Pröll zum Landesjägermeister gewählt

In Wieselburg ist es heute zur Hofübergabe im Landesjagdverband gekommen. Landesjägermeister Christian Konrad trat nach 21 Jahren zurück, sein Nachfolger ist Ex-Vizekanzler und Ex-Finanzminister Josef Pröll.

Josef Pröll wurde am Samstag mit 140 von 141 Stimmen gewählt. Der Wechsel war schon lange geplant. Josef Pröll hätte schon vor acht Jahren in das Präsidium des Landesjagdverbandes gewählt werden sollen, damals kam aber sein Aufstieg in der Bundespolitik dazwischen. Jetzt, nach seinem Rückzug aus der Politik, ist der 43-jährige Radlbrunner bereit, die Nachfolge von Christian Konrad im Jagdverband anzutreten - mehr dazu in Josef Pröll wird Landesjägermeister.

Seit der Gründung des Verbandes im Jahr 1949 gab es erst drei Landesjägermeister: Ludwig Strobl 17 Jahre lang, Matthias Bierbaum 25 Jahre und Christian Konrad 21 Jahre lang.

Pröll: „Stehe für unteilbare Jagd“

Josef Pröll betonte, dass er als Landesjägermeister für eine „unteilbare Jagd“ stehe. Die Jagd sei eine Einheit - ob Arbeiter, Bauer, Angestellter, Eigenjagdbesitzer oder Jagdpächter, Berufsjäger oder Freizeitjäger - sie alle seien Bestandteil der Jagd. Und Jagd war schon lange existent, bevor Politik, U-Ausschüsse oder Korruption ein Thema waren.

„Jagd ist ein Kulturgut, sie erfüllt in unserem Land auch gesellschaftliche Aufgaben, so lange sie mit Anständigkeit und nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit und Weidgerechtigkeit ausgeübt wird.“

Christian Konrad und Josef Pröll

APA/NÖ LJV

Josef Pröll und Christian Konrad

Korruption war Thema beim Landesjägertag

Zentrales Thema waren beim Landesjägertag in Wieselburg unter anderem auch die jüngsten Vorfälle rund um den Anti-Korruptionsausschuss, bei dem immer wieder Jagdgesellschaften mit dem Thema Korruption in Verbindung gebracht wurden. Ein Umstand, gegen den sich auch der scheidende Landesjägermeister Christian Konrad vehement wehrt.

„Ich muss mich ja nicht jeden Tag in der Früh hinstellen und trommeln und sagen ‚Nein, ich bin kein Verbrecher‘ - wir sind es eh nicht. Wir haben ein gutes Gewissen. Und der beste Beweis für diese Aussage ist das tägliche Leben, das tägliche Verhalten der Jägerschaft. Noch einmal: Das Bild, das da von der Jagd gezeichnet wird, entspricht dem Bild der österreichischen Jagd in keiner Weise.“

Berlakovich: „Wichtig, Bild der Jagd zurechtzurücken“

Auch Landwirtschaftminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) nahm dazu Stellung. Im Zuge all dieser öffentlichen Debatten über Korruption und Machtmissbrauch sei die Jagd in letzter Zeit in eine schiefe Optik gekommen, so der Minister.

„Manche die keine Feunde der Jagd sind, sagen dann ‚Naja wir haben es eh schon immer gewusst, da wird gemauschelt bei der Jagd und das gefällt uns eh nicht und abgesehen davon werden Tiere tot geschossen‘. Und es ist wichtig, dass man gerade in dieser Zeit, und Christian Konrad und viele andere haben es getan, das Bild der Jagd zurechtrückt.“

Auch Landesrat Stephan Pernkopf (ÖVP) sprach von einer „Kriminalisierung von 34.000 Jägern in Niederösterreich“.