„Nahaufnahme“

Publikumslieblinge bei der Sommertour

Die beiden beliebten Schauspieler Kristina Sprenger („SOKO Kitzbühel“) und Rudi Roubinek („Wir sind Kaiser“) sind seit einigen Jahren in Niederösterreich zuhause. In der „Nahaufnahme“ auf Radio Niederösterreich erzählen sie über ihr Leben abseits der Kamera in Sooß und am Wagram.

„Niederösterreich ist einfach schön“, schwärmt die gebürtige Tirolerin Kristina Sprenger, die abwechselnd mit Schauspielerkollege Rudi Roubinek aus insgesamt 30 Orten in ganz Niederösterreich berichten wird. Seit einigen Jahren lebt die Mutter einer 10-jährigen Tochter mit ihrer Familie in Sooß (Bezirk Baden). Die hohen Berge ihrer Tiroler Heimat vermisse sie nicht allzu sehr, wenngleich sie ihre Eltern sehr gerne und oft besucht. Rudi Roubinek war zunächst in Gablitz (Bezirk St. Pölten) zuhause, seit einigen Jahren lebt er mit seiner Partnerin am Wagram.

Rudi Roubinek und Kristina Sprenger
ORF
Kristina Sprenger und Rudi Roubinek freuen sich schon darauf, Niederösterreich zu entdecken, erzählen sie in der „Nahaufnahme“

Von dort aus unternimmt er auch seine Oldtimerfahrten quer durch Niederösterreich. „Sie sehen einfach besser aus, sie riechen besser, sie klingen besser, sie fahren sich auch ganz anders“, beschreibt Roubinek seine Leidenschaft für alte Autos. Kristina Sprenger erzählt über ihren Alltag als Mutter, Schauspielerin und Theaterintendantin, der in der Früh meist mit einer Laufrunde mit ihrem Hund beginnt. Die Corona-Zeit habe aber auch in ihren Alltag durchaus neue Qualitäten gebracht, wie gemeinsames Kochen und Mittagessen. Auch Rudi Roubinek hat dieser entschleunigten Zeit einiges abgewinnen können: „Man hatte einfach Zeit, auch um über Dinge einmal ausführlicher zu sprechen.“

Privates Glück steht für beide an erster Stelle

Mit ihrer Popularität und der Tatsache, nicht unerkannt auf die Straße gehen zu können, haben sie keinerlei Probleme: „Man kann nicht das eine oder das andere haben“, so Rudi Roubinek und Kristina Sprenger fügt hinzu: „Ich empfinde es als sehr angenehm eigentlich, also diejenigen Menschen, die mich nicht mögen, sprechen mich eh nicht an. Von daher habe ich sehr viele positive Erlebnisse“.

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„Nahaufnahme“, 5.7. 2020

Wenn es darum geht, im Leben zufrieden zu sein, geht es den beiden Schauspielern in erster Linie um ihr privates Glück. „Freilich ist es schön, wenn man Erfolg hat oder Applaus bekommt nach einer ausverkauften Vorstellung. Aber wichtiger ist, dass danach jemand da ist, mit dem man es teilen kann“, so Kristina Sprenger. Und Rudi Roubinek fügt hinzu: „Das Glück ist ein Vogerl, da würde ich eher für Zufriedenheit plädieren.“

Ein Künstler zwischen Musik und Magie

Vahid Khadem-Missagh ist einer der führenden Geiger und leitet das Kammermusikfestival „Allegro Vivo“ im Waldviertel, das auch heuer stattfindet. In der „Nahaufnahme“ spricht er über Humor in Krisenzeiten, seinen Auftrag als Festivalleiter und seine große Musikerfamilie.

„Man stelle sich eine Quarantäne Zeit vor, in der man kein Konzert hört, keinen Film sieht oder kein Buch lesen könnte. Also Kultur ist jetzt wichtig, besonders in Krisenzeiten,“ meint der Musiker und Festivalleiter, der das Motto seines Kammermusikfestival sogar noch in „molto appassionato“ umgeändert hat, denn: „In einer solchen Situation, in der die Welt jetzt ist, braucht es Leidenschaft.“ Unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften wird ab Anfang August im Waldviertel wieder musiziert und studiert. Auch die Meisterkurse können stattfinden.

Vahid Khadem-Missagh
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Alice Herzog im Gespräch mit Vahid Khadem-Missagh über Musik und Magie

In der „Nahaufnahme“ erzählt Vahid Khadem-Missagh, der auch Konzertmeister des Tonkünstler Orchesters Niederösterreichs ist, zudem über seine internationale Musikerfamilie und warum er eigentlich gar nicht in die Fußstapfen seines Vaters Bijan treten möchte. „Mir ist es lieber, ich erzeuge mir eigene, neue Fußstapfen“, sagt der Festivalleiter und Geiger. Seine eigenen beiden Töchter spielen auch bereits Violine. „Bei Kindern muss das spielerisch passieren, die Neugier ist da.“

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„Nahaufnahme“, 28.6.2020

Khadem-Missagh selbst habe sich seinerzeit bewusst dafür entschieden, Berufsmusiker zu werden, wenngleich auch er bereits als Vierjähriger seine erste Geige bekommen hat. Auch die Faszination für Zauberei und Magie begleitet Vahid Khadem-Missagh schon lange, sehr oft baut er kleine Zauberkunststücke in seine Auftritte ein. „Die Grenze zwischen Virtuosität und Magie ist fließend“, erzählt der Künstler.

Nina Blum: Regiedebüt an der Staatsoper

In diesem Jahr hat sich auch im Leben von Theaterintendantin und Regisseurin Nina Blum vieles verändert. „Hätte ich es mir gewünscht, wäre es vielleicht in der Form gar nicht passiert. Das ist ein wunderschönes Geschenk, dass man mich da gefragt hat“, so Nina Blum über ihre neue Inszenierung der Wanderoper für Kinder „Die Entführung ins Zauberreich“ an der Wiener Staatsoper. Nach dem erfolgreichen Kindertheaterkonzept des „Märchensommers“ in Schloss Poysbrunn werden auch in der Staatsoper demnächst Kinder auf Stationen durchs Haus geführt und Mozarts Oper „Die Entführung aus dem Serail“ in einer neuen, kindgerechten Fassung erleben können.

Nina Blum und Alice Herzog
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Alice Herzog im Gespräch mit Nina Blum (r.), die sich auf ihre erste Regiearbeit an der Wiener Staatsoper freut

Coronavirus bedingte Auszeit auf der Berghütte

Wie viele andere Theaterintendanten im Land musste auch Nina Blum die Inszenierungen auf der Rosenburg und in Poysbrunn auf das nächste Jahr verschieben. Eine Entscheidung, die ihr nicht leichtgefallen sei, so Blum, die mit ihrer Familie seit wenigen Monaten eine neue Wohnung in Wien bezogen hat.

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„Nahaufnahme“, 21.6.2020

„Für mich ist das Wohnen sehr wichtig, ich brauche viel Licht und den Blick ins Grüne“, so die Regisseurin, die auch studierte Psychologin ist. Die Wochen des Shutdowns hat Nina Blum mit ihrem Ehemann und ihrer dreijährigen Tochter Elsa auf einer Berghütte auf 1800 Metern Seehöhe in der Steiermark verbracht.

„Am Anfang war ich im Schock, aber dann habe ich zunehmend gespürt, wie gut das tut.“ Auch ihr eigenes Leben veränderte sich mit der Coronavirus-Krise doch spürbar: „Ich mache viel mehr Sport, ich gehe laufen, ich koche viel, ich hole meine Tochter vom Kindergarten ab, ich habe schon lange nicht mehr so viel gespielt. Mir ist klar geworden, ich will diese Dichte nicht mehr, ich will mein Leben nicht mehr so vollplanen.“

Christof Kastner über Familientraditionen

Vor 26 Jahren stieg Christof Kastner in den Familienbetrieb in Zwettl ein, der 1828 gegründet worden war. Der Vater zweier Kinder ist „stolz“, die Firma als geschäftsführender Gesellschafter heute in die nächste Generation zu führen, erzählt er in der „Nahaufnahme“. Im Gespräch mit Alice Herzog lässt er in Familiengeheimnisse blicken und schaut trotz der Pandemie optimistisch in die Zukunft.

„Ich wünsche mir, dass aus dieser Krise auch die richtigen Schlüsse gezogen werden. Wir brauchen eine neue Normalität, die sozialer, gerechter und nachhaltiger ist. Das ist die große Herausforderung“, so Kastner. Als Unternehmer war er sehr oft schon Pionier, etwa mit der Eröffnung des ersten Onlineshops im Jahr 2004. „Im Grunde sind wir ein Softwareunternehmen mit angeschlossenem Lebensmittelgroßhandel“, sagt Kastner mit einem Augenzwinkern.

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„Nahaufnahme“, 14.6.2020

Mit seinem Großhandel setzte er neben der Gastronomie auch immer schon auf die lokalen Nahversorger in den Ortskernen. Ein Trend, der jetzt mit zahlreichen Ortskernbelebungen fortgesetzt wird. „Es war mir immer wichtig, vorauszudenken und Visionen zu entwickeln“, so Kastner, der in seinem Unternehmen an mittlerweile zehn Standorten im In- und Ausland etwa 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die aktuelle Wirtschaftssituation aufgrund der Coronavirus-Krise sieht er als Herausforderung, vor allem für die Mitarbeiter: „Auch in schwierigen Zeiten ist es wichtig, Sicherheit zu vermitteln“, so Kastner.

Christoph Kastner
privat
Christof Kastner im Radiostudio mit Alice Herzog

Am Standort Zwettl als Unternehmenszentrale hielt er immer aus Überzeugung fest. „Schon mein Vater hat immer gesagt, es ist besser, wenn täglich zig Lkw aus der Region hinauspendeln und Wertschöpfung zurückbringen, als wenn mehrere hundert Mitarbeiter auspendeln müssen. Das ist auch ökologisch sinnvoller“, sagt Christof Kastner.

Außerhalb des Unternehmens werde in der Familie nie über die Firma gesprochen, das gehöre zu den Spielregeln, so der zweifache Familienvater, der 1994 in den Familienbetrieb einstieg. „Meine Erfahrung ist, dass immer zwei dazugehören: Einer, der loslässt und einer, der nimmt. Das hat zwischen mir und meinem Vater sehr gut funktioniert.“

Alfried Längle: „Die Natur ruft uns zur Besinnung auf“

Der international anerkannte Arzt, Psychologe und Psychotherapeut Alfried Längle war langjähriger Mitarbeiter von Viktor Frankl. Er hat die Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse in Wien mitbegründet. In der „Nahaufnahme“ erklärt er, was wir aus der Krise mitnehmen könnten.

„Normalerweise reise ich auch sehr oft und freue mich, wenn ich zu Hause die Ruhe, die Natur, die Abgeschiedenheit genießen kann“, sagt Längle. Mit der Coronavirus-Krise hat sich auch sein Alltag verändert. Von seinem Wohnsitz im Grünen in Niederösterreich aus betreibt er seine Forschungen momentan am Computer. Viele Patientengespräche und Vorträge finden online statt. „Für mich war es eine besondere, ruhigere Zeit, in der ich einfach mehr Zeit hatte. Diese Abgeschiedenheit mochte ich sehr,“ so Längle über die Wochen des Shutdowns in Österreich.

Alfried Längle
Regina Längle
Alfried Längle

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„Nahaufnahme“, 7.6.2020

„Das persönliche innere Gespräch ist mir sehr wichtig und das kann ich hier gut pflegen,“ sagt der Psychologe und Psychotherapeut, der sich überhaupt wünscht, dass wir gerade die Besinnung auf uns selbst, die viele Menschen erstmals wahrgenommen haben, in die Zukunft mitnehmen. „Mehr zu mir stehen und mein Leben leben, das würde ich für die Zukunft als große Hoffnung ansehen. Den Wert des ‚Mit-sich-Seins‘ können wir mitnehmen." Auch über unsere neue Normalität und seinen Wegbegleiter Viktor Frankl erzählt Alfried Längle im Gespräch mit Alice Herzog. „In der Coronavirus-Krise hätte Frankl wahrscheinlich mit einem Lächeln gesagt: ‚Die Natur ruft uns jetzt zur Besinnung auf!’“