Schock nach blutigem Ehedrama

In Haringsee (Bezirk Gänserndorf) hat ein Scheidungsstreit mit Mord und Selbstmord geendet. Ein 52-Jähriger erstach seine 47-jährige Frau und erhängte sich dann. Ein Schock für den kleinen Ort im Marchfeld.

„Wir waren so entsetzt. Mit dem hat niemand gerechnet. Man hätte sich keine besseren Nachbarn wünschen können.“ Hannelore Brychta kann nicht glauben, was da am Samstag im Haus ihrer Nachbarn passierte. Das Ehepaar war immer freundlich, sagt auch Alfred Leberbauer, der Ortsvorsteher von Haringsee.

„Nie etwas von Streit gehört“

„Die Familie ist seit zwei Jahren da und hat ein wunderschönes Haus hergestellt. Sie haben Tag und Nacht daran gearbeitet. Man hat nie etwas von Streit gehört“, sagt Leberbauer, „hier kennt jeder jeden. Ich bin betroffen, weil ich die Familie gekannt habe.“

Auch Claudia Prochaska, die nur ein paar Häuser weiter wohnt, ist schockiert: „Wir haben sie immer nur lächeln gesehen, wenn wir vorbei gefahren sind.“ Sie hat zumindest im Ansatz eine Erklärung, warum solche Tragödien immer wieder passieren: „Die Menschen reden zu wenig. Innerhalb der vier Wände und auch außerhalb.“

Tochter fand tote Mutter im Wohnzimmer

Am Samstagnachmittag fand die 17-jährige Tochter ihre Mutter leblos und blutüberströmt in dem gemeinsam bewohnten Einfamilienhaus in Haringsee, so die Sicherheitsdirektion. Rettungskräfte konnten nur noch den Tod der Frau feststellen. Das Opfer wies massive Schnitt- und Stichverletzungen im Halsbereich auf.

Einfamilienhaus mit brauner Fassade und braunen Rollos

APA/Schneider

In diesem Haus in Haringsee passierte das Drama am Samstag

Seit einem Monat getrennt

Bei den folgenden Durchsuchungen fanden Beamte der Polizeiinspektion Lassee den Ehemann auf dem Grundstück, erhängt in einem Schuppen vor. Das Ehepaar soll seit etwa einem Monat getrennt gelebt haben.

Laut den Ermittlern wollte der Mann am Samstag aus dem Haus einige Sachen abholen. Dabei dürfte es zu einem Streit gekommen sein, die Frau wollte offenbar die Scheidung. In diesem Streit tötete der 52-Jährige seine Frau und verübte dann Selbstmord, vermutet die Polizei.

Kinder werden psychologisch betreut

Bei der von dem 52-Jährigen verwendeten Tatwaffe dürfte es sich um ein Klappmesser gehandelt haben. Ein solches wurde jedenfalls sichergestellt, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Neben der Tochter hatte das Paar auch einen Sohn. Die 17- und der 25-Jährige wurden nach dem Scheidungsdrama von einem Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes und vom Akutteam NÖ betreut. Die Staatsanwaltschaft ordnete Obduktionen der Leichen an.

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