Steiner: Stärkster Mann der Welt ist jetzt Musiker

In der „Nahaufnahme“ stellt Radio Niederösterreich jeden Sonntag Personen mit Niederösterreich-Bezug vor. Diesmal war Matthias Steiner, ehemaliger Olympiasieger, Weltmeister und Europameister im Gewichtheben, zu Gast.

Er war einmal der stärkste Mann der Welt. Jetzt kehrte er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in seine Heimat Obersulz (Bezirk Gänserndorf) zurück. Steiner will jetzt als Sänger und Musiker Karriere machen. Matthias Steiner ist erst 34 Jahre alt und hat bereits ein Leben mit vielen Höhen und Tiefen hinter sich.

Er verließ seine Heimat Niederösterreich, um von Deutschland aus eine Karriere als Spitzensportler im Gewichtheben zu starten. Der Plan ging auf: Für seine Wahlheimat Deutschland holte er 2008 den Olympiasieg im Superschwergewicht. Das Siegerbild, auf dem er auch das Foto seiner damals kurz davor verstorbenen Frau in der Hand hält, ging um die Welt.

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„Nahaufnahme“, 23.7.2017

Zur Kämpfernatur erzogen

Matthias Steiner ist ein Kämpfer, wie er in der „Nahaufnahme" im Gespräch mit Alice Herzog erzählt: „Entweder du bleibst stehen oder du gehst weiter. Dinge, die nicht mehr umkehrbar sind, die muss man akzeptieren.“ Eine Einstellung, die er schon als Kind von seinen Eltern vermittelt bekam: „Von meinen Eltern aus durfte ich alles machen, was ich wollte, aber das, was ich machte, musste ich ordentlich machen.“

Nahaufnahme Matthias Steiner

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Alice Herzog sprach mit Matthias Steiner über sein Leben und seine Pläne für die Zukunft

Seine Kindheit im Weinviertel verbrachte Steiner, wie viele Jugendliche, auf dem Fußballplatz. Auch die Musik spielte damals schon eine Rolle in Steiners Leben. Er lernte Akkordeon. Sein Vater war es schließlich, der ihn auf den Kraftsport aufmerksam machte, erzählt der ehemalige Spitzensportler. An seinem 18. Geburtstag erhielt Matthias Steiner die Diagnose „Diabetes“, seine erste große Prüfung im Leben. Er trat in der Folge den Beweis an, dass trotz seiner Krankheit Spitzensport möglich ist.

Gesundheitscoach und Musiker

Heute gibt er sein Wissen über Sport und Gesundheit in Vorträgen weiter: „Ich habe nach meiner aktiven Karriere von 150 Kilogramm Körpergewicht mindestens 40 Kilogramm abgespeckt. Anstrengender war aber das Zunehmen in meiner Zeit als Gewichtheber im Superschwergewicht“, erzählte der zweifache Vater. Sport und Bewegung spielt auch nach seiner Karriere noch eine große Rolle. Jetzt fährt er am liebsten mit dem Fahrrad durchs Weinviertel oder treibt mit seinen Kindern im eigenen Fitnesskeller Sport.

Außerdem entdeckte der ehemalige Gewichtheber seine Liebe zur Musik wieder. Er präsentiert jetzt sein erstes Soloalbum. „Zurückgeliebt“ ist der Titel der ersten Single, die er seiner Frau widmete. „Das Wichtigste ist, dass du das, was du tust, gerne tust. Dann kann das noch so schräg sein. Nur dann bist du gut und bist du glücklich", so Steiner.

Die „Nahaufnahme“ mit Matthias Steiner zum Nachhören:

Kay Kratky: Der Traum vom Fliegen

Kratky ist Maschinenbautechniker, ausgebildeter Pilot und managt seit zwei Jahren die Austrian Airlines (AUA). „Zum einen ist es die Faszination, die Technik zu beherrschen. Zum anderen ist es die emotionale Komponente, dass man sich die Welt untertan macht, man fühlt sich ein bisschen als Weltbürger und beides zusammen ergibt eine gewisse Faszination“, sagt der gebürtige Frankfurter über den Traum vom Fliegen, der ihn schon von Kindheitstagen an begleitet. „Ich bin ganz in der Nähe des Flughafens aufgewachsen und habe schon als Kind gerne Flugzeuge beim Starten und Landen beobachtet.“

Nahaufnahme Kay Kratky

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Topmanager Kay Kratky im Gespräch mit Alice Herzog in der „Nahaufnahme“

Für seinen Beruf hat Kay Kratky nicht zum ersten Mal seinen Wohnsitz geändert, er war für den Lufthansa-Konzern auch schon vier Jahre lang in China tätig. Mit Österreich verbindet ihn allerdings mehr als nur die berufliche Herausforderung. „Österreich ist meine zweite Heimat, wir haben seit vielen Jahren einen Zweitwohnsitz in Bad Hofgastein und mir liegt die Mentalität“, so Kay Kratky im Gespräch mit Alice Herzog.

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„Nahaufnahme“, 16.7.2017

Verantwortung für 6.500 Mitarbeiter

Die Verantwortung für die mittlerweile 6.500 Mitarbeiter der AUA nimmt er gerne wahr, wenngleich dafür auch viel Vertrauen notwendig ist, erklärt der Topmanager: „Wenn ich nicht vertrauen könnte in unser gesamtes Team, dann könnte ich wahrscheinlich auch nicht mehr schlafen.“

Auch die schreckliche Germanwings-Katastrophe hat nichts an seiner Grundeinstellung für die Luftfahrt verändert, obwohl dieser Tag bis heute auch emotional eine tiefsitzende Erfahrung in seinem Leben darstellt. „Mit dem Blick nach unten auf die Erde lasse ich gerne meine Gedanken einfach schweifen, deshalb würde ich gerne einmal in die Umlaufbahn um die Erde oder auf den Mond.“

Die „Nahaufnahme“ mit Kay Kratky zum Nachhören:

Eugen Hug: Mit Hightech gegen Tumore

Eugen Hug ist einer der weltweit führenden Krebsspezialisten und leitet das modernste Strahlentherapiezentrum Europas, das MedAustron in Wiener Neustadt. Ein riesiger Beschleuniger, der die geladenen Teilchen fast auf Lichtgeschwindigkeit bringt und die neue, präzise Strahlentherapie möglich macht: Das steckt hinter der Hightech-Anlage im Krebsbehandlungszentrum, erzählt Hug in der „Nahaufnahme“ mit Alice Herzog. „Für mich ist es schon ein Erfolg, dass diese Anlage seit einem halben Jahr ohne Startprobleme funktioniert“, meint er auf die Frage nach ersten Erfolgen.

„Protonentherapie in keiner Weise experimentell“

Die Ionentherapie an sich ist nicht neu, wird aber erstmals in Österreich angewandt. 1.000 Patienten sollen es bis 2020 sein, die jährlich in Wiener Neustadt behandelt werden. „Die Frage ist doch, ob an Patienten herumexperimentiert wird. Das ist nicht der Fall. Die Protonentherapie wird seit nahezu 30 Jahren praktiziert, die Therapie ist wohl neu in Österreich, aber in keiner Weise experimentell,“ beruhigt Hug besorgte Stimmen.

Eugen Hug MedAustron

Kästenbauer/Ettl

Eugen Hug, medizinischer Leiter des MedAustron in Wiener Neustadt

Er selbst ist es, der jeden Patienten persönlich kennenlernen und auch während der Strahlentherapie bei MedAustron begleiten will. „Ich habe mich noch nie wegorganisiert“, so der Krebsspezialist, der gerne auch auf eine Prise Bescheidenheit pocht, wenn von den Möglichkeiten der Krebstherapie die Rede ist. „Es gibt schwarz und weiß, aber wenig Grautöne in unserer Arbeit“, so Hug.

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„Nahaufnahme“, 9.7.2017

„Wir sind nicht die Wunderwaffe“

„Wir sind ein wichtiger Schritt in die Zukunft, aber wir sind nicht die Wunderwaffe“, meint der Münchner im „Nahaufnahme“-Gespräch. Hug war zuvor in der Schweiz und den USA in Strahlentherapiezentren tätig, bei MedAustron betritt er in der Forschung auch Neuland. „Da sind wir noch lange nicht am Ende“, so Hug, „aber ob wir wirklich eines Tages sagen können, wir hätten den Krebs besiegt, da bin ich eher skeptisch.“

Die „Nahaufnahme“ mit Eugen Hug zum Nachhören:

Schwarzenberg: Staatsmann, Zeitzeuge und Europäer

Schwarzenberg feiert im Dezember seinen 80. Geburtstag. Im Gespräch mit Alice Herzog erzählt er seine Lebensgeschichte, in der sich viele Facetten des 20. und 21. Jahrhunderts spiegeln. „Die Neugier war und ist meine prägendste Eigenschaft, Zeit meines Lebens“, so Karl Schwarzenberg, der in jungen Jahren gerne Journalist geworden wäre, aber schon im Alter von 28 Jahren das große Familienerbe antreten musste.

Nahaufnahme Karl Schwarzenberg

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Karl Schwarzenberg (r.) bei Alice Herzog in der „Nahaufnahme“

Warum er sich immer politisch engagiert hat? „Die Politik hat sich mit unserer Familie beschäftigt, infolgedessen habe ich mich mit der Politik beschäftigt“, begründet Karl Schwarzenberg seine politische Tätigkeit in Tschechien, wo er zunächst Kanzler unter Staatspräsident Vaclav Havel war, später Außenminister und zuletzt auch für das Präsidentenamt kandidierte. Die eigene Lebensgeschichte habe ihn politisch denken und handeln gelehrt, aber er fügt hinzu: „Politik sollte nur Leuten mit Humor gestattet sein.“

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„Nahaufnahme“, 2.7.2017

Mit zehn Jahren wurde er aus seiner Heimat Böhmen vertrieben, seine Familie enteignet. Er maturierte in Wien, in Murau in der Obersteiermark hat seine Familie bis heute einen Wohnsitz. „Ich bin an vielen Orten zuhause“, so Schwarzenberg, der den Heimatbegriff durchaus weiter fasst und sich am liebsten als Europäer bezeichnet.

Die „Nahaufnahme“ mit Karl Schwarzenberg zum Nachhören: