Eine Burg für historische Puppen

Das Puppenmuseum in St. Thomas (Bezirk Perg) in Oberösterreich schließt wegen Platzmangels seine Pforten. Die historischen Puppen werden nach der Renovierung der Burg Kranichberg (Bezirk Neunkirchen) dort zu sehen sein.

2500 wertvolle historische Puppen, dazu noch Puppenhäuser und vieles mehr, verlassen das Puppenhausmuseum in Sankt Thomas in Oberösterreich. Was die niederösterreichischen Liebhaber historischen Spielzeuges freuen wird: Die wertvolle Sammlung mit Puppen aus der Zeit von 1840 bis 1910 wird in Niederösterreich in einigen Jahren nach einem neuen Konzept wieder aufgestellt werden. Familie Lehner kaufte dafür eine ganze Burg, nämlich Kranichberg in der Gemeinde Kirchberg am Wechsel (Bezirk Neunkirchen).

Puppen und Burg

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Puppen aus der Sammlung Lehner

Ob Rummelplatz, Kaufmannsladen, Puppenhäuser, im Museum bei Familie Lehner kann man sich gar nicht satt sehen. Eine historische Spielewelt in Miniatur breitet sich vor den Augen der Besucher aus. Die Haare der Puppen bestehen aus echtem Menschenhaar oder Mohair, die Kleidung ist original, also auch mindestens 100 Jahre alt, doch das wertvollste an einer solchen Puppe ist der Porzellankopf. Sollte ein Kopf auch nur einen feinen Riss aufweisen, verliert die Puppe 95 Prozent des Wertes, erklärte Frau Lehner bei einem Besuch in ihrer üppigen und faszinierenden Sammlung.

Historische Puppen bekommen neues Haus

Das Puppenhausmuseum der Familie Lehner wandert in eine Wehrburg aus dem späten Mittelalter.

Wo einst Kardinäle ihren Urlaub verbrachten

Das kleine Museum in St. Thomas bei Perg war für Familie Lehner mittlerweile für ihre vielfältige Sammlung zu klein geworden. Sie schauten sich nach einem Gebäude um, das 2.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche bieten kann und waren auf Burg Kranichberg im Bezirk Neunkirchen gestoßen.

Burg Kranichberg ist eine Wehranlage aus dem frühen 13. Jahrhundert. Sie wurde errichtet von den Herren von Kranichberg, die Besitzungen in der Buckligen Welt, dem Wein- und dem Mühlviertel ihr Eigen nennen durften. Nach dem barocken Umbau wurde die Burg 1769 an die Erzdiözese Wien verkauft. Kardinal Innitzer hatte hier viele Sommer verbracht, Kardinal König beklagte sich dann, wie es heißt, nur noch über die Kosten. Sie wurde schließlich an die Hotel-Dynastie Hübner verkauft. Mehr als zehn Jahre war die Burganlage nun leer gestanden, bevor sie Familie Lehner kaufte.

Eine leere Burg wird bespielt mit Puppen und Burgen

Burg Kranichberg ist eigentlich ein kleines Dorf mit sechs großen Häusern. Zur Burganlage gehört auch ein derzeit stillgelegtes Hotel, sowie vier Nebengebäude. Familie Lehner hat hier nun große Pläne. So sollen in der reich ausgestatteten Burgkapelle, die nach wie vor jeden Sonntag für Gottesdienste genutzt wird, Hochzeiten abgehalten werden. Das Hotel soll als Wellness- und Spa-Betrieb wieder eröffnet werden.

Puppen und Burg

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Burg und Hotel Kranichburg in Kirchberg am Wechsel

In der Burg selbst soll die Puppen- und Puppenhausausstellung im zweiten Stockwerk Platz finden und um eine Miniaturburgenausstellung mit Zinnsoldaten sowie einer Märklin-Eisenbahn-Sammlung bereichert werden, damit auch männliche Besucher angesprochen werden können. Der erste Stock soll für Wechselausstellungen genutzt werden. Derzeit ist eine Machbarkeitsstudie in Begutachtung. Auch mit dem Bundesdenkmalamt sind noch einige offene Fragen zu klären. Liegt ein positives Ergebnis vor, so sollen in drei Jahren Burg und Hotel ihren Betrieb aufnehmen. Das Puppenhausmuseum im oberösterreichischen St. Thomas wurde geschlossen.

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