Eingestürzte Brücke
ORF / Sunk
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Chronik

Brückeneinsturz: Berechnungsfehler bestätigt

Die Ursache für den Einsturz einer Brücke im Zuge des Baus der Umfahrung Wieselburg (Bezirk Scheibbs) steht nun fest. Wie nach ersten Untersuchungen vermutet, handelte es sich um einen Berechnungsfehler bei der Planung der Statik.

Der Endbericht einer nach dem Einsturz eigens eingerichteten externen Untersuchungskommission lag nach Angaben von Gerhard Fichtinger vom niederösterreichischen Straßendienst am Dienstag noch nicht vor. Trotzdem sei ein Berechnungsfehler bei der Planung der Statik die endgültige Ursache für den Brückeneinsturz, wie Straßenbaudirektor Josef Decker gegenüber noe.ORF.at bestätigte. Ein Materialfehler sei auszuschließen, hieß es.

Bereits Anfang Juni war in einem ersten Untersuchungsergebnis die Rede von einem Statikproblem, ein Fehler in der Berechnung wurde damals schon als möglich erachtet – mehr dazu in Brückeneinsturz: Berechnungsfehler möglich (noe.ORF.at; 12.6.2020).

Das mit der Planung der Brücke betraute Zivilingenieur-Büro schaltete mittlerweile laut „Kurier“ seine Versicherung zur Abdeckung des entstandenen Schadens ein. Die exakte Schadenshöhe war jedoch vorerst noch nicht bekannt.

Statische Defizite auch an zweiter Brücke

An der eingestürzten Brücke laufen dem Straßendienst zufolge unterdessen die Abbrucharbeiten weiter. Die Untersuchungskommission habe festgestellt, dass keine Teile des Bauwerks wiederverwendet werden können, wurde betont. Die Planungsarbeiten für den Neubau seien in vollem Gange.

Eine zweite Brücke an der Umfahrung wird aktuell und voraussichtlich bis Jahresende saniert, auch hier waren statische Defizite geortet worden. Der Baustellenverkehr könne in diesem Bereich einstreifig geführt werden. Mit einer Freigabe der Umfahrung Wieselburg für den Verkehr rechnet der niederösterreichische Straßendienst im Frühjahr 2021.

Bei Einsturz wurde niemand verletzt

Das Bauwerk an der Umfahrung war am Nachmittag des 7. Juni eingestürzt. Die seit einem Jahr fertiggestellte Wirtschafts- und Wildbrücke mit einer Stützweite von 25 Metern war noch nicht für den Verkehr freigegeben. Bei dem Einsturz wurde niemand verletzt. Um sicherzugehen, dass es tatsächlich keine Verschütteten gab, war nach Polizeiangaben auch ein Suchhund an Ort und Stelle.

Am Tag nach dem Vorfall wurde die Untersuchungskommission unter der Federführung des Forschungsbereichs Stahlbetonbau der TU Wien eingerichtet. Das Gremium setzt sich aus Experten der Bereiche Betontechnologie, Statik und Bodenbeschaffenheit zusammen – mehr dazu in Kommission untersucht Brückeneinsturz (noe.ORF.at; 8.6.2020).