Zeitzeuge erinnert sich an Kraftwerksbau

Für die Rubrik „Ganz persönlich“ besucht noe.ORF.at jeden Samstag interessante Persönlichkeiten. Otto Irschik blickt zurück auf den Bau des Staukraftwerks Ottenstein vor 60 Jahren, der 85-Jährige war damals Baustellenelektriker.

Nach nur drei Jahren Bauzeit wurde das letzte der drei Kamp-Kraftwerke fertiggestellt. Otto Irschik, damals Baustellenelektriker und einer der letzten Zeitzeugen erinnert sich, dass er erst nach über 40 Tagen das erste Mal heim zu seiner Frau fuhr - ohne Genehmigung seines Chefs.

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„NÖ heute“, 8.7.2017

Die Arbeit als Baustellenelektriker, betont Irschik, war eine permanente Herausforderung: Ständig waren Baustelleneinrichtungen und Maschinen anzuschließen und Reparaturen auszuführen. Besonders nach Felssprengungen mussten häufig beschädigte Kabel repariert werden. Eine nicht ungefährliche Arbeit, erinnert sich der heute 85-Jährige: „An der Felswand bin ich um Mitternacht herumgeturnt. Zu diesem Zeitpunkt ist auch gesprengt worden. Dann sind die Steine geflogen, so groß wie ein halber Tisch. Dem Tod bin ich einige Male entronnen …“.

Die ersten Maschinen des Kraftwerks gingen am 14. Oktober 1956 in Betrieb. Am 6. Juli 1957 wurde das Pumpspeicherkraftwerk Ottenstein in Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers Julius Raab offiziell eröffnet. Das Staukraftwerk Ottenstein ist bis heute das leistungsfähigste Wasserkraftwerk der EVN und gehört zu den größten Infrastrukturinvestitionen in Niederösterreich.

Otto Irschik „ganz persönlich“

Der damalige Baustellenelektriker erinnert sich als einer der letzten Zeitzeugen zurück an den Bau des Staukraftwerks Ottenstein vor 60 Jahren.

Hans Wurzer: Zwischen Elfmeter und Evangelium

Hans Wurzer ist Stadtpfarrer von Ybbs an der Donau (Bezirk Melk). In seiner Freizeit ist er aber auch der Kapitän der österreichischen Priester-Fußballnationalmannschaft. In „Ganz persönlich“ spricht Wurzer darüber, wie Elfmeter und Evangelium zusammenpassen.

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„NÖ heute“, 1.7.2017

Der 50-Jährige, der in Purgstall an der Erlauf (Bezirk Scheibbs) aufgewachsen ist, war 1995 sogar Gründungsmitglied der Priester-Fußballnationalmannschaft. Seither tauscht er regelmäßig sein Priestergewand gegen den Kickerdress. Bei der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft in Kroatien belegte das Team den achten Platz unter 16 Mannschaften. Der Sieg ging an Portugal vor Bosnien, Dritter wurde das Gastgeberteam aus Kroatien. „Diese Länder konnten auf einen riesigen Pool an jungen Priestern zurückgreifen“, begründet Wurzer das Resultat.

Hans Wurzer „ganz persönlich“
Der Stadtpfarrer von Ybbs an der Donau spricht über seine Leidenschaft zum Fußball und wie Elfmeter und Evangelium zusammenpassen.

Lizz Görgl: „Skifahren war mein Leben“

Mit 36 Jahren war Schluss. Vor zwei Wochen gab Ski-Rennläuferin Elisabeth Görgl ihren Rücktritt vom aktiven Rennsport bekannt. Die „Wahl-Niederösterreicherin“, wie sie sich selbst bezeichnet, beendete nach 17 Jahren ihre Karriere, deren Höhepunkt 2011 in Garmisch erfolgte, als sie WM-Gold in Abfahrt und Super-G holte.

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„NÖ heute“, 24.6.2017

Görgl ist mit dem Musiker Chris Harras liiert, deshalb hat die Steirerin neben Innsbruck auch in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) einen Wohnsitz. Ihre Liebe zur Musik hatte die multitalentierte Sportlerin schon 2011 eindrucksvoll zur Schau gestellt, als sie bei der WM-Eröffnung in Garmisch-Partenkirchen den offiziellen WM-Song auf der Bühne zum Besten gab und tags darauf Gold im Super-G gewann.

„Wenn was daraus wird, würde es mich freuen“, sagte die Siegerin von sieben Weltcuprennen. Görgl hat aber ohnehin bereits sehr konkrete Berufspläne für das Leben nach dem Skifahren, diese werden im Bereich Fitness, Wellness, Coaching und Innenarchitektur liegen.

Lizz Görgl „ganz persönlich"
Nach ihrem Rücktritt vom aktiven Skirennsport erzählt die 36-Jährige über ihre neue Heimat Niederösterreich und ihre Liebe zur Musik.

Karin Kneissl: „Geistige Freiheit geht über alles“

Im Präsidentschaftswahlkampf erhielt Karin Kneissl gleich mehrere Angebote, zu kandidieren, die sie jedoch alle ablehnte. Dafür sei sie zu freiheitsliebend, sagt sie. Kneissl schlug in den 80ern eine diplomatische Laufbahn ein und arbeitete unter anderem im Kabinett der Außenminister Alois Mock (ÖVP) und Wolfgang Schüssel (ÖVP). Später machte sie sich als Journalistin und Autorin selbständig. "Ich bin dankbar, dass ich in manchen Situation das sagen darf und kann wofür ich klare Argumente habe und nicht als Funktionsträger einen bestimmten Reim aufsagen muss“, sagt Kneissl heute.

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„NÖ heute“, 17.6.2017

Die Nahost-Expertin studierte Jus und Arabistik, spricht sechs Sprachen, lebte in Jordanien, Beirut und Israel, studierte an der Hebräischen Universität in Jerusalem, ist Mitbegründerin von „Ärzte ohne Grenzen“ sowie Vizepräsidentin der österreichischen Gesellschaft für politisch-militärische Studien und lehrt auch an Universitäten. „Die geistige Freiheit geht mir über alles“, sagt sie. Wenn sie nicht gerade in Syrien, Afghanistan oder einer anderen Krisenregion unterwegs ist - um am Puls des Geschehens zu bleiben, wie sie sagt - lebt Kneissl in Seibersdorf (Bezirk Baden).

Karin Kneissl „ganz persönlich“

Im persönlichen Gespräch spricht Kneissl auch über die aktuelle weltpolitische Lage. Sie sei in Sorge um die unmittelbare Zukunft, sagt sie.