Strache tritt „gegen die Mächtigen“ an

Der Spitzenkandidat der FPÖ, Heinz Christian Strache, geht mit der Bundesregierung hart ins Gericht und wirft dieser vor, Probleme nicht erkannt oder unter den Teppich gekehrt zu haben. Er will deshalb „gegen die Mächtigen“ antreten.

Strache brachte sich im Hinblick auf die Nationalratswahl am 15. Oktober für ein Duell zwischen der FPÖ und den Regierungsparteien SPÖ und ÖVP in Stellung: „Ich trete gegen die Mächtigen an, es findet ein Duell zwischen den Freiheitlichen und der Regierung statt. Man hat in der Vergangenheit nie auf uns gehört.“ SPÖ und ÖVP hätten Probleme zu spät erkannt und würden Österreich nach der Flüchtlingskrise schon in die nächste Krise führen: „Nämlich die Fairness-Krise. Die haben sie schon wieder verpasst und kommen wahrscheinlich wieder um Jahre zu spät drauf“, kritisiert Strache.

Heinz Christian Strache ging im Gespräch mit dem Chefredakteur des ORF Niederösterreich, Robert Ziegler, mit der Bundesregierung hart ins Gericht

Heinz Christian Strache

ORF / Gernot Rohrhofer

Heinz Christian Strache: „Es findet ein Duell zwischen den Freiheitlichen und der Bundesregierung statt“

Der Bundesparteiobmann und Spitzenkandidat der FPÖ kritisierte die Mindestsicherung für Flüchtlinge, während zum Beispiel Zivildiener nur knapp mehr als 300 Euro bekommen würden. „Diese leisten etwas für das Land, während Zuwanderer noch nichts in das System eingezahlt haben, aber ab dem ersten Tag, an dem sie in Österreich sind, profitieren.“

Strache: „Endlich mehr Netto vom Brutto“

Strache forderte: „Einkommenssteuern hinunter, Lohnnebenkosten hinunter und auch die Gewerberechtssituation entflechten“, die Bürokratie müsse abgebaut werden. „Und wir müssen dafür Sorge tragen, dass alle Menschen, gerade die unteren Einkommensschichten, aber auch der Mittelstand, endlich mehr Netto vom Brutto haben.“

Strache fordert einen Mindestlohn zwischen 1.500 und 1.700 Euro

Ein Anliegen sei Strache, den „Arbeitsplatz Bauer“ zu fördern. „Wir sind bei den Lebensmittelkosten um 20 bis 30 Prozent teurer als in Bayern, die Bauern haben aber nichts davon.“ Um die Abwanderung aus dem ländlichen Raum zu stoppen, sei es notwendig, „keine weiteren Schulen oder Polizeiposten zu schließen. In manchen Bereichen müsste man auch eine Steuerhoheit für die Länder sicherstellen.“

Laut Strache fehlen in Österreich 3.000 bis 5.000 Polizisten

Heinz Christian Strache

ORF / Gernot Rohrhofer

FPÖ-Spitzenkandidat Heinz Christian Strache im Gespräch mit Robert Ziegler, dem Chefredakteur des ORF Niederösterreich (r.)

In Niederösterreich führt Walter Rosenkranz die Landesliste der FPÖ für die Nationalratswahl an. Er folgte Barbara Rosenkranz an der Spitze der Landespartei. „Die Landesgruppe hat eine positive Entwicklung genommen und wir können bei der Landtagswahl vielleicht sogar den zweiten Platz erreichen“, machte Strache bereits einen Vorgriff auf die Landtagswahl im Frühjahr 2018. Dass Barbara Rosenkranz nun Spitzenkandidatin der Freien Liste Österreich ist, finde Strache schade: „Ich glaube, sie tut sich damit selbst keinen Gefallen.“

In Niederösterreich kandidiert Walter Rosenkranz sowohl für den Nationalrat als auch den Landtag. „Ein gutes Vorspiel für die Landtagswahl“, so Strache

Strache warnte gegenüber dem ORF Niederösterreich vor einer neuerlichen Zusammenarbeit von SPÖ und ÖVP nach der Wahl: „Die Gefahr ist sehr, sehr groß, dass es am 15. Oktober eine schwarz-rote Konstellation geben kann, denn Kern wird Geschichte sein, die SPÖ wird einen Sozialpartner aufstellen und dann geht es dann wieder darum, Kammer und Bünde sowie die Interessen der Sozialpartner zu vertreten, und so gesehen müssen wir so stark wie möglich werden.“ Als Wahlziel nannte Strache, mehr als 25 Prozent der Wählerstimmen zu erreichen.

„Genug gestritten und genug gelitten unter einer rot-schwarzen Regierung“, sagte Strache und warnte vor einer neuerlichen Zusammenarbeit

Gernot Rohrhofer, noe.ORF.at

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