„Nahaufnahme“

Sie macht den besten Weißwein der Welt

„Weinbau ist nichts für Feiglinge“, sagt Birgit Eichinger. Die erfolgreiche Winzerin aus Straß im Straßertale (Bezirk Krems) wurde heuer mit der Wine Trophy 2019 für den besten Weißwein der Welt ausgezeichnet. In der Radio Niederösterreich „Nahaufnahme“ spricht sie mit Alice Herzog über ihren Weg.

Seit 27 Jahren verantwortet die 50-jährige Weinbau- und Kellermeisterin das mittlerweile 16 Hektar große Weingut in Straß im Straßertale, auf dem ausschließlich Weißweine angebaut werden. „Ich glaube, es ist das Bauchgefühl, das uns Frauen auch auszeichnet. Wir entscheiden viel aus dem Bauch heraus, was oft gut ist,“ sagt die Winzerin im Interview mit Alice Herzog. 1992 war sie eine der Pionierinnen im Weinbau, als sie das elterliche Weingut in Straß übernahm. „Es gab fast keine Frauen damals im Weinbau“, erinnert sich Eichinger, aber gerade diese Tatsache hat sie im Grunde noch bestärkt: „Da war schon so ein ganz starker Wille in mir, es allen zu zeigen, gerade weil ich eine Frau bin.“

Birgit Eichinger, Tochter Gloria und Alice Herzog
ORF
Birgit Eichinger mit Tochter Gloria und Alice Herzog (v.l.)

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„Radio NÖ Nahaufnahme“, 13.10.2019

Die Begeisterung für die Natur und den Wein stammt bereits aus ihrer Kindheit: „Ich erinnere mich noch, wie meine Mutter mit der Ziehharmonika Gäste unterhalten hat oder den Wein selbst noch ausgeliefert hat.“ Heute wird ein Großteil des Weines exportiert, die Logistik und das Marketing machen einen Großteil der Arbeit aus. Unterstützt wird Birgit Eichinger von ihrer Tochter Gloria, die sie ebenfalls für den Weinbaubetrieb begeistern konnte, was nicht allen Eltern gelingt. „Wenn Eltern immer nur jammern, wie mühsam oder schwierig alles ist, darf man sich nicht wundern, wenn die eigenen Kinder keine Begeisterung zeigen“, so Eichinger, die auch der Meinung ist, dass Mut, Ausdauer und Bauchgefühl gleichermaßen zum Weinbau dazu gehören: „Weinbau ist nichts für Feiglinge“, sagt sie.

Eichinger ist auch eine der wenigen Kellermeisterinnen des Landes. „Meistens sind die Männer die Chefs im Weinkeller“, so Eichinger. Ihr eigener Mann Christian ist im Baugeschäft tätig, darf aber sehr oft, als einer der ersten, ein Urteil über einen ihrer Weine abgeben. Die Wine Trophy 2019, den bereits Tochter Gloria in London entgegen nahm, ist einer der renommiertesten Preise in der Weinwirtschaft und die bisher höchste Auszeichnung für ihre Arbeit in Weingarten und Weinkeller. Aber auch der neue Jahrgang „verspricht jedenfalls einiges“, sagt Birgit Eichinger.

Die Nahaufnahme zum Nachhören:

Wilfinger: „Ich fühle mich nicht wie 70“

Seinen Geburtstag werde er mit Freunden und Wegbegleitern bei einem Sonntagsgottesdienst feiern, sagt Abt Georg im Gespräch mit Alice Herzog und fügt hinzu: „Ich fühle mich nicht wie ein 70-Jähriger, man ist so alt wie man sich fühlt.“ Seine Frisur ist ebenso seit Jahrzehnten unverändert, wie sein Wille „in Freude zu dienen“, gemäß seinem Wahlspruch als Abt des Benediktinerstiftes, dem er seit 2001 vorsteht.

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„Radio NÖ Nahaufnahme“, 6.10.2019

In der „Nahaufnahme“ erzählt er auch über seine Kindheit im bäuerlichen Betrieb der Eltern, der er hätte übernehmen sollen und seiner frühen Begeisterung für die Kirche. „Ich habe ministriert und bin dann in Hollabrunn in die Schule gegangen“, so Wilfinger, der in Salzburg Theologie studiert hat. Bereits als 18-Jähriger traf er die Entscheidung, ins Kloster einzutreten. „Der Grund war zum ersten Mal Priester zu werden. Wenn ich schon auf Familie verzichten muss, was ich auch gerne gehabt hätte, habe ich mich entschlossen, in diese Gemeinschaft einzutreten, das war eine offene, gute Gemeinschaft, das hat mir gefallen.“

Georg Wilfinger, Abt vom Stift Melk, bei Messe
BRIGITTE KOBLER PIMISKERN
Abt Wilfinger feiert seinen 70. Geburtstag

Aus seiner Sicht wären der Priesterberuf und ein Familienleben sehr wohl miteinander vereinbar, so Wilfinger im Gespräch mit Alice Herzog. Er gibt Einblicke in das Leben der Benediktinermönche, den genau strukturierten Alltag und das Leben gemäß der Benediktinerregel „ora et labora et lege“ (bete, arbeite und lies) und erzählt über Höhen und Tiefen, Verzicht und Verantwortung in seinem Leben als Abt des Benediktinerklosters.

Lieber noch als über die Vergangenheit spricht Abt Georg von der Jugend im Stiftsgymnasium Melk, wo er selbst viele Jahre unterrichtet hat und sein Herzensprojekt, den Verein „Auro Danubia“, mit dem er rumänische Waisenkinder unterstützt. Nach wie vor fährt er persönlich einmal im Monat nach Saniob, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Für das Stift Melk wünsche er sich in Zukunft vor allem eine lebendige Ordensgemeinschaft und mehr junge Ordensbrüder, die seinen Weg einmal fortsetzen können, so Wilfinger in der „Nahaufnahme.“

Wilfinger wurde am 6. Oktober 1949 in Immendorf (Bezirk Hollabrunn) geboren, studierte in Salzburg Theologie und wurde im Mai 1975 zum Priester geweiht. Er war 30 Jahre lang – bis 2005 – Professor für Religion am Stiftsgymnasium Melk. 2001 folgte er als Abt auf Burkhard Ellegast und wurde nun nach 2013 zum zweiten Mal wiedergewählt.

Die Nahaufnahme zum Nachhören:

Burkart: „Wir sind weder faul noch frech“

Steffi Burkhart ist Deutschlands bekannteste Expertin der „Millenials“. Das sind jene Menschen, die – wie sie selbst – nach 1980 geboren wurden. Über ihren Weg und wie es ist, Anwältin der sogenannten Generation Y, zu sein, erzählt sie in der Radio Niederösterreich „Nahaufnahme“.

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„Nahaufnahme“, 29.9.2019

„Meine Beobachtung ist, dass junge Menschen in der Minderheit sind und dadurch auch keine Lobby haben“, sagt die Generationsforscherin und Wirtschaftspsychologin Steffi Burkhart im Gespräch mit Alice Herzog. Sie spricht über die neuen Ansprüche einer Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, ihren Vorstellungen von Beruf- und Lebensgestaltung.

Dazu gehören berufliche Weiterentwicklung, flexible Arbeitszeiten und der Wunsch ortsunabhängig arbeiten zu können ebenso, wie die Möglichkeit, sich Auszeiten zu nehmen oder in einer demokratische Unternehmenskultur arbeiten zu können. „Sie sind nicht unbedingt faul oder frech oder fordernd, sondern in einer anderen Zeit aufgewachsen und dadurch auch anders sozialisiert“, so Burkhart über ihre eigene Generation, die sogenannte Generation Y (*1980-1995).

Steffi Burkhart und Alice Herzog
ORF
Steffi Burkhart im Gespräch mit Alice Herzog

Im persönlichen Interview spricht sie über eigenen Erfahrungen als Angestellte in einem Großkonzern: „Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, die Kultur, die spuckt mich aus und es gibt ganz viele junge Menschen, denen es genauso ergangen ist. Ich bin hochgradig motiviert in diese Organisation hineingegangen und dann völlig frustriert wieder hinausgegangen.“

Seither macht sich als unabhängige Person für ihre Generation in Politik und Wirtschaft stark – und tritt dafür in der Öffentlichkeit ein. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, mich für die Bedürfnisse, Fragen und Ängste junger Menschen einzusetzen. Sie sorgen für einen Kultur- und Wertewandel in der Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur“, so Burkhart über ihre Mission, die für sie zur Berufung geworden ist.

Die Nahaufnahme zum Nachhören: