Silhouette einer Frau
ORF.at/Christian Öser
ORF.at/Christian Öser
Soziales

Wo Frauen im Notfall Hilfe finden

14 Frauen sind 2019 getötet worden, eine überdurchschnittliche hohe Zahl. Die Angebote, um sich vor Gewalt zu schützen, sind vielfältig. noe.ORF.at mit einer Übersicht, wo Frauen in Niederösterreich Hilfe finden.

Gewalt oder finanzielle Schwierigkeiten, die Frage der Obsorge für die Kinder oder Arbeitslosigkeit können Frauen vor große Probleme stellen. Das Land Niederösterreich bietet ein umfangreiches Netzwerk von Hilfseinrichtungen an, die kostenlos genutzt werden können.

NÖ Frauentelefon

Das NÖ Frauentelefon bietet unter 0800/800 810 kostenlose und anonyme Beratung: jeweils montags, mittwochs und freitags von 10.00 bis 14.00 Uhr, Rechtsberatung freitags von 14.00 bis 16.00 Uhr

Das Niederösterreichische Frauentelefon organisiert im Akutfall Hilfe und berät über weitere Hilfsmöglichkeiten. Die Mitarbeiterinnen bieten auch Beratung in Tschetschenisch, Russisch, Türkisch und Serbokroatisch an. Über ganz Niederösterreich verteilt gibt es außerdem 20 Frauenberatungsstellen, wo Frauen und deren Kinder in schwierigen Lebenssituationen, bei Gewalt, Scheidungsproblemen oder auch in Lebenskrisen Unterstützung finden. Im ganzen Bundesland wurden außerdem Notwohnungen und Schlafstellen für Frauen eingerichtet. In St. Pölten, Hollabrunn, Baden, Gmünd, Wiener Neustadt, Krems und Gänserndorf gibt es etwa solche Unterkünfte.

Gewaltschutzzentrum will bei der Vorbeugung helfen

Das Gewaltschutzzentrum Niederösterreich bietet neben dem Opferschutz auch Vorschläge zur Gewaltprävention. Hier gibt es Angebote zur juristischen oder psychosozialen Prozessbegleitung. Für Opfer von Stalking werden eigene Beratungen angeboten. Das Gewaltschutzzentrum schult außerdem Einsatzkräfte sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Gesundheitswesen, damit diese Gewalt besser erkennen. Darüber hinaus bietet das Gewaltschutzzentrum Hilfestellung bei Behördenkontakten.

Tipps für Frauen, die von Gewalt betroffen sind:

  • Empfohlen wird, die Polizei-Notrufnummer 133 am eigenen Handy sowie am Handy der Kinder einzuspeichern. Darüber hinaus sollten Nachbarn und gute Freunde über die Probleme in der Familie informiert werden, damit diese im Notfall die Polizei verständigen können.
  • Drohungen und Verletzungen dokumentieren und auch melden. Es kann hilfreich sein, sämtliche Vorfälle aufzuschreiben und ein sogenanntes Gedächtnisprotokoll zu erstellen.
  • Einen „Notfallkoffer“ mit Dokumenten, Kleidung, Geld und eventuell notwendigen Medikamenten vorbereiten.
  • Auch einfache Maßnahmen wie ein Sicherheitsschloss an der Haustür oder den Schlüssel immer stecken zu lassen, können hilfreich sein.

Die Beraterinnen des Gewaltschutzzentrums Niederösterreich erarbeiten auf Wunsch einen auf die Betroffene zugeschnittenen Sicherheitsplan.