Hinterseer: „Ich bin wie ich bin“

Hansi Hinterseer macht zum Abschluss seiner Konzerttournee zweimal in Niederösterreich Station. In der „Nahaufnahme“ erzählt er über die schwierigste Zeit in seinem Leben und was er den Menschen zu sagen hat, die ihn belächeln.

„Ich bin wie ich bin“, sagt der erfolgreiche Schlagersänger, Moderator und Ex-Skirennläufer im Gespräch mit Alice Herzog. „Wer mich oder meine Musik nicht mag, kommt ohnehin nicht zu meinen Konzerten.“ Seine Fans sind ihm bis heute treu und Menschen, die ihn kritisieren, interessieren ihn nicht. „Man kann es niemals allen recht machen, aber wenn es jemand schafft, mit dem, was er auf der Bühne macht, Menschen anzusprechen und zu begeistern, kann er nicht alles falsch machen“, so Hansi Hinterseer in der „Nahaufnahme“.

Hansi Hinterseer Alice Herzog

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Hansi Hinterseer in der „Nahaufnahme“

„Wir hatten nichts - und doch alles“

Von seiner Kindheit auf der Seidlalm in Kitzbühel, wo er bei seinen Großeltern und seiner Tante aufgewachsen ist, spricht Hansi Hinterseer besonders gerne. „Wir hatten nichts - und doch alles“, so der Sänger über den Bergbauernhof, von dem aus er im Winter schon mit Skiern in die Schule gefahren ist. „Wir hatten uns und sonst nicht viel, aber das hat mich geprägt“, sagt Hansi Hinterseer. „Der Umgang mit Menschen ist für mich das Wichtigste, nicht ein SMS schicken, sondern in die Augen schauen und miteinander reden, da kommen für mich die Leut‘ z’samm.“

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„Nahaufnahme“, 15.4.2018

Skifahren aus Leidenschaft

„Der Sport ist eine gute Schule, weil man mit Erfolg und Misserfolg innerhalb kürzester Zeit konfrontiert ist“, resümiert Hansi Hinterseer über seine Zeit als erfolgreicher Skirennläufer (Riesentorlauf-Weltcupsieger 1972/73 und Vize-Weltmeister 1974). Auch über die schwierige Zeit rund um sein Karriereende im Weltcup mit nur 24 Jahren spricht er in der „Nahaufnahme“.

Heimat ist für ihn bis heute Kitzbühel in Tirol, wo er mit seiner Familie wohnt, 35 Jahre an der Seite seiner Frau Ramona, einer Schweizerin. „Sie ist eine starke Frau und ich habe ihr sehr viel zu verdanken“, so Hinterseer. Seinem zweijährigen Enkel liest er am liebsten aus dem eigenen Märchenbuch vor. „Glück ist für mich Gesundheit, Familie und ein bisserl Erfolg“, so der beliebte Entertainer und: „Ja, ich bin zufrieden.“

Die „Nahaufnahme“ zum Nachhören:

Liessmann: „Ich weiß noch viel zu wenig“

Der Philosoph und Bestsellerautor Konrad Paul Liessmann ist einer der streitbarsten Denker Österreichs. In der Radio NÖ-„Nahaufnahme“ begründet er, warum er entschiedener Gegner des praxis- und kompetenzorientierten Unterrichts ist.

„Wer heute über Bildung spricht, glaubt an Wunder“, meint Konrad Paul Liessmann: „Das wird völlig überschätzt. Bildung ist nicht die Lösung aller Probleme. Ich glaube, es ist auch das schlechte Gewissen von Erwachsenen, die das gerne auf die Schulen abschieben. Wer etwas verändern will, soll bei sich selbst beginnen“, sagt der bekannte Philosoph im großen Radio Niederösterreich Interview der Woche.

Nahaufnahme Konrad Paul Liessmann

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„Nahaufnahme“, 8.4.2018

„Wenn wir Bildung ernst nehmen und nicht hinter hohlen Phrasen wie Kompetenzorientierung, Digitalisierung oder Integration verstecken, wird sie als Form der Provokation empfunden, weil damit Ansprüche verbunden sind, wie kritisches Denken, die heute nicht mehr so gern gesehen werden.“ Was macht nun einen gebildeten Menschen aus? Auch diese Frage beantwortet Konrad Paul Liessmann auf seine Weise: „Man kann Bildung nicht auf Wissen reduzieren, Bildung ganz ohne Lebenserfahrung geht auch nicht, aber ich glaube, dass auch Belesenheit nach wie vor einen ganz zentralen Bestandteil von Bildung ausmacht.“

Als Wissenschaftler, der gerne auch in Öffentlichkeit seine Meinung kundtut, spricht er auch über Provokation und den Anspruch, sich so gut wie möglich an der Wahrheit zu orientieren. „Die Wahrheit ist auch etwas, das strittig ist, vor allem in einer Zeit, in der wir uns von Fake News gerne einlullen lassen.“

Heinz Nußbaumers „kleine große Welt“

Mit Präsidenten und Revolutionsführern im Gespräch. Von Agenten verfolgt, vom Militär verhaftet und bis heute immer wieder im Kloster am Berg Athos: Heinz Nußbaumer hat viele Geschichten zu erzählen. Es sind die Geschichten hinter der Geschichte, die er als außenpolitischer Journalist, aber auch als Sprecher zweier österreichischer Bundespräsidenten erlebt hat.

„Nicht immer waren die Mächtigen die ganz Großen in meinem Leben“, sagt der weit gereiste, überzeugte Österreicher, der mit seiner Familie seit vielen Jahren in Hinterbrühl (Bezirk Mödling) lebt, über die vielen Begegnungen mit Präsidenten, Revolutionsführern oder anderen Machthabern dieser Welt. Nicht selten habe er als stiller Botschafter zwischen den Fronten agiert, so Nußbaumer im Gespräch mit Alice Herzog.

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„Nahaufnahme“, 1.4.2018

Auf die Frage, ob es jemals wirklich gefährlich war, antwortet er gekonnt diplomatisch: „Vor meiner Frau würde ich sagen, ganz gefährlich war es nie. Ein paar Mal war es schon haarig, aber ich war niemand, der an der vordersten Front der Soldaten sein wollte. Das war ich nicht.“

Heinz Nußbaumer

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Viel lieber erzählt er von seiner Begeisterung für die Mönche am Berg Athos, wo es ihn Jahr für Jahr hinzieht, um ganz abzuschalten, aber auch um sich körperlich eine Auszeit zu gönnen. „Ich habe immer den richtigen Beruf, aber den falschen Körper dafür gehabt“, sagt Nußbaumer, der Zeit seines Lebens mit vielen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. „Heute geht es mir prächtig“, sagt der persönliche Freund des Dalai Lama. „Ein Mönch hat mir einmal gesagt: Je mehr du hast, desto mehr hat es dich. Es ist besser, mit leichtem Gepäck durchs Leben zu gehen.“

Julia Stemberger „ganz persönlich“

„Der wichtigste Motor für meinen Weg war, dass ich mich für das entschieden habe, wofür ich brenne und was ich wirklich aus voller Überzeugung gerne mache“, resümiert Julia Stemberger im Gespräch mit Alice Herzog. Die 53-jährige Schauspielerin kann auf mittlerweile 34 Jahre am Theater, beim Film und auf der Bühne zurückblicken.

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„Nahaufnahme“, 25.3.2018

Sie erinnert sich an ihr Filmdebüt im Jahr 1984, als sie in „Herzklopfen“ nicht nur alle Hüllen fallen ließ, sondern das Casting dafür auch noch zwischen schriftlicher und mündlicher Matura bewältigte. „Mutig war ich immer“, so Stemberger, „damals vielleicht auch noch unbekümmerter.“

Julia Stemberger

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Alice Herzog im Gespräch mit Julia Stemberger (l.)

Heute tritt ihre Tochter Fanny Altenburger in ihre Fußstapfen und erlebt gerade ihr erstes Kinofilm-Debüt in einer Hauptrolle („Die letzte Party deines Lebens“, der Kinostart war am 23. März), ebenfalls ein paar Monate vor der Matura. „Ja, ich habe sie immer unterstützt, aber nur, weil ich erkannte, dass sie wirklich Talent hat“, so Stemberger über ihre Tochter, der sie bisher alles in ihrem Leben unterordnete.

„Ich konnte mich meinem Beruf nur zuwenden, wenn ich gewusst habe, mit der Fanny ist alles in Ordnung. Nichtsdestotrotz hat mich das schlechte Gewissen immer fest an der Hand gehabt“, sagt Julia Stemberger. Sie erzählt in der „Nahaufnahme“ auch über die enge Familienbande in der Künstlerfamilie Schwertsik-Stemberger, die regelmäßig auch gemeinsam auf der Bühne steht, wie derzeit in Fritz von Herzmanovsky-Orlandos „Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter“.