Start-Up-Millionär aus dem Mostviertel

In der „Nahaufnahme“ stellt Radio Niederösterreich jeden Sonntag Personen mit Niederösterreich-Bezug vor. Dieses Mal ist Florian Gschwandtner zu Gast, der zu den erfolgreichsten Gründern Österreichs zählt.

Florian Gschwandtner: Unternehmer und Millionär

Florian Gschwandtner ist einer der erfolgreichsten Start-Up Gründer Österreichs. Der 34-jährige Mostviertler hat sein Sport- und Fitnessunternehmen „Runtastic“ vor zwei Jahren um 220 Millionen Euro an die Adidas-Gruppe verkauft. Nach wie vor ist er Geschäftsführer und investiert jetzt in neue österreichische Start Up-Unternehmen.

In der Radio Niederösterreich-Nahaufnahme erzählt Gschwandtner über seinen Weg von Strengberg im Mostviertel, wo seine Eltern nach wie vor eine Landwirtschaft betreiben, ins internationale Start-up-Business, in dem er sich mit den besten der Welt misst. 110 Millionen Menschen benutzen die von ihm erfundene Handy-App „Runstatic“ mittlerweile zum Laufen, Radfahren, Schifahren oder Walken. Über die Anfänge vor acht Jahren sagt Gschwandtner im Gespräch mit Alice Herzog, dass es im Grunde gar keinen Plan B gegeben hat: „Sicher hat uns gar nichts gemacht, sicher waren wir uns nur in einem, dass wir alles dafür tun werden, dass da was herrauskommt, was funktioniert.“

Florian Gschwandtner Runtastic Gründer Unternehmer

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Florian Gschwandtner zu Gast bei Alice Herzog

Die ersten 18 Monate waren hart, erinnert sich der Mostviertler, der mit seinem Team damals die gesamten Ersparnisse in das Projekt „Runstastic“ investiert hat. Er erinnert sich an kurze Momente des Zweifelns: „Ich bin im Jänner bei 30 cm Schnee mit dem Rad ins Büro gefahren, weil mein Auto kaputt war, bin gestürzt und um 6.00 Uhr früh im Schnee gelegen und habe mich gefragt: Florian, was tust du da? Das waren wohl die einzigen 30 Sekunden, in denen ich an dem Ganzen gezweifelt habe.“

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„Nahaufnahme“, 21.5.2017

Seinen Ehrgeiz und seine Leidenschaft hat er auch nach dem Millionendeal mit Adidas nicht verloren, obwohl Geld „nicht nur glücklich macht“, wie Gschwandtner anmerkt. Seinen großen Traum vom eigenen Porsche habe er sich schon erfüllt: „Das war ein Kindheitstraum und ich als ich 17 war, habe ich mir auf einen grünen Zettel geschrieben, ich werde so hart arbeiten, dass ich mir einmal meinen Porsche kaufen kann.“ Heute investiert er aus Überzeugung in österreichische Start-Up-Gründer und er hat noch viel vor: „Wir waren richtig fleißig, wir haben das richtige Quäntchen Glück gehabt, aber es war nicht nur einfach und ich sage immer in Analogie zum Laufen: Wir sind gerade in der Mitte eines Marathons und haben noch ein ganzes Stückchen vor uns.“

Die „Nahaufnahme“ mit Florian Gschwandtner zum Nachhören

Elfriede Ott: Publikumsliebling seit Jahrzehnten

„Ich bin ein bisschen traurig, dass ich selbst keine Mutter bin“, so Elfriede Ott, die ihren ehemaligen Schüler Goran David adoptierte. Mit ihm leitet sie ihre „Schule der Erfahrungen“, wie sie ihre Schauspielakademie nennt. Bis heute unterrichtet sie junge Schauspielerinnen und Schauspieler, und viele von ihnen sind sehr erfolgreich, von André Heller und Nicholas Ofczarek bis zu Christina Sprenger und Katharina Strasser. „Ich sehe, dass fast alle erfolgreich sind, sie spielen überall, das freut mich“, erzählt sie in der „Nahaufnahme“.

Elfriede Ott Alice Herzog

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Elfriede Ott (r.) in der „Nahaufnahme“ mit Alice Herzog

Zuhause ist Elfriede Ott bis heute in Wien und Maria Enzersdorf (Mödling), wo sie jedes Jahr die Sommermonate verbringt: „Nein, ich bin nicht gerne allein, weil ich das Gespräch suche, nicht nur um zu reden, sondern um etwas zu sagen, was Wert hat.“ Mit zwei Hunden und zwei Katzen lebt sie unter einem Dach, und Chihuahua „Piepsi“ darf sogar in ihrem Bett schlafen. Was Tiere besser können als Menschen? „Das lässt sich nicht in einem Satz beantworten“, so Elfriede Ott, während sie ihrem kleinen Lieblingshund übers Fell streichelt.

Elfriede Ott denkt immer an die Zukunft

Nach wie vor schreibt sie Bücher, zuletzt über das Kabarett in Österreich vor 1938. Es ist ein Buch, das ihr verstorbener Ehemann und „Lebensmensch“ Hans Weigel begonnen hatte. „ Am Tag seines Todes hat er noch damit angefangen“, so Ott, „das wollte ich zu Ende bringen.“ Sie erzählt darin über die Großen ihrer Zunft: Karl Farkas, Ernst Waldbrunn, Maxi Böhm, Gerhard Bronner und natürlich Hans Weigel.

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„Nahaufnahme“, 14.5.2017

Viele ihre Wegbegleiter verloren zu haben, mache sie oft nachdenklich, so die beliebte Schauspielerin, die dennoch immer an die Zukunft denkt. „Ich würde so gerne spazieren oder meinen Schülern noch vorspielen können, aber mein Knie macht nicht mit. Aber mit dem Älterwerden an sich hadere ich nicht“, so Elfriede Ott in der „Nahaufnahme“.

Die „Nahaufnahme“ mit Elfriede Ott zum Nachhören

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Bettina Glatz-Kremsner: Mutter und Topmanagerin

Die Casinos Austria feiern heuer ihr 50-jähriges Bestehen. Vorstandsdirektorin Bettina Glatz-Kremsner kennt das Unternehmen seit ihrer Studienzeit, wie sie in der „Nahaufnahme“ erzählt. „Ich bekam damals in Ungarn die Chance, sozusagen das erste grenzüberschreitende Lotto mitaufzubauen, und ich kann mich noch ganz genau erinnern, ich wollte diesen Job.“ Der Weg an die Spitze des Unternehmens war auch für sie nicht immer geradlinig und bis heute ist Glatz-Kremsner die einzige Frau im Vorstand.

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„Nahaufnahme“, 7.5.2017

„Ich bin der festen Überzeugung, dass einen Rückschläge im Leben persönlich weiterbringen.“ Dass Frauen in Topmanagement-Positionen in Österreich noch immer selten sind, mache sie nachdenklich, so Glatz-Kremsner und fügt hinzu: „Ich werde immer gefragt, wie ich Beruf und Familie unter einen Hut bekomme, meine männlichen Kollegen eigentlich nie, da müssen wir alle noch umdenken, denn Familie geht alle an.“

Bettina Glatz-Kremsner

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Bettina Glatz-Kremnser (l.) im Gespräch mit Alice Herzog

Ihre Kindheit hat die Diplomatentochter Bettina Glatz-Kremsner im damals noch kommunistischen Budapest verbracht, wo sie eine englische Schule besucht hat. In dieser Zeit ist auch ihr Selbstverständnis für Frauen im Berufsleben entstanden: „Als ich in die Vorstandsetage gewechselt bin, haben mich meine Freunde hier in Österreich gefragt, wie ich das mit Kind und Mann bewerkstelligen werde. Meine ungarischen Freunde haben mich gefragt, was ich in dieser Position erreichen will, das sagt eigentlich schon viel aus.“

Glatz-Kremsner lebt in Wien und in Pöggstall (Bezirk Melk). „Die Landesausstellung habe ich mir natürlich schon angeschaut und da sind wir Pöggstaller auch recht stolz darauf“, so die Wahlniederösterreicherin, die auch meint: „Ich bin mir schon bewusst, dass ich nicht nur in der Glückspielbranche arbeite, sondern auch mit meinem familiären Umfeld sehr viel Glück hatte und habe.“ Dem Lottospielen kann auch sie nicht ganz widerstehen: „Ja, ich spiele Lotto, meistens dann wenn es einen Jackpot gibt.“

Die „Nahaufnahme“ mit Bettina Glatz-Kremsner zum Nachhören

Rudolf Berger: Mit Schinken und Tierwohl erfolgreich

Rudolf Berger gilt als der „Sir“ unter den heimischen Fleischern. Der Geschäftsführer von Berger Schinken in Sieghartskirchen (Bezirk Tulln) setzt vor allem auf Tierwohl, Umweltschutz und den Einsatz regionaler Rohstoffe. Was ihn auszeichnet ist auch sein auf den ersten Blick ungewöhnlicher Zugang zu seinem Job. So findet er es „gar nicht schlecht“, dass die Leute weniger Fleisch konsumieren. „Hauptsache sie kaufen gutes Fleisch, das aus Österreich stammt und wo die Tiere gut gehalten wurden", sagt er in der „Nahaufnahme".

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„Nahaufnahme“, 30.4.2017

Für die von ihm ins Leben gerufene Initiative „Regional-Optimal“ dürfen nur Bauern aus einem Umkreis von 50 Kilometern rund um Sieghartskirchen (Bezirk Tulln) liefern. Die Schweine werden mit Futter aus der Region gefüttert und streng von Tierärzten kontrolliert. Neu ist Bergers Tierwohl-Initiative, die gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur und seinen Vertragsbauern entsteht.

Alice Herzog und Rudolf Berger

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Alice Herzog im Gespräch mit Rudolf Berger

Rudolf Berger erlernte einerseits das Fleischauerhandwerk und studierte andererseits auch Betriebswirtschaft. „Als Lehrling habe ich einmal eine ganze Charge Wurst versalzen“, erinnert er sich in der „Nahaufnahme“. Über sein Studium sagt er: „Aus heutiger Sicht würde ich es schneller durchziehen.“ Vor kurzem investierte Rudolf Berger sechs Millionen Euro in sein Werk in Sieghartskirchen, um eine Besuchergalerie und eine Schauküche zu installieren.

Der vierfache Vater führt das 127 Jahre alte Unternehmen in vierter Generation, gemeinsam mit seiner Frau Claudia und seiner Schwester Gaby Kritsch. Erfolgreich sei man dank der Spezialisierung, sagt Berger. In einer Zeit, in der die Extrawurst „das Maß aller Dinge war“ hätten sich die Bergers auf Schinken konzentriert und hier Ihre Nische gefunden.

Die „Nahaufnahme“ mit Rudolf Berger zum Nachhören