Tauwetter: Eisstoß im Waldviertel

Zu einem seltenen Naturschauspiel ist es Dienstagabend in Vestenpoppen (Bezirk Waidhofen an der Thaya) gekommen. Das Eis der Thaya brach auf und führte zu einem Eisstoß. In der Folge kam es im Ort zu einem Hochwasser.

Als es zu dem Eisstoß kam, verlegte das Eis die Brücke im Ort, und das Wasser floss über das Entlastungsgerinne über die Landesstraße. In diesem Moment durchquerte eine Fahrzeuglenkerin die etwa knietiefen Wassermassen und kollidierte mit einer vorbeischwimmenden Eisscholle. Ihr Fahrzeug wurde dabei leicht beschädigt, sie konnte ihre Fahrt aber fortsetzen.

Eismassen türmten sich vor dem Ort auf

Die Feuerwehr sperrte die Ortsdurchfahrt, denn außerhalb des Ortes türmten sich die Eismassen auf und stauten das Wasser zurück in die Gemeinde. Kurz vor 21.30 Uhr begannen sich die Eismassen zu bewegen. Der Eisstoß löste sich langsam auf, setzte sich jedoch wenig später erneut fest.

Eisstoß bei Vestenpoppen

Die 25 Zentimeter dicke Eisschicht der Thaya taute auf und führte zu dem Eisstoß in dem kleinen Waldviertler Ort.

Die Gefahr für die Ortschaft war damit gebannt. Die zurückgestauten Wassermassen konnten sich nun in die natürlichen Überflutungsflächen ausbreiten. Die Feuerwehr führte bis Mitternacht Kontrollen durch, um die Abflüsse aus Vestenpoppen zu beobachten.

Thaya war von dicker Eisschicht überzogen

Zu dem Eisstoß kam es, weil nach einer längeren Kälteperiode die Thaya mit einer 25 Zentimeter dicken Eisschicht bedeckt war, die durch die milden Temperaturen rasch auftaute. Dabei brachen die Eisflächen auf und wurden mit der Strömung abgetrieben. Sie konnten sich bei Brücken oder anderen Hindernissen festsetzen. Das verhinderte den Abfluss des Wassers.