Konjunkturprogramm
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Wirtschaft

Studie: Jedes zweite Unternehmen investiert

41 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer in Niederösterreich wollen im Herbst Investitionen tätigen. Das geht aus einer neuen Karmasin-Studie im Auftrag des Landes hervor, die im Sommer durchgeführt und jetzt vorgestellt wurde.

Für Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger (ÖVP) sind die Studienergebnisse der Beweis dafür, dass auch das Land jetzt investieren müsse: „Genau diese Stimmungslage müssen wir nutzen.“ Er verwies bei der Studienpräsentation am Montag auf das Konjunkturprogramm des Landes, das Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am vergangenen Freitag präsentiert hatte.

Dieses sieht Investitionen im Umfang von 229 Millionen Euro vor, die in der niederösterreichischen Wirtschaft wiederum Investitionen in der Höhe von 450 Millionen Euro auslösen sollen – mehr dazu in Mit Konjunkturprogramm gegen CoV-Krise (noe.ORF.at; 11.9.2020).

Präsentation der Karmasin-Studie zur Stimmung bei Unternehmen
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Studienautorin Karmasin, Landesrat Danninger und WKNÖ-Präsident Ecker (v.l.)

„Know-how“ der Wirtschaftskammer

Das Konjunkturprogramm wurde gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Niederösterreich entwickelt. „Die Wirtschaftskammer bringt sich mit Know-how ein, denn wir wissen genau, was die Unternehmen in Niederösterreich brauchen“, sagte deren Präsident Wolfgang Ecker am Montag. Zusätzlich habe die Kammer zur Bekämpfung der Krise bereits 27 Millionen Euro freigegeben, von denen zwölf Millionen Euro bereits geflossen sind.

„Wir können sagen, dass die Zufriedenheit mit der Krisenbewältigung der Unternehmen hoch ist“, sagte Studienautorin Sophie Karmasin, die zwischen 2013 und 2017 auch von der ÖVP nominierte parteilose Familienministerin war. Für die Untersuchung wurden Geschäftsführer und Prokuristen von niederösterreichischen Unternehmen befragt. Die große Mehrheit war mit der bisherigen firmeninternen Krisenbewältigung zufrieden. Drei Viertel waren sich demnach auch sicher, dass sie momentan die richtigen Maßnahmen treffen würden.

Mögliche Veränderungen durch Entwicklung der Pandemie

Diese Maßnahmen betrafen vor allem den Abbau von Überstunden sowie verschiedene Digitalisierungsschritte, etwa um das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Es zeuge laut Karmasin von einem „gesunden Unternehmergeist“, dass bereits etwa jeder zweite Befragte wieder optimistisch in die Zukunft blicke.

Eingeschränkt ist die Aussagekraft der Studie durch den Zeitpunkt der Befragungen. Diese wurden bereits im Sommer durchgeführt, als die Infektionszahlen deutlich niedriger waren als jetzt. „Wahrscheinlich war die Stimmung im Juli und August ein Stück weit besser, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich komplett dreht“, sagte die Studienautorin dazu. Karmasin schätzt, dass sich die Zuversicht der Befragten in der Zwischenzeit maximal um fünf Prozentpunkte verschlechtert haben könnte.