Betrugsdelikte im Internet stark gestiegen

Im Vorjahr hat es einen signifikanten Anstieg im Bereich der Cyber-Kriminalität gegeben. So ist etwa der Betrug im Internet um fast 40 Prozent gestiegen. Das geht aus der aktuellen Kriminalitätsstatistik der Polizei hervor.

Laut Kriminalitätsstatistik 2016 gab es in Niederösterreich nur um 0,4 Prozent mehr Anzeigen als im Vorjahr, österreichweit betrug die Zunahme hingegen 3,8 Prozent. Stark gestiegen ist die Zahl der geklärten Fälle durch die Polizei. Die Aufklärungsraten lagen im letzten Jahr bei 47,2 Prozent. Von Seiten der Landespolizeidirektion spricht man von einem der besten Ergebnisse der jüngsten Vergangenheit - konkret ist das die höchste Aufklärungsquote seit fast 20 Jahren.

2.300 Anzeigen wegen Cyber-Kriminalität

Etwas niedriger ist die Aufklärungsrate der Polizei aber im Bereich der Cyber-Kriminalität. In diesem Deliktfeld konnten etwa 36 Prozent der Fälle geklärt werden. Signifikant ist hier aber der Anstieg der Straftaten. Im Bereich der Cyber-Kriminalität, vor allem im Bereich des Internetbetruges, ließ sich ein Anstieg von 37,5 Prozent feststellen. Fast 2.300 Fälle wurden angezeigt.

Betrügereien im Internet, wie etwa sogenannte Pishing-Mails, in denen man aufgefordert wird, fingierte Rechnungen zu zahlen, nehmen ständig zu, heißt es. Besonders bei Kindern und Jugendlichen, sowie bei Senioren setzt die Polizei in diesem Bereich auf Aufklärungsarbeit und Prävention. Gemeinsam mit dem Innenministerium wurde eine eigene Abteilung eingerichtet, die verstärkt gegen Hacker und Internetbetrüger vorgehen soll.

Immer weniger Wohnungseinbrüche

Während die Zahl der Wohnungseinbrüche und der KFZ-Diebstähle zurückgegangen ist, gibt es bei den Kellereinbrüchen starke Zuwächse von 40,7 Prozent und damit verbunden auch mehr Fahrraddiebstähle. Bei den Gewaltdelikten, wie etwa Körperverletzung, gab es eine Steigerung um 9,8 Prozent, beim Raub einen Rückgang von 3,7 Prozent. So sank etwa die Zahl der Banküberfälle von 22 im Jahr 2015 auf neun.

Stark rückläufig sind auch Delikte im Bereich der Schlepperei. Hier wurden im Jahr 2016 Schwerpunktaktionen entlang der Hauptverkehrsrouten und im grenznahen Bereich zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität gesetzt. Suchtmitteldelikte stiegen in Niederösterreich im letzten Jahr um 3,8 Prozent. Und auch die Zahl der Vergewaltigungen erhöhte sich von 125 im Jahr 2015 auf 131 im Vorjahr.

Terrorbekämpfung und Kontrollen im Jahr 2017

„Österreich ist eines der sichersten Länder weltweit. Damit das so bleibt, werden wir 2017 mehr als 1.500 neue Polizistinnen und Polizisten in Dienst stellen und über 110 Millionen Euro in die Ausrüstung der Mannschaft stecken. Wir müssen aber auch die Bevölkerung in sicherheitspolitischen Fragen stärker miteinbinden, um das Sicherheitsvertrauen der Österreicherinnen und Österreicher zu stärken. Es braucht eine Gesellschaft des Hinsehens, nicht Wegschauens“, so Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP).

Geplant sind schwerpunktmäßige Kontrollen an neuralgischen Punkten im hochrangigen Straßennetz zur Bekämpfung der Eigentumskriminalität. Zudem werden Maßnahmen zur nachhaltigen Bekämpfung der Schlepperkriminalität gesetzt. Die lokale grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen der Polizei Niederösterreich und den Behörden in Tschechien und der Slowakei wird verstärkt, heißt es.

In Sachen Terrorbekämpfung will man, Rückkehrer beobachten und auch den Staatsschutz aufstocken. 2016 gab es 19 Anzeigen wegen Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, im Jahr zuvor waren es 14.

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