„Nahaufnahme“

Inka Pieh: Von Hadersdorf nach Washington

Inka Pieh ist seit 1. Jänner neue ORF-Korrespondentin in den USA. In der „Nahaufnahme“ in Radio Niederösterreich erzählt die 34-jährige Journalistin über ihren Weg von Hadersdorf am Kamp (Bezirk Krems) nach Washington.

„Ich habe immer schon sehr gerne Zeit im Ausland verbracht. Dass es jetzt Washington und gerade diese Zeit ist, ist natürlich journalistisch besonders spannend“, erzählte Inka Pieh über ihren turbulenten Start in den USA. Gleich Anfang Jänner erlebte sie mit der Berichterstattung über den Sturm auf das Kapitol eine große Herausforderung. „Damit hat wohl niemand gerechnet. Dass innerhalb weniger Tage so viel passiert und wir mehr oder weniger Tag und Nacht durcharbeiten, war dann doch sehr intensiv“, so Inka Pieh.

„Was mich sehr nachdenklich gemacht hat in den Gesprächen während der Demonstration war, dass die Menschen wirklich überzeugt waren, dass Donald Trump der rechtmäßige Präsident ist. Sie waren nicht bereit, in eine Diskussion einzutreten. Es gibt hier tatsächlich eine Art Trump-Kult", schilderte die Journalistin.

Korrespondentin Inka Pieh in Washington
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Seit 1. Jänner ist Inka Pieh neue ORF-Korrespondentin in den USA

Entsprechend laufen die Vorbereitungen auf die Amtseinführung des neuen Präsidenten Joe Biden unter strengsten Sicherheitsvorschriften, so die Korrespondentin. „Es ist schon so, dass wir uns ganz genau überlegen, wo wir uns positionieren. Ich möchte den Menschen schon wieder so nah wie möglich kommen, aber ohne meine eigene Sicherheit zu gefährden. Für den Notfall haben wir hier auch schusssichere Westen, aber ich hoffe, dass das nicht notwendig sein wird.“

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„Nahaufnahme“, 17.1.2021

Im Gespräch mit Alice Herzog erzählte Inka Pieh über ihre Kindheit in Hadersdorf am Kamp und von ihren sportlichen und künstlerischen Interessen. „Ich habe in meinem Leben Vieles gemacht, von dem viele Menschen sagen, das würde ich nicht machen", so Pieh. „Zum Beispiel, mit 14 Jahren nach Neuseeland zu ziehen, quer durch Österreich zu laufen oder auf den Kilimandscharo zu gehen. Dafür fürchte ich mich zum Beispiel vor Horrorfilmen.“

In ihrer Freizeit entwarf die Journalistin eine eigene Schmucklinie. „Ich würde mir wünschen, dass ich auch dafür wieder die Zeit finde, wenn sich hier wieder alles etwas beruhigt hat.“ Auch privat wird die neue berufliche Situation durchaus herausfordernd: „Mein Mann hat mich für die ersten Wochen hierher begleitet, in der Folge wird das eine weitere Herausforderung sein, eine Fernbeziehung zu führen.“

„Vorstadtweib“ Hilde Dalik ganz privat

Die Rolle der „Vanessa“ in den „Vorstadtweibern“ hat Hilde Dalik nicht nur eine „Romy“ beschert, sie ist ihr auch ans Herz gewachsen. Bevor die Serie ab Montag in ORF 1 in ihre vorletzte Staffel startet, war Dalik in der „Nahaufnahme“ zu Gast.

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„Nahaufnahme“, 9.1.2021

„Bis zur Geburt meiner Tochter war ich noch ein komplettes Kind und jetzt trage ich die Verantwortung für ein Kind und fühle mich mehr als Mutter denn als Kind. Eine gewissen Naivität, ein Staunen und die Fähigkeit, wertfrei aufeinander zuzugehen, finde ich aber immer gut“, sagt Schauspielerin Hilde Dalik im persönlichen Gespräch. „Mein Leben hat sich komplett verändert, zum Beispiel, weil ich seit eineinhalb Jahren nicht mehr durchschlafen kann und ständig müde bin“, bekennt die Mutter einer eineinhalbjährigen Tochter. „Ja, es ist Knochenarbeit, sowohl körperlich als auch psychisch.“

Hilde Dalik
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Hilde Dalik im Radio-Niederösterreich-Studio

Die vielen Dreharbeiten im Herbst 2020 (Kinofilm „der Onkel“, TV-Verfilmung der Max Broll-Krimis von Berhard Aichner) empfinde sie derzeit eher als Ausgleich zur familiären Herausforderung. „Alles muss jetzt eben genau geplant sein, aber das ist gut für mich“, so Dalik, die auch über ihren Weg zur Schauspielerin erzählt, auf dem sie mehr ihrem Bauchgefühl als irgendeiner Karriereplanung gefolgt ist. Nach einigen Semestern an der Universität Wien folgte sie doch ihrer wahren Leidenschaft. Neben ihrer Arbeit auf der Bühne will sie in Zukunft auch öfter Regie führen.

Kindheit in Niederösterreich

Schon in ihrer Kindheit habe sie in Gießhübl (Bezirk Mödling) gemeinsam mit ihren Geschwistern und Nachbarskindern Zirkusvorführungen inszeniert. „Wir haben von unseren Nachbarn dafür sogar Eintritt verlangt, da habe ich heute noch ein schlechtes Gewissen“, erzählt Dalik, die mittlerweile mit ihrer Familie (Lebenspartner ist Schauspieler und Regisseur Michael Ostrowsky) in Wien lebt. Trotz Pandemie können Dreharbeiten für Film und Fernsehen stattfinden, erzählt sie, wenngleich unter anderen Bedingungen: „Wir tragen alle Maske, es gibt bestimmte Bereiche für Schauspieler, wir werden regelmäßig getestet. Ich fühle mich eigentlich sehr sicher“, so Dalik, die auch betont, sich unbedingt gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Alfred Eschwé: „Heuer war alles anders"

Normalerweise tourt das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich mit seinem Neujahrskonzert von Bühne zu Bühne. Heuer aber ist alles anders. Deswegen wurde das Neujahrskonzert im Festspielhaus in St. Pölten vom ORF Niederösterreich ohne Publikum aufgezeichnet und am 3. Jänner in ORF III Kultur und Information ausgestrahlt. Eine neue Aufgabe ist das auch für den langjährigen Dirigenten des niederösterreichischen Neujahrskonzerts, Alfred Eschwé: „Heuer war alles anders, aber jede Musikerin, jeder Musiker freut sich natürlich, überhaupt die Möglichkeit zu haben, wieder zu spielen.“

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„Nahaufnahme“, 3.1.2021

„Resignation lasse ich überhaupt nicht zu, ich bleibe immer optimistisch“, sagt der erfahrene Dirigent, der sich über den Klimawandel fast noch mehr Gedanken macht, als über die Coronavirus-Pandemie, wie er im persönlichen Gespräch mit Alice Herzog sagt. „Der Klimawandel ist eine Pandemie in Zeitlupe, die Einschränkungen werden dadurch noch einschränkender sein als in der Corona-Pandemie. Ich denke da vor allem ein meine Kinder und Enkelkinder“, so der vierfache Vater und fünffache Großvater, der aus diesem und anderen Gründen seit vielen Jahren ein begeisterter Radfahrer ist und privat wie beruflich all seine Wege in Wien mit dem Fahrrad absolviert.

Dirigent Alfred Eschwe im Wiener Musikverein
Alfred Eschwé im Wiener Musikverein

„Man muss ein Schauspieler und Exhibitionist sein"

Mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich verbindet ihn eine jahrzehntelange Zusammenarbeit, so Alfred Eschwé, der seit vielen Jahren als Dirigent an der Wiener Volksoper tätig ist. „Meine Musikalität stammt von meinem Großvater mütterlicherseits, er war Klavierbaumeister in Wien, meine Großmutter väterlicherseits hat mir im Alter von fünf Jahren den ersten Klavierunterricht erteilt.“ Die eigenen Kinder habe er selbst allerdings nie zum Musikmachen verpflichtet, so Eschwé, wenngleich es bis heute doch ein Interesse dafür gibt, ist keines seiner Kinder Profimusiker geworden.

„Es war nicht immer einfach, das Familienleben mit meinem Beruf zu vereinbaren, aber heute habe ich zu all meinen Nachkommen ein gutes Verhältnis“, erzählt Eschwé, der auch Einblicke in die Arbeit eines Dirigenten mit einem Orchester gibt. „50 Prozent ist Psychologie“, meint Eschwé und fügt hinzu: „Als Dirigent muss man ein Schauspieler und durchaus auch ein Exhibitionist sein, als Animateur für die Musiker und auch für das Publikum, sonst ist man in diesem Beruf falsch.“ Obwohl er auch heuer die schönsten Walzermelodien der Strauss-Familie mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich dirigiert, tanzt er selbst nicht gerne: „Ich bin überhaupt kein Tänzer, ich tanze nicht gerne, obwohl ich glaube, dass ich mit meiner Körpersprache das Orchester tänzerisch animieren kann.“

„Best of“ der „Nahaufnahme“ 2020

Vielfältige und interessante Persönlichkeiten waren 2020 zu Gast in der Radio NÖ-„Nahaufnahme“ bei Alice Herzog. In offenen und ehrlichen Interviews erzählten verschiedene Promis aus ihrem öffentlichen – und privaten – Leben. Es waren Gäste aus Sport, Wirtschaft, Religion, Kunst, Fernsehen oder Musik – von Kardinal Christoph Schönborn, Extrembergsteiger Reinhold Messner oder Skisprung-Legende Toni Innauer bis zu Schlagerstar Andrea Berg. „Bergdoktor“ Hans Sigl war zu Gast, ebenso wie Austropop-Begründerin Marianne Mendt. Maler Christian Ludwig Attersee gab einen Einblick in seinen künstlerischen Alltag, Volksmusik-Revolutionär Hubert von Goisern sprach über sein Leben, seine Musik und seine Einstellungen.

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„Nahaufnahme“, 27.12.2020

Schauspieler Rudi Roubinek, Kristina Sprenger, Oliver Baier, Caroline Peters und Maria Köstlinger sowie Radio Niederösterreich-Moderator Hannes Wolfsbauer kamen im vergangenen Jahr 2020 zu Alice Herzog in die „Nahaufnahme“ und gaben ein offenes Interview. In der letzten Sendung des Jahres sind die Höhepunkte aus einem Jahr Radio Niederösterreich „Nahaufnahme“ zu hören.