Landesausstellung in Pöggstall eröffnet

Bei strahlendem Sonnenschein ist am Freitagnachmittag die Landesausstellung „Alles was Recht ist“ auf Schloss Pöggstall (Bezirk Melk) offiziell eröffnet worden. Mehr als 1.000 Vertreter aus Kultur, Politik und Wirtschaft waren dabei.

Es sei die 14. Landesausstellung, die er eröffnen dürfe, sagte Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) zu Beginn seiner Festrede. Dies werde aber nie zur Routine, weil „jede Eröffnung ein besonderer Moment sei“, betonte er. Die Landesausstellungen seien „eine Visitenkarte für die kulturpolitische Arbeit des Bundeslandes Niederösterreich“, man verknüpfe damit „kulturpolitische mit regionalpolitischen Zielen“, so Pröll.

Der Begriff „Recht“ klinge zunächst nüchtern und theoretisch, sei aber „weitreichend und umfassend“, sagte der Landeshauptmann: „Wohin man schaut im täglichen Leben, wir begegnen diesem Begriff. Das Recht strukturiert unser Leben und unser Zusammenleben.“

Wo es Rechte gebe, gebe es auch Pflichten, wie etwa die Dankbarkeit gegenüber den Generationen vor uns, die Bereitschaft zur Eigenverantwortung oder das Bekenntnis, das Miteinander zu stärken, betonte Pröll. Es brauche auch „einen neuen Mut zum Recht geben“, meinte er. Es gehe darum, dass „die Menschen zueinander kommen und zueinander finden“, dazu brauche es auch „den Mut, dem anderen Recht zu geben“, denn dies sei „ein Schritt zum Miteinander“.

Ausstellung soll einen historischen Bogen spannen

Bürgermeisterin Margit Straßhofer (ÖVP) bezeichnete das Schloss Pöggstall als „großartiges Kulturjuwel, das mitten im Ort steht“, das Schloss werde auch nach der Landesausstellung „ein Ausstellungsschloss“ sein, so die Bürgermeisterin.

Über die besondere Architektur des Schlosses informierte Kurator Andreas Zajic, es handle sich um „eine außergewöhnliche, höchst innovative Herrschaftsarchitektur“. Kuratorin Elisabeth Vavra betonte, man wolle mit der Ausstellung „einen Bogen von der Geschichte in die Gegenwart“ spannen: „Es geht uns um die Verknüpfung von historischen Objekten mit Informationen über die gegenwärtige Situation.“

Landesausstellung über Strafen und Folter

Neben einem Gerichtssaal sind der Nachbau einer Gefängniszelle sowie ein Galgenpfahl und eine Folterbank zu sehen

Einblicke in das Miteinander von Menschen

Die Niederösterreichische Landesausstellung 2017 mit dem Thema „Alles was Recht ist“ gibt Einblicke in das Miteinander von Menschen und lädt ein, mehr über Recht zu erfahren. In der Ausstellung wird auf die Geschichte der Rechtsprechung geblickt und dahin, „wie wir miteinander unsere Welt gestalten, im Kleinen wie im Großen. Wie Menschen früher miteinander umgingen – und wir jetzt und hier“, heißt es im offiziellen Text zur Landesausstellung.

Dazu wurde die Ausstellung in fünf Kapitel strukturiert. Der erste Abschnitt beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung von Rechtsordnung und Justizeinrichtung. Der zweite Abschnitt widmet sich dem Thema Strafe und deren unterschiedlichsten Formen – im historischen Kontext werden diese in Bezug zur gegenwärtigen Situation gesetzt. Das dritte Kapitel widmet sich dem Unrecht im Nationalsozialismus, der vierte Abschnitt setzt sich mit der historischen Entwicklung der Folter auseinander. Der fünfte Abschnitt rollt die Geschichte der Menschen- und Grundrechte auf.

Geschichte des Schlosses wurde „neu entdeckt“

Das historisch bedeutende Ensemble des Schlosses Pöggstall zeigt sich anlässlich der Landesausstellung umfassend und behutsam restauriert und in seinem ursprünglichen Glanz. Die Sonderausstellung „Schloss Pöggstall – zwischen Region und Kaiserhof“ informiert über die Generalsanierung, den früheren Schlossherren und die Besonderheiten der Schlossanlage.

Die Generalsanierung lässt die Geschichte des Schlosses neu schreiben: Die gesamte Baugeschichte – vom Anbeginn des Baues bis hin zu den Um- und Ausbauten der jeweiligen Besitzer – wurde neu entdeckt: Denn damals wurde mitten im ländlichen Raum in Pöggstall im Südlichen Waldviertel Weltkunst angekauft und allermodernste Architektur umgesetzt – von Künstlern und Handwerkern, die erst danach für die Habsburger tätig waren.

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