Frau mit Moorpackung am Rücken
ORF/Andreas Baumberger
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„La Vita“

Was Moor alles zu bieten hat

Die Anwendung von Moor in der Medizin ist seit vielen Jahrhunderten bekannt. Unter anderem der Schweizer Arzt Paracelsus hat es eingesetzt. Heute werden Moorpackungen und -bäder in Kuranstalten angeboten, im Fokus stehen Knochen- und Gelenkserkrankungen.

Moor wird unter anderem bei Gelenkserkrankungen, Rheuma, oder Osteoporose eingesetzt. Moor enthält unter anderem Huminsäure. Damit die Inhaltsstoffe wirken können, muss das erwärmte Moor zwei Zentimeter dick auf die betroffene Stelle aufgetragen werden.

Gut zugedeckt sollte man dann 20 Minuten rasten, so Werner Tölle, Kurarzt in Bad Großpertholz (Bezirk Gmünd). Eine Kur könne Beschwerden längerfristig lindern. „Wir gehen davon aus, dass gemeinsam mit der physikalischen Therapie, der Bewegungstherapie, der Effekt mindestens ein halbes Jahr – das ist die Aussage der Kurgäste – anhält, dass die Leute teilweise wirklich schmerzfrei sind“, so der Mediziner.

Sendungshinweis

„NÖ heute“, 2.3.2024

Korrekte Anwendung ohne Plastikfolie wichtig

Allerdings funktioniert das nur bei korrekter Anwendung. Und die kann durch Kunststoffverpackungen torpediert werden. „Ganz wesentlich ist: Das Moor wirkt wirklich nur, wenn es direkt auf die Haut aufgelegt wird. Es darf nicht in Plastik verpackt sein. Eine derartige Anwendung ist in meinen Augen Betrug. Es muss möglich sein, dass die Wirkstoffe über die Wärme in den Körper eindringen und dort dann entsprechende Enzymaktivitäten freisetzen.“

Zu Hause kann Moor mit hoher Qualität bis zu drei Mal angewendet werden und anschließend für ein Moorbad weiter genutzt werden. Letzteres regt unter anderem das Immunsystem an und hilft, Verspannungen zu lösen.

Frau  mit Moor-Gesichtspackung
ORF/Manuela Matl
Auch in der Gesichtskosmetik ist Moor beliebt

Und auch in der Hautpflege wird Heilmoor eingesetzt, etwa als Maske. Besonders empfohlen wird es für unreine Haut, erklärt Kurdirektorin Bernadette Kitzler: „Die Wirkstoffe dringen in die Haut ein und man hat danach eine sehr weiche Haut und Rötungen können gelindert werden.“ Die Inhaltsstoffe des Heilmoores werden zudem in regional hergestellten Kosmetikprodukten verwendet.

Moorpackungen werden „renaturiert“

Moor ist aber nicht nur gut für die Haut, Moore sind auch wichtig für das Klima, da sie große Mengen Kohlenstoff binden. Deswegen gelten Moore als schützenswert. Seit 2019 wird an einem Renaturierungsprozess des Moores von Bad Großpertholz gearbeitet, so Kitzler: „Wo wir das verwendete Moore der Packung, vermischt mit Regenwasser, in einer Beobachtungsphase von drei Jahren wieder in das Moorgebiet zurückbringen und somit einen Teil des Moores, das wir entnehmen, renaturieren können.“ Damit auch nachfolgende Generationen die heilsame Wirkung des Moores erleben.