„Tanzen ab der Lebensmitte“ steht auf den Schildern auf dem Weg zum Seniorentanzkurs in St. Pölten. Zahlreiche Männer und Frauen folgen Woche für Woche den Pfeilchen, um fit und beweglich zu bleiben – „auch im Kopf“, wie Alfred Reiter, einer der Teilnehmer, anmerkt, „weil man sich die Schritte merken muss“.
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„NÖ heute“, 28.11.2022
„Die Bewegung, der Spaß, die Musik und vor allem das Miteinander“ bringen Teilnehmerin Gisela Slameczka dazu mit vollem Elan regelmäßig beim Kurs dabei zu sein. „Tanzen ist gut für Geist und Körper“, bestätigt Kursleiterin Brigitte Hartl. Diese Annahme wollte der Verband Seniorentanz Österreich schließlich auch auf wissenschaftliche Beine stellen und gab eine Studie dazu in Auftrag.

„Ziel der Studie war es, zu untersuchen, ob sich Senioren und Seniorinnen zwischen 60 und 80 Jahren, die regelmäßig tanzen, von Personen unterscheiden, die regelmäßig Sport machen und von jenen, die sich nur im Alltag bewegen“, erklärt Studienleiterin Anita Kidritsch von der Fachhochschule St. Pölten.
Besseres Gleichgewicht als sportlich aktive Senioren
Das Ergebnis: Bei den Gleichgewichtstests schnitten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die regelmäßig tanzten, überdurchschnittlich gut ab – auch signifikant besser als jene, die anderweitig sportlich aktiv waren. Gemessen wurde das mit 14 unterschiedlichen Aufgaben, dem sogenannten MiniBESTest.
Auch die regelmäßigen sozialen Kontakte wirken sich positiv aus. Sozialer Isolation, Vereinsamung und Depression wird vorgebeugt. „Training, körperliche und soziale Aktivität – und damit auch Tanzen – helfen, Defizite im Alter auszugleichen“, so Kidritsch abschließend.

In ganz Niederösterreich bewegen sich etwa 3.000 Seniorinnen und Senioren in den Kursen des Verbandes Seniorentanz Österreich regelmäßig zum Takt der Musik. Teilnehmen kann man an den Kursen übrigens auch ohne Tanzpartner.