Justizzentrum Korneuburg
ORF.at/Christian Öser
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Gericht

Prozess nach Unfall mit Fahrradanhänger

Der Unfall mit zwei toten Kindern in einem Fahrradanhänger in Hausleiten (Bezirk Korneuburg) hat am Montag ein gerichtliches Nachspiel. In Korneuburg müssen sich die 39-jährige Mutter der Mädchen und der Pkw-Lenker wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Die Kollision auf der B19 passierte am Abend des 4. August. Laut Anklage sind der Frau, die das Gespann lenkte, vor allem drei Regelverstöße anzulasten. Die Kinder – knapp zwei und vier Jahre alt – trugen keinen Helm, der Anhänger hatte keine oder nur unzureichende Lichter sowie keine Rückstrahler, die mindestens eineinhalb Meter hohe Fahne mit Wimpel fehlte ebenfalls.

Der Wiener Lenker des Pkw übersah und erfasste das Gespann Polizeiangaben zufolge auf einem geraden Abschnitt der B19 im Freilandgebiet von Hausleiten. Die Zweijährige starb an Ort und Stelle, ihre ältere Schwester erlag im Wiener SMZ Ost-Donauspital den Verletzungen. Da die Mutter ebenfalls Blessuren davontrug, muss sich der 60-Jährige auch wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Evaluierung von Transport mit Fahrradanhängern

Der Unfall könnte aber auch über den Gerichtssaal hinaus Konsequenzen haben. Die Radlobby hatte kritisiert, dass es zu wenig Radwege neben Freilandstraßen gebe. Verkehrsminister Andreas Reichhardt hatte angekündigt, den Transport von Kindern mit Fahrrädern und die Sicherheit von E-Bikes – der Anhänger ist von einem solchen gezogen worden – evaluieren zu lassen.

Eine Arbeitsgruppe habe sich mehrmals mit dem Thema befasst, sagte Ministeriumssprecherin Elisabeth Hechenleitner: „Man hat Maßnahmen ausgearbeitet, Maßnahmen vorgeschlagen. Diese Maßnahmen werden nun seitens des BMVIT evaluiert und dem zukünftigen Verkehrsminister vorgelegt, der daraus auch Schlüsse ziehen kann. Grundsätzlich zu Fahrradanhängern gilt zu sagen: Wirkliche Änderungen, die hier ad hoc passieren können, stehen aktuell nicht im Raum.“