Ordination PVZ St. Pölten
ORF/Novak
ORF/Novak
Coronavirus

Keine Arztbesuche ohne Voranmeldung

Die Ärztekammer empfiehlt allen Ärzten, nicht notwendige Untersuchungen vorerst einzustellen. Ab Montag soll niemand mehr in eine Ordination kommen, ohne sich vorher telefonisch angemeldet zu haben. Untersuchungen können auch telefonisch durchgeführt werden.

„Wir empfehlen Ärztinnen und Ärzten, niemanden mehr in die Ordinationen zu lassen, der sich nicht telefonisch vorangemeldet hat“, sagte Birgit Jung, Pressesprecherin der Ärztekammer Niederösterreich. Diese dringende Empfehlung gelte nicht nur für praktische, sondern für alle Ärzte. Alle Ordinationen sollen auf Terminordinationen umgestellt werden.

Sämtliche bestehenden Termine sollen laut der Ärztekammer abgesagt werden. Telefonisch sollen die Ärzte die Dringlichkeit der Behandlungen abschätzen. So soll sichergestellt werden, dass nur die notwendigen Fälle auch persönlich behandelt werden. Diese Empfehlungen werden vorerst ausdrücklich von der niederösterreichischen Ärztevertretung an alle niedergelassenen Mediziner des Landes gerichtet. Eine fast identische Empfehlung wurde auch von der Ärztekammer Wien angekündigt. Eine einheitliche Regelung für ganz Österreich gibt es derzeit nicht.

Erleichterungen u. a. bei Rezepten

Ärzte können ab Montag auch auf umfangreiche Maßnahmen zurückgreifen, die von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) am Freitag angekündigt worden waren. Das Maßnahmenpaket soll die unbürokratische und sichere Versorgung der Patienten garantieren. Es umfasst folgende Punkte:

  • Für die Dauer der Pandemie können Medikamentenverordnungen auch nach telefonischer Kontaktaufnahme zwischen Arzt und Patient erfolgen. Die Abholung in der Apotheke erfordert nicht mehr unbedingt ein Papierrezept. Die Übermittlung des Rezepts vom Arzt an die Apotheke kann auch auf anderem Weg erfolgen. Die Medikamente können in den Apotheken auch an andere Personen, sofern sie Namen und die Sozialversicherungsnummer des Patienten kennen, abgegeben werden.
  • Über den Zeitraum der Pandemie fällt zudem die Bewilligungspflicht bei den meisten Medikamenten.
  • Bei Medikamenten kann der Bedarf für drei Monate abgegeben werden, nur bei speziellen Fällen (bei Neueinstellungen) muss eine direkte Kommunikation mit dem Arzt stattfinden.
  • Krankentransporte sind bis auf Weiteres bewilligungsfrei.
  • Gleiches gilt für Heilbehelfe und Hilfsmittel bis zu einem Gesamtausmaß von 1.500 Euro sowie Röntgen und Schnittbilduntersuchungen.
  • Arbeitsunfähigkeitsmeldungen (AU) sind während dieser Phase ebenfalls telefonisch möglich.
  • Telemedizinische Krankenbehandlung (Skype, Videokonferenz, Telefon) können, soweit sie notwendig sind, wie eine in der Ordination erbrachte Leistung abgerechnet werden. Diese Regelung gilt für Ärzte, Hebammen, Psychotherapeuten und Psychologen.