„GEMEINSAM STARK – INNOVATIVE LANDWIRTSCHAFT IN NIEDERÖSTERREICH“

Milchverarbeitung und Fleischproduktion, Mohnanbau, Gewürze und Arzneipflanzen: In ganz unterschiedlichen Sparten haben sich landwirtschaftliche Erzeugergemeinschaften als chancenreiche Alternative im europäischen Verdrängungswettbewerb etabliert. Das zeigt ein „Österreich-Bild am Sonntag“ aus dem ORF Landesstudio Niederösterreich.

Noch gibt es im größten Agrar-Bundesland knapp 40.000 landwirtschaftliche Betriebe, die Ernährungssicherheit und Vielfalt des Angebots sichern. Der Strukturwandel und die immer größere Konkurrenz aus dem Ausland sind aber starke Herausforderungen. Damit die Landwirtschaft auch in Zukunft das Rückgrat des ländlichen Raumes bleiben kann, gewinnt das Motto „Gemeinsam sind wir stark“ daher immer mehr an Bedeutung.

Reisanbau im Weinviertel

Österreis

Ein Beispiel aus dem Waldviertel:

Seit mehr als 30 Jahren unterstützt der Sonderkulturverein „Waldland“ seine landwirtschaftlichen Partner bei der Revitalisierung des Waldviertler Graumohns. Die Veredelung dieses regionalen Rohstoffes zu hochwertigen Lebensmitteln wurde der Schlüssel zum ersten Erfolg.

Aber längst haben die inzwischen 800 Vertragsbauern die Angebotspalette erweitert. Sie reicht nun vom Anbau von Pflanzen für Tee und Gewürze, deren Aromastoffe durch die Kleinklimaverhältnisse im Waldviertel besonders begünstigt sind, bis zur Herstellung wirkstoffspezifischer Arzneipflanzen für die Pharmazie wie Mariendistel oder Ginkgo.

Inzwischen beziehen namhafte Arzneimittelhersteller in aller Welt von Waldland derartige Wirkstoffe für pharmazeutische Präparate zur Leberstärkung, Prostatatherapie, Schmerztherapie und Demenzprophylaxe. Schließlich arbeiten ausgebildete Fachkräfte an speziellen Verarbeitungstechnologien, um Pflanzen wie Schnittlauch optimal zu schonen und höchstmögliche Qualität zu gewährleisten.

Sendetermin: Sonntag, 19. Februar 2017, 18.25 Uhr, ORF 2

Ein zweites Beispiel für Kooperation aus dem Wein- und Mostviertel:

Die Erzeugergemeinschaft „Gut Streitdorf“ mit Standorten in Streitdorf und Herzogenburg setzt in der Produktion auf höchste Qualitätsstandards, später auf eine Bündelung des Angebots und die Koordination in der Vermarktung der Produkte seiner Mitglieder.

Und was in der Nachkriegszeit mit einem Ferkel-Zuchtverband begonnen hat, weil kleinflächige Betriebe aufgrund der Futtermittel-Knappheit die Tiere oft nicht ausfüttern konnten, ist heute ein erfolgreicher Zusammenschluss für die Schweine-, Rinder-, Schafe- und Ziegen-Zucht.

Dabei haben Landwirte immer wieder konventionelle Wege verlassen und hochwertige Marktnischen gefunden – die Familie Fohringer etwa, deren Zuchtbetrieb für die zunächst weitgehend unbekannte Schweinerasse Duroc heute zu den bedeutendsten ganz Europas zählt.

Und ein drittes Beispiel aus dem Mostviertel:

Vier Familien waren es, die anfänglich rund um Wilhelmsburg Schulen und Kindergärten der Region mit eigener Milch und selbstgemachtem Vormittagskakao direkt beliefern wollten.

Heute sind aus dieser Initiative die „Wilhelmsburger Hoflieferanten“ geworden – und rund 3.500 Kinder aus 160 Schulen der Bezirke St. Pölten und Lilienfeld lassen die Schulmilch wie auch das einzige regionale Fruchtjoghurt Österreichs in den Sorten Erdbeere, Marille und Dirndl schmecken. Ein Käseladen und ein Erlebnis- und Genussbauernhof runden inzwischen das Angebot der Genossenschaft ab.

Basis des Erfolgs sind zum einen die Herstellung nicht industrieller Produkte in der Region, zum anderen das persönliche Einstehen für Herkunft und Qualität der Produkte.

„GEMEINSAM STARK – INNOVATIVE LANDWIRTSCHAFT IN NIEDERÖSTERREICH“ am Sonntag, 19. Februar 2017, um 18.25 Uhr in ORF 2.