuslav, liege hier aber letztlich beim Eigentümer.

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