„Nahaufnahme“

Das Gesicht hinter den „Vorstadtweibern“

Uli Bree ist einer der gefragtesten Drehbuchautoren im deutschsprachigen Raum. Erfolgreiche TV-Serien wie „die Vorstadtweiber“ stammen aus seiner Feder. In der „Nahaufnahme“ lässt er hinter die Kulissen der TV-Welt blicken.

„Was für andere ganz fürchterlich ist, nämlich vor einem weißen Blatt Papier zu sitzen, ist für mich das Universum“, erzählt Uli Bree im persönlichen Interview mit Alice Herzog auf Radio Niederösterreich. Nach einer Clown-Ausbildung in Amsterdam und dem Besuch der Schauspielschule Kraus in Wien schlug sich Bree zunächst mit Gelegenheitsjobs durch.

Mit dem Stück „Männer-Schmerzen“ im Statt-Theater gelang ihm schließlich ein erster großer Erfolg. Heute gilt er als einer der besten und meistbeschäftigten Theater- und Drehbuchautoren im deutschsprachigen Raum, schuf u. a. die „Vorstadtweiber“ für den ORF, schrieb „Vier Frauen und ein Todesfall“ und kreierte die Figur der Bibi Fellner im heimischen „Tatort“.

Nahaufnahme Uli Bree
Jan Frankl
Derzeit schreibt Uli Bree an einer neuen TV-Serie für den ORF, in der er die österreichische Bevölkerung generationenübergreifend und auch in unterschiedlichen sozialen Milieus abbilden möchte

"Das letzte Kind hat ein Fell“

„Das Schreiben macht mich am glücklichsten. Vielleicht auch, weil man mit dem Alter nicht mehr so sehr das Bedürfnis nach Bühne und Anerkennung hat“, meint der mehrfache Vater, der mit seinen Kindern in Tirol lebt. „Ich wollte, dass meine Kinder am Land aufwachsen“, sagt der leidenschaftliche Motorrad-Fan, der seine täglichen Spaziergänge mit seiner Frau und seinem Hund genießt. „Es heißt ja, das letzte Kind hat ein Fell“, so Bree mit einem Augenzwinkern.

Sendungshinweis

„Nahaufnahme“, 16.1.2021

Im Moment schreibt er gerade an einer neuen TV-Serie für den ORF, in der er die österreichische Bevölkerung generationenübergreifend und auch in unterschiedlichen sozialen Milieus abbilden möchte. Die Dreharbeiten zur neuen TV-Serie „Biester“ sollen bereits im Mai dieses Jahres beginnen. Ein wenig stolz mache ihn die Tatsache, dass der Begriff der „Vorstadtweiber“ mittlerweile in den allgemeinen Sprachgebrauch aufgenommen wurde und die Serie damit eine ganz bestimmtes Frauenbild definiert hat.

Den Erfolg der sechs Staffeln erklärt sich Bree damit, dass die Frauen in der Serie sehr oft Dinge beim Namen nennen oder aussprechen: „Sie sind direkt, forsch, intrigant und stellen ihre eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund“, so Bree. Ein Frauenbild, wie es bisher noch selten im Fernsehen zu sehen war.