Niederösterreichisch für Fortgeschrittene

Der Niederösterreicher weiß, was es bedeutet, wenn einer sagt: „Bei an Lamuahatscha hot da Edi a Dochtl gfaungt!“ Damit auch unsere deutschen Urlaubsgäste diesen Satz verstehen, gibt es heuer wieder unseren Sommersprachkurs.

Sendungshinweis

„Niederösterreichisch für Fortgeschrittene“ in „Guten Morgen NÖ“ und „Der Sommernachmittag auf Radio NÖ“ bzw. „Die Radio NÖ Sommertour“, 3.7.2017 bis 1.9.2017

Der (fiktive) deutsche Feriengast Kai-Uwe ist mit Frau und Schwiegermutter wieder auf Urlaub in Niederösterreich. In der sommerlichen Radioserie „Niederösterreichisch für Fortgeschrittene“ erkundet er auch heuer die Fülle, den Witz und die Treffsicherheit der niederösterreichischen Mundart und lässt sich Dialektvokabeln wie „Noagerl“, „zizerlweis“ und „Blunzenstricker“ erklären.

„In dem Tschocherl san die Topfngolatschn scho gaunz letschat!“ Damit Kai-Uwe den unzufriedenen Kaffeehausbesucher aus Baden versteht, müsste dieser auf Hochdeutsch sagen: „In dem kleinen Kaffeehaus sind die Quarktaschen schon zu weich!“ Das Tschocherl (oder Tschecherl) kann auch ein kleines Gasthaus sein, jedenfalls ein Lokal, in dem man tschechern, das heißt Alkohol trinken kann. Unter Topfengolatschen versteht man ein viereckiges, süßes Germteigtascherl mit einer Topfenfüllung. Die Bezeichnung kommt aus dem tschechischen Wort kolác für Torte.

Diskothek Tänzer

dpa/dpaweb/dpa/A3724 Felix Heyder

Die körperliche Nähe der Gäste in Diskotheken hat schon manchmal zu handgreiflichen Reaktionen geführt - ein „Lamuarhatscha mit Dochtl“

„Bei an Lamuahatscha hot da Edi a Dochtl gfaungt!“ Der arme Edi! „Beim Tanzen zu einem verträumten Musikstück hat der Eduard eine Ohrfeige bekommen!“ Der Lamourhatscha wird eng, das heißt mit viel Körperkontakt getanzt. Wenn der zu weit geht, kann das zu einer Dachtel führen. Dieses Wort ist wohl aus dem mittelhochdeutschen daht (=denken) entstanden. Somit bedeutet die Dachtel ursprünglich Denkzettel.

„Des Oamutschkerl wohnt in ana Keischn auf der Gstettn.“Und das im Jahr 2017! „Das arme Geschöpf wohnt in einem baufälligen Haus auf dem verwahrlosten Grundstück.“ Früher hat man unter einer Keusche ein sehr einfaches Bauernhaus verstanden, im heutigen Sprachgebrauch benennt man so ein baufälliges Gebäude. Die Gstetten ist Brachland, ein nicht genutztes Stück Boden, um das sich niemand kümmert.

Wer bereits gesendete Folgen verpasst hat, kann sie hier „nachhören“:

Montag, 24. Juli 2017, Folge 16

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Mittwoch, 26. Juli 2017, Folge 18

Donnerstag, 27. Juli 2017, Folge 19

Freitag, 28. Juli 2017, Folge 20

Montag, 31. Juli 2017, Folge 21

Dienstag, 1. August 2017, Folge 22

Mittwoch, 2. August 2017, Folge 23

Donnerstag, 3. August 2017, Folge 24

Freitag, 4. August 2017, Folge 25

Montag, 7. August 2017, Folge 26

Dienstag, 8. August 2017, Folge 27

Mittwoch, 9. August 2017, Folge 28

Donnerstag, 10. August 2017, Folge 29

Freitag, 11. August 2017, Folge 30

Montag, 14. August 2017, Folge 31

Dienstag, 15. August 2017, Folge 32

Mittwoch, 16. August 2017, Folge 33

Donnerstag, 17. August 2017, Folge 34

Freitag, 18. August 2017, Folge 35

Montag, 21. August 2017, Folge 36

Dienstag, 22. August 2017, Folge 37