Wähler in Wahlkabine
ORF
ORF
Wahl 23

Weniger Wähler, aber höhere Wahlbeteiligung

Bei der Landtagswahl sind zwar um 1.043 Stimmen (laut vorläufigem Ergebnis ohne wahlkreisfremde Wahlkarten) weniger abgegeben worden – aber die Wahlbeteiligung ist deutlich, um fast fünf Prozentpunkte, auf 71,52 Prozent gestiegen.

Das liegt daran, dass die Zahl der Wahlberechtigten (auf die sich die Beteiligung ja bezieht) deutlich geringer war als 2018. Denn heuer durften erstmals die rund 97.500 Zweitwohnsitzer nicht mehr mitentscheiden.

Im Ranking der Bundesländer hat sich Niederösterreich damit auf Platz 3 vorgeschoben – und Kärnten überholt. Dort wird im März gewählt. Die größte Beteiligung hatte in der letzten Landtagswahl Oberösterreich, und auch das Burgenland kam noch auf über 70 Prozent; alle anderen Länder haben einen Sechser vorne.

In Niederösterreich wurde die 70er-Marke 2013 gerade noch gehalten, 2018 fiel die Beteiligung erstmals darunter. Das Interesse an den Wahlen ist – wie in den meisten anderen Bundesländern auch – über die Jahrzehnte beständig geringer geworden. In Niederösterreich gab es – außer heuer – seit 1959 nur einmal ein Plus, und zwar im Jahr 2008. Damals gab es allerdings noch zwei vorgezogene Wahltage und bereits die Briefwahl. Wegen deren Einführung wurden die Vorwahltage dann gestrichen.

In Pandemie starke Rückgänge bei Wahlbeteiligung

Eine Zunahme der Wahlbeteiligung wie jetzt in Niederösterreich gab es in der letzten Wahlrunde nur einem Bundesland – und zwar im September 2022 in Tirol. Dass zuvor teils starke Rückgänge verzeichnet wurden, war auch der Corona-Pandemie geschuldet. Sie brachte zudem einen Boom bei der Briefwahl. Auch in Niederösterreich wurde mit 146.309 Wahlkarten (das sind mehr als elf Prozent der Berechtigten) einer neuer Rekordwert (um 37.677 mehr als 2018) erreicht – und das obwohl die Zweitwohnsitzer (von denen viele die Briefwahl nützten) heuer nicht mehr wahlberechtigt waren.

Trotz dem recht hohen Briefwahlanteil ist das am Sonntag verkündete Wahlergebnis schon ein beinahe komplettes: Denn in Niederösterreich wird die Briefwahl schon am Sonntag mitgezählt. Es fehlen nur noch die in fremden Wahlkreisen abgegebenen Wahlkarten. Das dürften aber nicht allzu viele sein (2018 waren es rund 760), sie werden spätestens am Dienstag ausgezählt. „Amtlich“ wird das Endergebnis am 6. Februar, mit der Sitzung der Landeswahlbehörde.