Eschensterben: Lebensgefahr für Spaziergänger

Wegen eines Pilzbefalls bei den Eschen ist das Korneuburger Augebiet weiterhin großflächig gesperrt. Für Spaziergänger besteht aufgrund der morschen Bäume akute Lebensgefahr. Die Lage dürfte sich erst im Frühling entspannen.

Schuld an der gefährlichen Situation ist ein Pilz mit dem harmlos klingenden Namen Falsches Weißes Stengelbecherchen. Seit dem Jahr 2005 befällt dieser Pilz in Österreich reihenweise Eschen. „Bei befallenen Bäumen sterben oft auch Teile der Wurzeln ab“, sagt Forstunternehmer Armin Kugler gegenüber noe.ORF.at. „Dadurch wird der Baum instabil und kann umstürzen.“ Im Normalfall passiert das sehr schnell und oft auch geräuschlos, da betroffene Bäume auch nicht mehr belaubt sind. „Das kann innerhalb von Sekunden oder Sekundenbruchteilen passieren“, erklärt Kugler.

Pilz bringt Eschen zum Umstürzen

Seit Ende Dezember ist der Donau-Auwald in Korneuburg für Spaziergänger gesperrt. Ein aggressiver Pilz bringt Eschen zum Umstürzen.

Sperrgebiet wird immer wieder missachtet

Die betroffenen Waldgebiete wurden für Besucher vollständig zum Sperrgebiet erklärt, es herrscht akute Lebensgefahr. An allen Wegen wurden entsprechende Hinweistafeln angebracht. Dennoch kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, sagt Kugler, der an den Schlägerungsarbeiten beteiligt ist: „Die meisten Menschen halten sich an die Absperrungen. Es kommt aber leider immer wieder vor, dass Leute die Absperrungen ignorieren und auf einmal vor uns stehen.“

Warum die Augebiete in Korneuburg von dem Pilzbefall besonders betroffen sind, lässt sich laut Michael Förster vom Forstamt der Stadtgemeinde Korneuburg leicht erklären. „In der sogenannten harten Au, also dem Teil der Au mit Hartholz, haben wir 70 Prozent Eschenholz.“ Der feuchte Boden in den Wäldern biete dem Pilz außerdem perfekte Bedingungen, so Förster. Es würde dann in der Regel einige Jahre dauern, bis die befallenen Bäume so morsch sind, dass sie umfallen. Oft könne man beobachten, dass befallene Bäume zusätzlich auch von anderen Pilzarten geschädigt würden. Dann sei die Standfestigkeit zusätzlich beeinträchtigt.

Eschen Korneuburger Au

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Das Falsche Weiße Stengelbecherchen lässt mehrere Teile der Eschen absterben

Trotz intensiver Forschungsarbeiten ist laut Förster bisher kein effektives Gegenmittel gegen das Falsche Weiße Stengelbecherchen gefunden worden, daher seien derzeit alle Eschen gefährdet. „Die Österreichischen Bundesforste arbeiten mit uns und mit der Universität für Bodenkultur zusammen, um resistente Eschen zu züchten. Das ist bisher aber nicht gelungen.“

Gegenmaßnahmen nur entlang der Wege möglich

Um die Wälder für Spaziergänger, Läufer und andere Besucher zu sichern, müssen die Verantwortlichen daher auf Kahlschläge zurückgreifen. Sie sind aber nur entlang der Wege und in extrem stark betroffenen Waldstücken möglich - andernfalls müsste beinahe der gesamte Wald abgeholzt werden. Geplant ist, diese Stellen anschließend mit anderen Bäumen wieder aufzuforsten.

Eschen Korneuburger Au

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Forstarbeiter Armin Kugler fällt großflächig Eschen

Das wird laut Förster noch einige Zeit lang dauern: „Bis zum 28. April werden wir die Sperren auf jeden Fall aufrechterhalten. Es ist ein großes Revier, und wir versuchen, die Wege möglichst sicher zu gestalten. Wir hoffen, dass wir diesen Termin einhalten können.“ Klar ist aber schon jetzt, dass die Lebensgefahr abseits der Wege auch nach Abschluss der Sicherungsmaßnahmen nicht gebannt sein wird.

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