„Der Freischütz“ sorgte für Romantik in Baden

Im Stadttheater der Bühne Baden hat am Samstag die romantische Oper „Der Freischütz“ Premiere gefeiert. Der künstlerische Leiter Michael Lakner ist mit diesem Werk von Carl Maria von Weber in seine erste Herbstsaison gestartet.

Erstmals seit 1897 ist die Oper „Der Freischütz“ wieder in Baden zu erleben. Die Premiere der Neuproduktion, inszeniert von Michael Lakner, dem künstlerischen Leiter der Bühne Baden, war am Samstag zu sehen. Die Oper in drei Aufzügen von Carl Maria von Weber gilt als deutsche romantische Oper schlechthin.

Im Mittelpunkt des Stücks steht der verzweifelte Jägerbursche Max. Er muss mit einem Probeschuss sein Können beweisen, denn nur dann kann er Agathe, die Tochter des Erbförsters Kuno, heiraten. Sein Kollege Kaspar, der ebenfalls in Agathe verliebt war, überredet Max, mit ihm Freikugeln zu gießen, die immer ihr Ziel treffen. Kaspar allerdings ist mit dem Bösewicht Samiel im Bunde und von ihm abhängig.

Reinhard Alessandri (Max), Regina Riel (Agathe)

Lukas Beck

Reinhard Alessandri als Max und Regina Riel als Agathe

Der Wald spielt in der Oper eine besondere Rolle. Er ist vor allem ein Ort der Einsamkeit, des Unheimlichen, der Verwirrung. Er ist aber auch ein Ort der Heilung. Er ist etwas Zeitloses und überdauert das kurzlebige Menschendasein. Er beherbergt das Urzeitliche.

Freischütz handelt „von Ängsten und Verletzungen“

Für Regisseur Michael Lakner ist „Der Freischütz“ aber nicht nur romantisch, sondern ein zeitgemäßes Drama. „Es handelt von gegenseitigen Abhängigkeiten, Neurosen, Ängsten, Verletzungen, obskuren Kulten und Drogen- und Alkoholmissbrauch, also alles heutige Themen“, so Lakner.

Es singen und spielen Reinhard Alessandri, Regina Riel, Sébastien Soulès, Thomas Zisterer und Theresa Grabner. In der Rolle des zwielichtigen Samiel gibt Oliver Baier sein Operndebut in einer Sprechrolle. Die Musikalische Leitung hat Franz Josef Breznik inne.

Nach 120 Jahren wieder in Baden

„Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber war das letzte Mal 1897, also vor 120 Jahren, in Baden zu sehen.

Figuren musikalisch definiert

Alle Figuren seien musikalisch wunderbar definiert, so Lakner. „Max wird zum Beispiel in seiner Zerrissenheit durch synkopierte musikalische Rhythmen perfekt porträtiert. Agathe wiederum spiegelt in ihrer großen E-Dur-Arie ihre Ruhe und Besonnenheit wieder", betonte Lakner gegenüber noe.ORF.at.

Am 22. und 29. Oktober, jeweils ab 11.00 Uhr, gibt es im Max-Reinhardt-Foyer des Stadttheaters eine spezielle Fassung der Oper. Für die jungen Theater- und Opernbesucher wird eine Inszenierung für Kinder von Beppo Binder gezeigt.

Lakner: „Bin rundum glücklich“

Seine erste Sommersaison als Intendant des Stadttheaters Baden bilanzierte Michael Lackner sehr positiv: „Ich bin eigentlich rundum glücklich über die Publikumsresonanz und wie mein Einstand hier funktioniert hat“. Das Stück „Der Zarewitsch“, welches Lakner selbst inszenierte, konnte eine Auslastung von 93 Prozent verzeichnen.

Wichtig ist Lakner, ein Motto für seine Spielzeiten zu haben. Die Herbstsaison in Baden ist deshalb ganz dem Thema „Einzelgänger und Außenseiter“ gewidmet. „Ich stelle Personen in den Vordergrund, die am Rande der Gesellschaft leben und nicht der Etikette, den Normen der Gesellschaft entsprechen“, so Lakner. Passend dazu zeigt die Bühne Baden etwa das Stück „La Cage aux Folles - Ein Käfig voller Narren“ oder auch die Operette „Maske in Blau“.

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