Schloss Viehofen in St. Pölten
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„Kulturerbe“

Von der Ruine zum prächtigen Schloss

Schloss Viehofen in St. Pölten war jahrzehntelang eine Ruine – bis ins Jahr 2003, als Familie Figl die Gemäuer gekauft hat, um sie zu renovieren. 18 Jahre später ist die Sanierung abgeschlossen. Das Schloss kann für Veranstaltungen gemietet werden.

Schloss Viehofen in der Landeshauptstadt St. Pölten ist wie ein Phönix aus der Asche wiederauferstanden. Im 12. Jahrhundert als Besitz der Herren von Viehofen erstmals erwähnt, mit vielen Besitzerwechseln über die Jahrhunderte, war es nach 1945 verwüstet. Dann ging der Verfall unaufhörlich weiter, es war über Jahrzehnte eine Ruine.

Familie Figl hat das Schloss gerettet, das sich nun wiederaufgebaut und prächtig präsentiert. Der mittlerweile verstorbene Antiquitätenhändler Josef Figl hat zehn Baudenkmale in Niederösterreich gekauft und saniert, zuletzt Schloss Viehofen. 18 Jahre lang dauerte die Renovierung, die seine Familie nach seinem Tod weiterführte. Die Fertigstellung heuer wurde öffentlich gefeiert. Bis dahin war es aber ein langer Weg.

„Desolater Zustand“

Denn das Schloss sei beim Kauf im Jahr 2003 in einem desolaten Zustand gewesen, schildert Besitzer Matthias Figl: „Man kann sagen, eine richtige Ruine, wo man nur die Außenmauern und einige Kamine gesehen hat.“ Ihm und seinem Vater Josef Figl bot sich ein erschreckendes Bild. Weder beim Schloss noch bei der Schlosskapelle gab es ein Dach, vom Inneren konnte man ungehindert in den Himmel sehen. Eine große Herausforderung war es laut den Besitzern, entsprechendes Altmaterial zu finden, um alles wieder instandzusetzen und etwa die Geschossdecken wiederherzustellen.

Suite im Schloss Viehofen
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Auch die Innenräume des Schlosses lassen sich mittlerweile wieder sehen. Die Suite wird vermietet.

Das erste Vorhaben der Familie war, der Schlosskirche wieder ein Dach zu geben. Heute ist auch innen alles wieder saniert, Fresken wurden freigelegt. Für die Innenausstattung im Schloss wurden historische Fußböden aufgetrieben und verlegt. Vieles hat Matthias Figl mit seiner Familie selbst gemacht. Rund 70 Fenster erhielt man bei einem Tauschgeschäft mit Stift Herzogenburg. Etliche Räume im Schloss wurden liebevoll und mit Geschick wieder repräsentativ hergerichtet.

Sendungshinweis

„NÖ heute“, 25.8.2021

Location für Hochzeiten

Jetzt soll Schloss Viehofen wieder genutzt und vermietet werden, sagt Eigentümerin Sabine Figl: „Wir haben auch einen sehr schönen Saal, wo man standesamtliche Hochzeiten machen kann und die Kirche, wo man kirchlich heiraten kann.“ Auch eine Suite gibt es, die gemietet werden kann. So ist das Schloss auch wieder der Öffentlichkeit zugänglich.

Familie Figl hat eine gewaltige Aufgabe mit viel Leidenschaft gemeistert. Aber auch Durchhaltevermögen sei beim Wiederaufbau notwendig gewesen, sagt Matthias Figl: „Es gibt Zeiten, da würde man am liebsten davonlaufen, aber dann, wenn man sieht, was entsteht, dann kommt natürlich die Freude.“ Jedenfalls hat Familie Figl ein bemerkenswertes Kulturjuwel in St. Pölten bewahrt.