„Islam“-Kuratorin Noggler-Gürtler im Gespräch

Jeden Sonntag stellt Radio NÖ in der „Nahaufnahme“ Personen mit Niederösterreich-Bezug vor. Kulturmanagerin und Historikerin Lisa Noggler-Gürtler ist Kuratorin der neuen Islam-Ausstellung der Schallaburg und diese Woche zu Gast.

Lisa Noggler-Gürtler: „Vielfalt ist etwas Schönes“

„Die Ausstellung soll Mut und Lust machen auf die Begegnung mit fremden Kulturen und ich würde mir wünschen, dass die Menschen weniger im schwarz-weiß Denken verhaftet sind und mitnehmen, dass Vielfalt etwas Bereicherndes ist“, erzählt Noggler-Gürtler in der „Nahaufnahme“. „Mich interessiert sehr das Zusammenleben von Kulturen, auch weil ich sieben Jahre meines Lebens Sozialarbeiterin war“, begründet sie ihr Engagement für dieses sensible und kontroversielle Thema.

Alice Herzog und Lisa Noggler-Gürtler

ORF

Lisa Noggler-Gürtler zeigte Alice Herzog die „Islam“-Ausstellung auf der Schallaburg

Wie leben Muslime in Österreich? Wie gut oder schlecht funktioniert der Alltag in einer multikulturellen Gesellschaft wirklich? Und gibt es denen einen Islam überhaupt? Auf diese und andere Fragen, soll die neue Ausstellung auf der Schallaburg Antworten bieten. Die Besucherinnen und Besucher sind aufgefordert, sich selbst ein Bild zu machen.

Konflikte und Verunsicherung als Themen

Lisa Noggler-Gürtler spricht in der „Nahaufnahme“ auch offen über Konfliktthemen, wie die Flüchtlingsströme oder das vieldiskutierte Kopftuchverbot. „Egal ob ich es als Gebot oder Verbot nehme, sobald ich es jemanden anderen zwanghaft umstülpe - auch das Verbot, ein Kopftuch zu tragen - hat das etwas von Unfreiwilligkeit und ist nicht mehr gut gesellschaftstauglich“, so die langjährige Ausstellungskuratorin, die auch bereits Schauen in Wien, Tirol, Vorarlberg betreut hat.

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„Nahaufnahme“, 19.3.2017

Auch die Verunsicherung, die in der Bevölkerung herrscht, wenn es um die Flüchtlingsströme geht, wird in der Islam-Ausstellung thematisiert. „Es ist nicht immer so, dass man einen Täter hat und einen Angreifer, sondern man muss sich sehr genau überlegen, wer ist der Droher und wer ist der Angreifer. Gerade wenn es um das Thema Flucht geht, ist es extrem paradox. Da kommen flüchtende Menschen zu uns, die sich woanders fürchten, und wir fürchten uns vor den flüchtenden Menschen. Wer hat eigentlich vor wem Angst und wo liegt die Lösung?“, so Lisa Noggler-Gürtler.

Die „Nahaufnahme“ mit Lisa Noggler-Gürtler zum Nachhören

Barbara Stöckl auf der „anderen Seite“ im Gespräch

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„Nahaufnahme“, 12.3.2017

Seit vielen Jahren bittet die Journalistin Barbara Stöckl im ORF-Fernsehen Gäste zum ausführlichen Gespräch – „Stöckl am Samstag“ heißt dabei eine Sendung, „Stöckl“ und „Science Talk“ zwei andere. Dabei stehen Generationenfragen und soziale Konflikte, Frauenthemen, Gesundheit, Soziales und wissenschaftliche Themen im Mittelpunkt.

Barbara Stöckl und Alice Herzog

ORF

Barbara Stöckl, diesmal in der „Nahaufnahme“ mit Alice Herzog auf der „anderen Seite“ des Mikrofons

Diesmal stellt sich Barbara Stöckl den Fragen

Am Sonntag ist Barbara Stöckl selbst zu Gast – in der Radio-NÖ-„Nahaufnahme“: Im Gespräch mit Alice Herzog geht es unter anderem um die vielen Begegnungen mit Persönlichkeiten aus verschiedenen Lebensbereichen, um das Zugehen auf Menschen und um soziales Engagement.

Dazu erzählt Barbara Stöckl über ihre berufliche Laufbahn, die mit den Jugendsendungen „Okay“ und „X-Large“ begonnen und über „help.tv“ bis zur Publikation von Büchern geführt hat. Zuletzt schrieb die gebürtige Wienerin „Was wirklich zählt. Ermutigungen für jeden Tag“.

Die „Nahaufnahme“ mit Barbara Stöckl zum Nachhören

Biobauer Zoubek auf Erfolgsspur

Gerhard Zoubek ist einer der erfolgreichsten Biobauern Österreichs. Heuer feiert er mit seinem Team vom Biohof Adamah in Glinzendorf (Bezirk Gänserndorf) sein 20-jähriges Jubiläum. „Ich weiß gar nicht, wo die Zeit geblieben ist. Aber ja, es macht mich auch stolz“, so der niederösterreichische Biopionier, der Mitte der 90er Jahre den bäuerlichen Betrieb seiner Schwiegereltern auf Anraten seiner Frau auf kontrolliert biologische Landwirtschaft umstellte. „Wir waren sehr, sehr visionär und wollten die Welt verändern“, sagt Gerhard Zoubek und fügt hinzu: „Im Grunde will ich es heute auch noch!“

Gerhard Zoubek Glinzendorf Biobauer Biopionier

ORF

Alice Herzog im Gespräch mit Gerhard Zoubek, einem der erfolgreichsten Biobauern

Heutzutage beschäftigt Zoubek in Glinzendorf rund 140 Mitarbeiter und beliefert an die 6.000 Kunden in Niederösterreich und Wien mit Obst- und Gemüsekisten aus biologischem Anbau. Die Direktvermarktung ist ihm wichtig: „Ich möchte meinen Kunden so nahe wie möglich sein und ihnen auch vermitteln, wie und wo ihre Lebensmittel herkommen.“ Auch seine Erfolgsgeschichte war von Höhen und Tiefen begleitet, erzählt Gerhard Zoubek im Gespräch mit Alice Herzog. „Einmal haben uns Mäuse einen ganzen Versuch für eine vielversprechende Karottensorte zunichte gemacht und irgendwann war unser Unternehmen durch das schnelle Wachstum an dem Punkt, wo es eine neue Struktur gebraucht hat“, so der überzeugte Biobauer, der auch seine Kinder und Schwiegerkinder für seinen Betrieb begeistern konnte.

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„Nahaufnahme“, 5.3.2017

Bio als Lebenshaltung

"Für mich steht eine Lebenshaltung dahinter, wie gehe ich mit mir um, mit meiner Frau, meinen Kindern, meinen Kunden und der Umwelt. Bio ist mehr als nur auf Kunstdünger und Spritzmittel zu verzichten. Ich sage gerne, mein Denken ist „enkeltauglich" im Sinne von nachhaltig.“ Er selbst behält am liebsten den Überblick und macht sich gern ein persönliches Bild von seinen Mitarbeitern am Feld, im Lager, im Vertrieb oder im Ab-Hof-Verkauf. Das „Du-Wort“ ist für ihn selbstverständlich: „Ja, das nehme ich mir heraus. Man kann auch per Du wertschätzend miteinander umgehen.“

Die „Nahaufnahme“ mit Biopionier Gerhard Zoubek zum Nachhören

Gerald Wirth, Künstlerischer Leiter der Sängerknaben

Gerald Wirth leitet seit mehr als 15 Jahren die weltberühmten Wiener Sängerknaben. Zu Hause ist der künstlerische Leiter in Tradigist im Pielachtal. Dort betreibt Gerald Wirth mit seiner Frau eine kleine Schafzucht. In der Radio-Niederösterreich-„Nahaufnahme“ erzählt der sechsfache Familienvater über sein Leben zwischen internationalen Konzertbühnen und seinem Zuhause am Land in Niederösterreich. „Für mich ist es der berühmte Ausgleich zum internationalen Konzertwesen“, sagt Gerald Wirth im Gespräch mit Alice Herzog und fügte hinzu: „Mein Koffer steht immer gepackt in meinem Zimmer.“

Alltag der Sängerknaben: Disziplin, Ehrgeiz, Heimweh

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„Nahaufnahme“, 26.2.2017

Der Alltag bei den Wiener Sängerknaben spiele sich zwischen Disziplin, Ehrgeiz und Heimweh ab, so Wirth in der „Nahaufnahme“. „Unsere Aufgaben gehen weit über die rein schulischen und musikalischen hinaus“, sagt der sechsfache Vater, der auch seine eigenen Söhne für die Wiener Sängerknaben begeistern konnte. Man müsse die Kinder trösten und motivieren, um sie eben zu jenen Höchstleistungen zu bringen, für die der Knabenchor seit über einem halben Jahrtausend weltberühmt ist.

Nahaufnahme Gerald Wirth

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Alice Herzog in der „Nahaufnahme“ mit dem Künstlerischen Leiter der Wiener Sängerknaben, Gerald Wirth

Gerald Wirth erzählt in der „Nahaufnahme“ auch über seine eigene Zeit bei den Wiener Sängerknaben. Seitdem habe sich viel verändert, stellt der Künstlerische Leiter fest. „Disziplin wird heute bestimmt anders verstanden als damals“, erklärt er. „Ich hatte Glück, die richtigen Personen als Kapellmeister getroffen zu haben.“

Wirth verbrachte einige Jahre in Kanada, wo auch drei seiner sechs Kinder zur Welt gekommen sind. „Das verdanke ich auch meiner Frau, die all die Wege mit mir mitgegangen ist.“ Gemeinsam gründete das Ehepaar Wirth im Pielachtal (Bezirk St. Pölten) eine Musikakademie für Lehrer- und Chorleiterfortbildung und entwickelte eine eigene Methodik, Musik und Singen auch körperlich zu erfahren. In Grafenegg wurde im Vorjahr eine seiner eigenen Kompositionen, die „Carmina Austriaca“, aufgeführt - mit Beteiligung der Wiener Sängerknaben.

Die „Nahaufnahme“ mit Sängernknaben-Chef Gerald Wirth zum Nachhören

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