Die Macht der kleinen Powerpausen

Mut zur Pause: Wer im Beruf gestresst ist und unter Verspannungen leidet, kann sogenannte Powerpausen einlegen. Kleine Übungen für Zwischendurch entspannen Körper und Geist und kurbeln die Konzentration an.

Fingeryoga, ein kurzer Spaziergang oder einfach nur kurz die Augen schließen - Powerpausen können ganz unterschiedlich aussehen. Eine Sache jedoch haben sie gemeinsam: Innerhalb kürzester Zeit rütteln sie Körper und Geist wach und steigern die Leistungsfähigkeit.

Wer arbeitet oder lernt, muss sich konzentrieren. Doch das gelingt uns nicht immer gleich gut: Die meisten Menschen sind zwischen acht und elf Uhr besonders leistungsfähig. Nach dem Mittagessen sinkt die sogenannte Leistungskurve jedoch ab, um am Nachmittag noch einmal zu steigen. In der Nacht fällt sie dann erneut deutlich ab.

Powerpausen

ORF

Doch nicht nur die Tageszeit bestimmt, wann unsere Leistungsfähigkeit absinkt: Auch Anspannung kann dafür verantwortlich sein, weiß Stresscoach Brigitte Zadrobilek: „Unser Körper sendet dann Signale. Wir haben Schwierigkeiten, uns zu konzentrieren, können einen Gedanken nicht halten oder werden ein bisschen grantig". Auch Muskelverspannungen oder Fingerzittern seien deutliche Warnsignale für Stress. Was da hilft: eine Powerpause.

Alle 90 Minuten eine Pause einlegen

Spätestens nach 90 Minuten Produktivität sollte man solch eine Powerpause machen. Bei Streck- und Koordinationsübungen kann man Körper und Geist wachrütteln und etwa die Wirbelsäule mobilisieren. Fingeryoga kann zusätzlich die Konzentration stärken: „Übungen mit den Fingern lassen unser Gehirn bis zu 20 Prozent stärker durchbluten. Das Gehirn ist dann wieder gut mit Sauerstoff versorgt, wir können wieder klarer denken, produktiver arbeiten und auch gelassener sein“, sagt Zadrobilek.

Wer sich vor Kollegen traut, kann als Gehirntraining auch mit Tüchern jonglieren. Und wem das noch immer zu wenig Bewegung ist, dem kann das Treppenhaus kurz als Fitnessstudio dienen.

Wasserkrug mit Wasserglas

ORF

In Sekundenschnelle entspannen

Die kleinste Form der Powerpausen sind die sogenannten Mikropausen, also „Sequenzen, die ein paar Sekunden bis maximal ein, zwei Minuten dauern“, wie Stresscoach Brigitte Zadrobilek erklärt. Da könne man etwa Wasser trinken, einen kleinen Ball kneten oder einfach mal kurz die Augen schließen. Am Tag verteilt solle man 20 bis 30 solcher Mikropausen einlegen: „Dann kommt man Ende des Tages vielleicht auf fünf oder sechs Minuten“.

Sendungshinweis

„Niederösterreich heute“, 5.2.2018

Dass Pausen was für Faulenzer seien, streitet Zadrobilek übrigens ab. Durch Powerpausen verliere man keine Zeit, ganz im Gegenteil: „Danach arbeitet man flotter, ist leistungsfähiger und macht weniger Fehler. Man holt die Zeit somit wieder ein“, sagt sie.

Weitere Tipps gibt es bei kostenlosen Vorträgen der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse noch bis Ende April in vielen Orten Niederösterreichs. Die Terminliste ist hier zu finden.

Link: