FPÖ: Waldhäusl wird offenbar Landesrat

Die Frage, wer für die FPÖ in die Landesregierung einzieht, scheint entschieden. Nicht Spitzenkandidat Udo Landbauer, sondern Gottfried Waldhäusl dürfte Landesrat werden. Waldhäusl hatte am Montag noch abgewunken.

Waldhäusl spricht gegenüber noe.ORF.at von einer Entscheidung „für die Region, vor allem aber für Niederösterreich und die FPÖ in dieser schwierigen Situation.“ Am Montagvormittag sagte er auf die Frage, ob er als Landesrat zur Verfügung stehe, noch: „Ich wehre mich momentan mit Händen und Füßen.“

Am Dienstagnachmittag rückte Waldhäusl, der in den nächsten Jahren Bürgermeister in seiner Heimatstadt Waidhofen an der Thaya werden will, seine „persönliche Lebensplanung“ in den Hintergrund: „Es geht nicht immer darum, was ich mir persönlich vorstelle.“

Keine Kampfabstimmung

Der Klubobmann der FPÖ stehe deshalb für den Posten des Landesrates zur Verfügung. Sein Amt als Vizebürgermeister, das er derzeit in Waidhofen an der Thaya bekleidet, muss er dafür nicht aufgeben - mehr dazu in FPÖ-Landesrat: Waldhäusl steht zur Verfügung (noe.ORF.at; 30.1.2018).

Die Vorgehensweise sei mit Udo Landbauer, der die FPÖ als Spitzenkandidat in die Landtagswahl geführt hat, abgesprochen. „Er stellt seine persönlichen Interessen ebenfalls hintan und sagt, dass wir gemeinsam eine Entscheidung treffen, die allen hilft und damit endlich Ruhe einkehrt und wir nach einer Wahl auch zum Arbeiten zur Verfügung stehen“, verwies Waldhäusl auf „nahezu stündliche“ Telefonate mit Landbauer.

Zu einer Kampfabstimmung werde es deshalb nicht kommen, ist Waldhäusl überzeugt: „Wenn ich sage, ich stehe zur Verfügung, dann wird die Partei sagen, bitte, mach’ es.“ Wird Waldhäusl, wonach es derzeit aussieht, Landesrat, will er mit Johanna Mikl-Leitner und der ÖVP zusammenarbeiten. Mit Landbauer hatte diese am Tag vor der Landtagswahl eine Zusammenarbeit ausgeschlossen - mehr dazu in Mikl-Leitner: Absage an Landbauer (noe.ORF.at; 27.1.2018).

Landbauer könnte Klubobmann werden

Seit 2008 ist Waldhäusl Klubobmann im niederösterreichischen Landtag. „Wenn ich weiterhin Politik machen möchte, wo ich auch andere Dinge beleuchten kann oder nicht immer konstruktiv arbeiten möchte, dann ist das die Rolle des Klubobmannes und dann bleibe ich Klubobmann. Wenn ich mich dazu entscheide, Landesrat zu werden, dann stehe ich für konstruktive Arbeit“, streckt Waldhäusl seine Hand bereits aus.

Udo Landbauer wollte am Dienstag keine Stellungnahme abgeben. Sein Sprecher verwies darauf, dass die Entscheidung im Laufe der Woche getroffen werde. Leer dürfte Landbauer nicht ausgehen. Der 31-jährige Wiener Neustädter soll Klubobmann werden und damit Waldhäusl in dessen bisheriger Funktion nachfolgen.

Gernot Rohrhofer und Katharina Bernhart, noe.ORF.at

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