Illustration zum Themenkomplex Prostitution und Menschenhandel, aufgenommen in Wien (20. Mai 2008)
Helmut Fohringer / APA / picturedesk.com
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Chronik

Zuhälterei: Ermittlungen gegen Ex-Politiker

Die Justiz ermittelt gegen einen 26-jährigen Mostviertler wegen Anstiftung zur Prostitution und Zuhälterei. Die Staatsanwaltschaft wurde im Zuge von anderen Ermittlungen auf den Mann aufmerksam. Seine parteipolitische Funktion legte der SPÖ-Politiker daraufhin zurück.

Der Mann soll laut Staatsanwaltschaft St. Pölten zwischen Oktober und November 2019 mehrere Frauen zur Prostitution angeworben haben. Zudem soll er ihnen auch vorgegeben haben, mit welchen Kunden die Frauen verkehren sollen. Die Justiz ermittle deshalb nun wegen Zuführung der Frauen zur Prostitution sowie wegen Zuhälterei, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten, Leopold Bien, einen Bericht der „Kronen Zeitung“.

Der 26-Jährige wurde zu den Vorwürfen bereits befragt und ist auch geständig, sagte Bien gegenüber noe.ORF.at. Das Motiv könnten möglicherweise finanzielle Probleme gewesen sein. Die Untersuchungshaft ist bisher aber nicht beantragt worden, weil es keine Flucht- oder Verdunkelungsgefahr gebe, hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Bis vor kurzem Chef der sozialistischen Jugend

Laut einem Bericht der „Kronen Zeitung“ soll der Mann nach Aufkommen der Vorwürfe den regionalen SPÖ-Obmann informiert haben und daraufhin aus persönlichen Gründen aus der Partei ausgetreten sein. Der 26-Jährige war Chef der sozialistischen Jugend einer Mostviertler Ortsgruppe. In der SPÖ Niederösterreich bestätigte man am Donnerstag den Austritt und betonte, dass der Mann damit einem Parteiausschluss wohl zuvorgekommen sei.