Medaillenregen für Österreich bei Eisstock-WM

Die Eisstock-Weltmeisterschaft in Amstetten und Winklarn (Bezirk Amstetten) war aus heimischer Sicht ein voller Erfolg. Neben den Veranstaltern dürfen auch Österreichs Stocksportler als erfolgreichste Nation positiv bilanzieren.

Von 26. Februar bis 3. März standen die Gemeinden Amstetten und Winklarn im Blickpunkt der internationalen Eisstock-Gemeinschaft. Gastgeber Österreich wurde dabei seiner Favoritenrolle gerecht und beendete die Titelkämpfe als stärkste Nation. In Summe holten die heimischen Sportlerinnen und Sportler bei der Weltmeisterschaft sowie bei den vorangegangenen Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaften und Europameisterschaften 13 Goldmedaillen, zehnmal Silber und fünfmal Bronze.

Eröffnung Eisstock WM
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24 Nationen nahmen an der Eisstock-WM teil

„Der Eisstocksport entwickelt sich rasant und die vermeintlich kleinen Nationen werden immer konkurrenzfähiger. Dass wir das herausragende Ergebnis der letzten WM in Südtirol eingestellt haben, ist daher sensationell“, freute sich Österreichs Verbandspräsident Wolfgang Binder.

Lokalmatadore holten Gold und Silber

Auch Niederösterreichs Eisstockschützen schossen sich bei der Heim-WM an die Weltspitze, blieben dabei aber hinter den selbst gesteckten Zielen. Markus Weichinger gewann beim Weitenbewerb in seiner Heimatgemeinde Winklarn mit der Mannschaft den Weltmeistertitel. Eine Medaille im Einzel blieb ihm mit Rang vier aber knapp verwehrt. „Blech vor heimischem Publikum ist natürlich enttäuschend, denn ich glaube, es wäre mehr möglich gewesen. Gold mit der Mannschaft ist aber auch genial“, sagt Weichinger.

Eisstock Weltmeister 2018 Weitenbewerb Mannschaft - Philipp Baumgartner, Markus Weichinger, Markus Bischof und Bernhard Patschg
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Philipp Baumgartner, Markus Weichinger, Markus Bischof und Bernhard Patschg wurden Eisstock Weltmeister 2018 im Weitenbewerb Mannschaft

Unschlagbar im Weitenbewerb war Bernhard Patschg. Der Salzburger gewann die Einzelentscheidung vor den Deutschen Markus Schätzl und Peter Rottmoser und feierte in Niederösterreich seinen insgesamt fünften WM-Titel.

Für den Mannschaftsspiel-Weltmeister von 2016, Christian Hobl aus Rohrbach an der Gölsen (Bezirk Lilienfeld), platzte der Traum von der Titelverteidigung erst im Finale, in dem sich die Österreicher dem Rekordweltmeister Deutschland klar geschlagen geben mussten. „Die letzten zwei Jahre haben wir dominiert und jetzt haben die Deutschen zurückgeschlagen. Natürlich ist es bitter bei der Heim-WM von 3.000 Zuschauern das Finale zu verlieren, aber wir werden daraus lernen, um es beim nächsten Mal besser zu machen“, bilanzierte Hobl.

Österreicherinnen durften gleich mehrmals jubeln

Im Finale der Damen konnten die Österreicherinnen den Spieß umdrehen und Deutschland bezwingen. Die neuen Weltmeisterinnen sind Kerstin Acherer, Sabine Fillafer, Manuela Gamsler, Viktoria Schlapfer und Roswitha Friesz.

Deutliche Heimsiege gab es auch im Einzel des Zielbewerbs. Bei den Herren triumphierte der Salzburger Thomas Fuchs vor Italien und der Schweiz. Der Weltmeistertitel der Damen ging an die Steirerin Simone Steiner vor der Vorarlbergerin Susanne Sohm-Armellini und Deutschland. Für Steiner war es der dritte Titel bei dieser WM nach Gold in der Teamwertung und im U23-Einzel.

Eisstock WM Weltmeister Österreich Damenteam Zielwettbewerb
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Beim Zielwettbewerb der Damen sicherte sich Österreich auch in der Teamwertung Gold

Eisstockschießen soll olympisch werden

Auf Funktionärsebene war die Zukunft des Stocksports ein großes Thema. Für Manfred Schäfer, Präsident des internationalen Eisstockverbandes, war die Weltmeisterschaft in Amstetten und Winklarn der nächste Schritt zur Aufnahme in die Olympische Sportarten.

„Wir haben nicht nur 24 Nationen begrüßen dürfen, sondern auch eine Vertreterin des Internationalen Olympischen Komitees, der sich unser Sport tadellos präsentieren konnte. In der Bewerberliste der Wintersportarten stehen wir schon jetzt ganz oben. Für mich deutet alles darauf hin, dass noch dieses Jahr eine Entscheidung fallen wird“, gibt sich Schäfer zuversichtlich.

Ein hilfreiches Kriterium könnte dabei auch die mögliche Olympiabewerbung von Graz und Schladming sein. „Als Austragungsort kann man beim IOC Wünsche für zusätzliche Sportarten abgeben. Ein Zuschlag an Österreich wäre daher besonders wichtig und sorgt vielleicht für den letzten Schub, der uns am Ende zu Olympia bringt“, hofft Schäfer.

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