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Gesundheit

Tee trinkend Gewicht verlieren

Auf Süßes und Alkohol verzichten, dieses Ziel hört man derzeit oft. Apotheker Gilbert Zinsler aus dem Waldviertel ist in der Fastenzeit mit vielen Fragen konfrontiert – er gibt Antworten, wie Tee das Fasten unterstützen kann.

„Um den Kreislauf in Schwung zu bringen, können zum Beispiel Mateblätter angewendet werden. Mit heißem Wasser übergossen wirken die Blätter nicht nur anregend und helfen somit beim Kaffee-Entzug. Der Mate-Aufguss kurbelt auch die Verdauung an und hilft bei der Entgiftung“, sagt Apotheker Gilbert Zinsler. Allerdings könne Fasten auch einen gegenteiligen Effekt bewirken.

„Wenn die Gedanken ruhelos ums Essen und den Wunsch nach einer frisch aufgegossenen Tasse Kaffee kreisen, gerät der wohltuende Effekt des Fastens schnell in den Hintergrund. Auch hier helfen die richtigen Kräuter: Allen voran ist Lavendel dafür bekannt, eine beruhigende Wirkung zu haben. Allein sein Duft entspannt und wird in der Aromatherapie gegen innere Unruhe und Schlafstörungen verwendet.“ Als Tee-Aufguss hätten Lavendelblüten eine ähnlich beruhigende Wirkung. Wer den Geschmack zu aufdringlich findet, könne die Blüten mit Kamille und Melisse mischen, so Zinsler. Auch diese Heilpflanzen hätten einen entspannenden Effekt auf den Körper.

Grüntee: Bitterstoffe senken Hungergefühl

„Studien mit Grüntee haben gezeigt, dass weniger Fett in Magen und Darm aufgenommen wird und fettaufnehmende Enzyme gehemmt werden. Gleichzeitig wurde mehrfach nachgewiesen, dass diese Inhaltsstoffe den Stoffwechsel anregen (Thermogenese), den Grundumsatz bzw. Energieumsatz erhöhen und bestimmte Enzyme hemmen. Dies führte zu einer Förderung der Gewichtsabnahme. Besonders wichtig aber: Der leicht bittere Geschmack aufgrund der Bitterstoffe im Grüntee nimmt das Hungergefühl und den Heißhunger auf Süßes“, sagt der Apotheker.

Grüner Tee nach der Ernte
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Bittertstoffe des Grüntees können den Verzicht erleichtern

Abnehmen mit Ballaststoffen

„Ballaststoffe sind in Obst und Gemüse, Nüssen und Vollkornprodukten enthalten und können von unserem Körper, bzw. von den Enzymen im Darm nicht aufgespalten werden. Im Darm quellen die Stoffe dadurch auf und binden das Wasser. Dies wiederum hat einen positiven Einfluss auf Ihre Verdauung und auch die Darmflora profitiert – sind genügend Ballaststoffe vorhanden, vermehren sich die guten, probiotischen Bakterien. Ballaststoffe machen lange satt und haben wenige Kalorien. Dies ist wichtig zum Abnehmen."

Durch die Spaltung von löslichen Ballaststoffen im Körper entstehe eine Substanz, die den Appetit verringert. "Es dauert also, bis sich wieder ein Hungergefühl einstellt. Auch wird durch die Ballaststoffe ein starker Blutzuckeranstieg vermieden. Haferflocken, Chia-Samen und Leinsamen, Flohsamen sind reich an Ballaststoffen, aber auch brauner Reis, oder Vollkornnudeln, oder Früchte wie Äpfeln, Erdbeeren, Himbeeren und Goji Beeren. Ballaststoffe brauchen Flüssigkeit, um quellen zu können und somit satt zu machen. Deshalb ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig. Ansonsten können Verstopfung und Bauchkrämpfe die Folge sein“, so Zinsler.

Abnehmen mit Eiweiß

Eiweiß sei ein wichtiger Nährstoff für unseren Körper, sagt Zinsler. „Bei Protein-Diäten wird die zugeführte Eiweißmenge erhöht bei einer geringeren Gesamtkalorienzufuhr. D.h. es werden weniger Kohlenhydrate (Zucker) dem Körper zugeführt. Dadurch beginnt der Körper, statt wie üblich von Zucker auf andere Energiequellen umzusteigen. Fette werden abgebaut und in Energie für Muskeln und Organe umgesetzt. Hier greift das Protein-Prinzip: Würden Sie nicht ein Plus an Eiweiß zuführen, dann würde Ihr Körper jetzt Muskeleiweiß abbauen.“

Sendungshinweis

„Radio NÖ am Vormittag“, 17.2.2021

Weniger Muskeln würden einen verringerten grundsätzlichen Energiebedarf bedeuten, sagt der Apotheker. „Sie nehmen dann anschließend schneller wieder zu. Mit Eiweiß passiert das nicht. Ein zusätzlicher positiver Nebeneffekt ist die Sättigung: Eiweißreiche Lebensmittel werden langsamer verdaut als Kohlenhydratreiche und dadurch werden längere Essenspausen eingehalten, was dem Stoffwechsel gut tut. Die Eiweißdiät ist aber nicht für jeden geeignet. Keinesfalls sollte man dies bei einer Schädigung der Nieren versuchen. Proteine werden im Körper zu Harnstoff abgebaut. Das kann zu einer Überlastung führen. Ebenso ungeeignet ist diese Ernährungsart, wenn man zu Gicht neigt. Viel Eiweiß in der Nahrung, wie Fleisch, kann Gicht verstärken.“